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Stil

Kinderkleidung im Neonazi-Look

C&A zieht Kapuzenpulli zurück

C&A hat einen Kinderpulli aus seinem Sortiment genommen, dessen Optik stark an Szenekleidung von Neonazis erinnert. Der belgische Modekonzern reagierte damit auf Kritik in sozialen Medien.

DPA

C&A

Dienstag, 09.10.2018   11:57 Uhr

Ein 15-Euro-Pullover aus seinem Kinderbekleidungssortiment beschert dem belgischen Modekonzern C&A gerade unerwünschte Aufmerksamkeit. Das Wort "Division" in Frakturschrift und die Farben Schwarz, Weiß und Rot auf einem Kapuzenpullover erinnern einige Menschen an Szenekleidung von Neonazis. Der Konzern reagierte auf die Kritik, indem er den Artikel aus dem Sortiment nimmt.

Bereits am 4. Oktober hatte ein Twitternutzer den Bekleidungsriesen auf die Ähnlichkeit hingewiesen:

Knapp 24 Stunden später antwortete das Unternehmen: "C&A steht in keiner Beziehung zu dieser Gruppe. Die Ähnlichkeit des Schriftzugs war uns nicht bewusst und keinesfalls beabsichtigt. C&A positioniert sich klar gegen Rassismus. Wir werden das Sweatshirt umgehend aus unserem Sortiment nehmen. Bitte entschuldige diesen Fehler", twitterte die Kommunikationsabteilung.

Eine Division bezeichnet beim Militär einen Großverband. Laut der "taz" wird der Begriff häufig in rechtsextremen Kreisen verwendet. Die Tageszeitung verweist in diesem Zusammenhang auf die Rechtsrockband "Division Germania" oder die neonazistische Kameradschaft "Division Franken".

Gegenüber der "taz" kündigte C&A deshalb an: "Wir nehmen diesen Vorfall zum Anlass, unsere Design-, Schulungs- und Freigabeprozesse nochmal zu überprüfen."

C&A ist allerdings nicht das einzige Modelabel, dass mit umstrittenen Motiven auffällt. Anfang des Jahres entschuldigte sich der Moderiese H&M für ein Werbemotiv. Das Bild zeigte einen schwarzen Jungen in einem Pullover mit dem Schriftzug "Coolest Monkey in the Jungle" ("Coolster Affe im Urwald").

Konkurrent Zara stand bereits mehrfach wegen Nazi-Symbolik in der Kritik. 2014 war es ein gestreiftes Kinderhemd mit gelbem Stern auf der Brust, das viele an die Kleidung von KZ-Häftlingen erinnerte. 2007 hatte die Modemarke bereits eine Handtasche mit Hakenkreuz-Aufdruck aus dem Angebot genommen.

Im Video: Rechte Mode-Labels - Nazi-Mode

Foto: SPIEGEL TV

löw

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