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Luxusartikel für Dutzende Millionen Euro zerstört

Burberry stoppt Verbrennen unverkaufter Ware

Lieber vernichten als Preise senken - damit soll bei Burberry Schluss sein. Das britische Luxuslabel will Ladenhüter künftig recyceln oder spenden. Zuletzt hatte die Firma Ware im Wert von 32 Millionen Euro zerstört.

REUTERS

Burberry-Tasche

Donnerstag, 06.09.2018   10:56 Uhr

Das britische Luxuslabel Burberry reagiert auf Kritik und stoppt die Vernichtung unverkaufter Ware. Das Unternehmen will stattdessen verstärkt unverkäufliche Ware weiterverwerten, spenden oder recyceln, teilte Burberry mit. Das Traditionshaus hatte im Juli für negative Schlagzeilen gesorgt, weil es allein im Geschäftsjahr 2017/18 nicht verkaufte Kleidung im Wert von etwa 32 Millionen Euro verbrannt hatte. Das ging aus dem eigenen Geschäftsbericht hervor.

In der Luxusbranche ist es bislang durchaus üblich, Ladenhüter lieber zu zerstören als die Preise dafür zu senken. Die Unternehmen befürchten, das exklusive Image könnte Schaden nehmen, wenn ihre Produkte mit Rabatten verkauft würden. Burberry betrieb diese Methode, seine Marke zu schützen, zuletzt in großem Stil. Einem "Fortune"-Artikel zufolge summierte sich der Wert der verbrannten oder anderweitig zerstörten Ware in den vergangenen fünf Jahren auf etwa hundert Millionen Euro.

Burberry will sein Image zudem noch durch eine weitere Maßnahme aufpolieren: Künftig werde man keinen echten Pelz mehr verarbeiten, teilte das Unternehmen weiter mit. "Moderner Luxus bedeutet, sozial und ökologisch verantwortlich zu sein," sagte Firmenchef Marco Gobbetti. Dies sei für Burberry von zentraler Bedeutung und der Schlüssel zu langfristigem Erfolg. Auch andere Luxusmodefirmen wie Gucci, Versace und Stella McCartney haben Pelz bereits aus ihrem Angebot gestrichen.

Schon seit einiger Zeit stagniert das Geschäft von Burberry. Gobetti, seit Mitte 2016 Chef des Labels, versucht, Burberry neu zu positionieren. Er hofft auch auf den Designer Riccardo Tisci, der früher für Givenchy Mode etwa für Beyonce oder Madonna kreierte.

fdi/Reuters

insgesamt 34 Beiträge
wala2903 06.09.2018
1. Burberry ....
verlangt viel Geld für seine Produkte. Produziert wird in Rumänien, Bangladesh, Türkei usw. Also dort wo es billige Arbeitskräfte gibt. Soviel zum Image!
verlangt viel Geld für seine Produkte. Produziert wird in Rumänien, Bangladesh, Türkei usw. Also dort wo es billige Arbeitskräfte gibt. Soviel zum Image!
touri 06.09.2018
2.
Einen Wert von 32 Millionen hatten die Waren wohl kaum mehr, dann wären sie nämlich nicht unverkäuflich. Das erinnert mich an ein Fallbeispiel, dass ein Professor an der FH mal erzählt hat. Da ist mal ein neuer Controller [...]
Einen Wert von 32 Millionen hatten die Waren wohl kaum mehr, dann wären sie nämlich nicht unverkäuflich. Das erinnert mich an ein Fallbeispiel, dass ein Professor an der FH mal erzählt hat. Da ist mal ein neuer Controller in das Lager seiner Firma maschiert, die Haushaltsgeräte hergestellt hat. Als er wieder draußen war war die Firma Insolvent. Warum? Der großteil der Waren war veraltet (Lagerhüter) und damit unverkäuflich. Dadurch erfolgte eine Korrektur in der Bilanz, die zur Folge hatte, dass die EK Quote in den Keller ging und damit auch die Kreditwürdigkeit. Was ich damit sagen will, nur weil der Kram mit 32 Millionen in der Billianz auftaucht heißt das noch lange nicht, das er auch soviel Wert ist.
dasfred 06.09.2018
3. Mir fehlt eine wichtige Information
Handelt es sich bei diesen hundert Millionen um den Wert, den die Ware gehabt hätte, wäre sie denn verkauft worden oder sind das die tatsächlich angefallenen Herstellungskosten? Ich nehme an, die Differenz ist, wie überall im [...]
Handelt es sich bei diesen hundert Millionen um den Wert, den die Ware gehabt hätte, wäre sie denn verkauft worden oder sind das die tatsächlich angefallenen Herstellungskosten? Ich nehme an, die Differenz ist, wie überall im Hochpreissegment, enorm. Als Beispiel: verbrenne ich eine soeben gekaufte Markenjeans, so habe ich einen Schaden von hundert bis zweihundert Euro. Verbrennt der Hersteller sie, liegt sein Schaden unter zehn Euro.
bauern-muenchen 06.09.2018
4. Ungenaue Zahlen
Bei 32 Mio Euro scheint es sich um den angestrebten Verkaufspreis zu handeln. Das ist aber nicht der Wert, wenn das Zeugs nicht zu dem Preis verkauft werden kann. Viel interessanter wäre daher der Einkaufspreis, bzw. die [...]
Bei 32 Mio Euro scheint es sich um den angestrebten Verkaufspreis zu handeln. Das ist aber nicht der Wert, wenn das Zeugs nicht zu dem Preis verkauft werden kann. Viel interessanter wäre daher der Einkaufspreis, bzw. die Herstellungskosten. Die Summe dürfte bei weit unter 1 Mio Euro liegen. Parfum kann man da immer als Beispiel heranziehen. Verkaufspreis von 80€, Wert des Inhaltes maximal 1€.
JJJT 06.09.2018
5. Es wird immer offensichtlicher
Der Kapitalismus befindet sich in seiner (immer perverser werdenden) Endphase. Hier wieder ein deutliches Beispiel dafür
Der Kapitalismus befindet sich in seiner (immer perverser werdenden) Endphase. Hier wieder ein deutliches Beispiel dafür
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