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Mid-Century-Architektur in Kalifornien

Bungalow-Flow

Kalifornien war nach dem Zweiten Weltkrieg der Ort für kühne Wohnträume. Hier bauten Architekten an der Zukunft. Der Fotograf Marvin Rand hat ihre Experimente dokumentiert.

Courtesy Estate of Marvin Rand/ Phaidon
Samstag, 14.07.2018   22:04 Uhr

Flache Dächer, bodentiefe Fenster und freigelegte Stahlkonstruktionen - das waren für die Architekten des Mid-Century-Modern die Bauteile für die Zukunft. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann auch für sie der Aufbruch in eine neue Zeit. Alles schien möglich. Besonders im sonnigen Kalifornien, wo die Menschen nicht nur entspannter, sondern auch experimentierfreudiger waren.

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Fotostrecke: Schöne neue Wohnwelt

Für viele änderte sich damals die Vorstellung vom idealen Lebensmodell. Nicht nur die Menschen sollten sich öffnen, auch die Gebäude. Alles sollte luftiger werden, moderner. Verfeinert durch allerlei technische Spielerein wie fahrbare Wände oder bewegliche Dächer. Architekten wie Charles Eames, Craig Ellwood, John Lautner oder Richard Neutra wollten mit ihren Entwürfen nicht nur die Welt schöner machen. Sie wollten das Bauen reformieren.

Ihre Fallstudien sollten zeigen, wie komfortables Wohnen für alle erschwinglich werden kann. Minimalistische Silhouetten, geradlinige Entwürfe im Zusammenspiel mit der Natur. Marvin Rand begleitete dieses Experiment von Anfang an mit seiner Kamera. Anders als viele Fotografen ging es ihm weniger darum, einen Lifestyle zu zeigen, sondern Häuser. Bekannte Bauwerke wie das LAX Theme Building, aber auch weniger bekannte Arbeiten von Architekten wie Douglas Honnold.

Die Rechnung mit dem California Dreaming für alle ging nicht auf, die gefeierten Musterhäuser waren zu teuer. Sie dienten zwar als Blaupause für neue Häuser, auch in Europa und anderswo. Erschwinglich waren sie für die wenigsten.

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Pierluigi Serraino, Emily Bills, Sam Lubell:
California Captured

Mid-Century Modern Architecture, Marvin Rand

Phaidon; 240 Seiten, ca 50 Euro

Für den Rest gibt es immerhin die Fotos von Marvin Rand. Das sie nun gezeigt werden können, ist Emily Bills, Sam Lubell und Pierluigi Serraino zu verdanken. Denn Rands Archiv mit rund 20.000 Architekturfotos war lange verschollen. Nachdem es wieder aufgetaucht war, nahm sich das Autorenteam fünf Jahre Zeit, den Bilderschatz zu sichten. Die besten Aufnahmen zeigen sie in ihrem Buch "California Captured". Es bildet nicht nur schöne Häuser ab, es erzählt auch die Geschichte der kalifornischen Moderne.

löw

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