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Stil

Manteltrends

Schön auffallen

Übergroß geschnittene Mäntel sind angesagt. Auch für Männer ist die Zeit des Slim-fit vorbei. Allerdings kann der XXL-Look optisch kleiner und breiter machen. Farblich wird es bunt oder klassisch hellbraun.

TMN/ Michael Kors
Dienstag, 20.11.2018   09:02 Uhr

Kurz gesagt: Im Trend ist bei den Mänteln in diesem Jahr zweierlei. Ein sehr klassisch und stilvoll wirkendes helles Braun oder aber auffällige Farben und Muster. Dazu gehören übergroße XXL-Schnitte. Zunächst hat das die High-Fashion - die sehr teure Vorreitermode - genutzt. Aber ein Blick in die Kollektionen zeigt, der Trend kommt auch bei den preiswerteren Labels an.

Der XXL-Mantel ist bodenlang, besteht aus Kunstfell, Wolle oder ist mit Daunen gefüllt, hat vielleicht auch einen breiten Reverskragen und hängende Schultern. Die überdimensionalen Schnitte und Längen eignen sich zum hippen Lagenlook: Ein Pullover, darüber eine warme Strickjacke und zum Schluss der weite Mantel. Das gute alte Zwiebelprinzip ist also auch im Winter 2018 angesagt.

Allerdings kann der XXL-Look eine Frau optisch kleiner oder breiter wirken lassen, als sie ist. "Wer sehr schlank ist und eine kleine Oberweite hat, wählt am besten eine A-Form", rät die Image-Beraterin Janine Katharina Pötsch aus München. Die X-Form schmeichelt Frauen mit typischer Sanduhrenfigur. Ein Modell in H-Form mit Knöpfen oder Gürtel steht hingegen gerade großen Frauen mit Sportlerfigur.

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Fotostrecke: Diese Mäntel sind im Trend

Zum Oversized-Schnitt gesellen sich plakative Muster wie geometrische Formen, große Karos und Blumen. Dazu kommen auffällige Farben, berichtet Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Modeinstituts in Köln. Das zieht sich komplett durch den Mantel - also auch auf die Innenseiten. So finden sich zum Beispiel bei einem roten Mantel Glencheck-Karo auf dem Innenfutter.

Daraus ergibt sich auch eine Styling-Regel für die nicht zu kalten Wintertage: "Das Innenleben wird bewusst zur Schau gestellt und Mäntel daher offen getragen", erklärt Müller-Thomkins. Das sieht nicht nur auf Instagram-Fotos gut aus.

Ein Klassiker wird zum Trend

Ein Comeback erlebt der kamelfarbene Mantel. Neben zeitlosen Modellen aus hochwertiger Schurwolle gibt es den Klassiker nun in haarigeren Materialien, etwa Mohair. Dazu wird die Taille mit einem Gürtel, einer Kordel oder einem Sisalseil betont, erklärt Müller-Thomkins. Rein optisch passe das nicht zum Mantel, erzeuge daher einen in der Mode gerade so geliebten Stilbruch. Weiteres Plus: Bei großen Schnitten wird so die Figur nachgezeichnet.

Das hellbraune Camel ist aber nichts für jeden Hauttyp, es kann viele Träger blass wirken lassen. "Die warmen Brauntöne stehen vor allem Frühlingstypen", erklärt Pötsch. Das sind Frauen mit hellem Teint und blondem bis kupferrotem Haar. "Kombiniert wird er am besten zum Kostüm, Anzug oder mit Jeans und edlem Pullover", ergänzt die Modeberaterin.

Entscheidend ist das Material

Auch für Männer ist die Zeit des Slim-fit vorbei. "Der Mantel darf ruhig voluminöser geschnitten und länger sein", sagt Sebastian Schwarz vom Fachmagazin "Textilwirtschaft". Ganz so weit wie in der Damenmode werde es aber nicht. "Für Herren wird der Paletot zum It-Piece", sagt Branchenkenner Müller-Thomkins. Das ist ein taillierter Mantel mit spitzem Reverskragen. Klassische Modelle haben eine zweireihige Knopfleiste. Angesagt sind auch hier helle Brauntöne wie Camel.

Mehr aktuelle Wintermode

Entscheidend ist allerdings das Material. "Mäntel werden lässig und soft, fast so wie ein Bademantel", erklärt Schwarz. Vor allem weiche Cord- und Jersey-Stoffe seien aktuell, beliebt bleibe aber zugleich auch steife Wolle. Die Muster sind auffällig, wenn auch traditionell: Karos wie der Hahnentritt oder auch Fischgräten zieren die Mäntel. Dank mehr Volumen und modernen Stoffen leben diese klassischen Muster neu auf, erklärt Schwarz.

Der Mantel für den Mann ist übrigens nicht mehr allein etwas für den schicken Anlass oder als Büro-Begleiter zum Anzug: Er wird in diesem Winter auch über Freizeit- und Streetwear-Looks getragen. "Kombiniert werden dazu Sneakers, T-Shirt und Sweatshirt", nennt Schwarz ein Beispiel. Der Mantel sollte aber nicht zu schwer sein. "Männer wollen schließlich einen praktischen Begleiter."

löw / Jule Zentek, dpa

insgesamt 5 Beiträge
überich 20.11.2018
1. Ein neuer Trend.....
Wie schön, dass ich grad Pause habe und davon erfahre ;-) Danke für die wertvollste Nachricht des Tages. Ach was sag ich, des Jahres! Ich hatte bereits nach meinem Stil und Geschmack gefahndet. Der schien mir ohne die neuste [...]
Wie schön, dass ich grad Pause habe und davon erfahre ;-) Danke für die wertvollste Nachricht des Tages. Ach was sag ich, des Jahres! Ich hatte bereits nach meinem Stil und Geschmack gefahndet. Der schien mir ohne die neuste Modeberatung bereits abhanden gekommen zu sein. Na da werd ich mal den Schrank ausmiste und meine rosa Hemden entfernen, oder liegen die doch noch im Trend? Kann mir da jemand weiterhelfen? Ach was plapper ich da nur. Ich werde einfach wie immer meine Mama fragen, die wußte schon immer was mir steht!!
dasfred 20.11.2018
2. Der lange Mantel war mal
Mein Lieblingsmantel, damals von einem jungen Designer aus alten Militärwolldecken und Nubuk Leder genäht, war perfekt für lange Spaziergänge mit dem Hund. Winddicht, mit viel Platz darunter für Pullover zu jeder [...]
Mein Lieblingsmantel, damals von einem jungen Designer aus alten Militärwolldecken und Nubuk Leder genäht, war perfekt für lange Spaziergänge mit dem Hund. Winddicht, mit viel Platz darunter für Pullover zu jeder Außentemperatur. Der breite Lederkragen ließ sich per Reißverschluss zur Kapuze umbauen. Heute fasziniert mich eher diese grüne Michelin Männchen Jacke. Die breiten Wülste strahlen die Wärme eines kuscheligen Federbettes aus. Dabei leicht und auch zum sitzen geeignet, im Gegensatz zum Mantel. Seit ich leichte Daunenjacken für mich entdeckt habe, geht Tragekomfort vor Eleganz. Lederjacken gehen nur noch für den Übergang.
remedias.cortes 21.11.2018
3. Mantel auflassen?
Nein danke, das ist mir zu kalt, mag es noch so stylish sein. In erster Linie sollte ein Wintermantel ein Kleidungsstück sein, das gegen Kälte schützt.
Nein danke, das ist mir zu kalt, mag es noch so stylish sein. In erster Linie sollte ein Wintermantel ein Kleidungsstück sein, das gegen Kälte schützt.
LuPy2 23.11.2018
4. einen langen Mantel
tragen, nur dann, wenn ich öfters zu Fuß oder im ÖPNV unterwegs bin. Der wärmt auch bei - 15 Grad an der Haltestelle. Sobald ich das eigene Auto nutze, ist ein Short-Mantel oder eine Jacke besser. Bei längeren Fahrten zieht [...]
tragen, nur dann, wenn ich öfters zu Fuß oder im ÖPNV unterwegs bin. Der wärmt auch bei - 15 Grad an der Haltestelle. Sobald ich das eigene Auto nutze, ist ein Short-Mantel oder eine Jacke besser. Bei längeren Fahrten zieht man auch diese wegen der Bequemlichkeit aus. Der beste Style nützt nicht, wenn er unpraktisch ist.
LuPy2 23.11.2018
5. Als junger Kerl
mit Mitte 20 wollte ich cool sein im wahrsten Sinne des Wortes: Fischgrät-Manntel, wadenlang aus Schurwolle offen getragen, Kragen hoch. Heute, dreißig Jahre später bin ich cool (man wird älter, der Ar... wird kälter) und [...]
Zitat von remedias.cortesNein danke, das ist mir zu kalt, mag es noch so stylish sein. In erster Linie sollte ein Wintermantel ein Kleidungsstück sein, das gegen Kälte schützt.
mit Mitte 20 wollte ich cool sein im wahrsten Sinne des Wortes: Fischgrät-Manntel, wadenlang aus Schurwolle offen getragen, Kragen hoch. Heute, dreißig Jahre später bin ich cool (man wird älter, der Ar... wird kälter) und trage den Mantel geschlossen, um Erkältungen vorzubeugen.
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