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Stil

Fashion Awards in London

Küren Sie den schönsten Look!

Die Fashion Awards sollen einmal so glamourös werden wie die Oscars. Ganz so weit ist es noch nicht, aber die Gästeliste konnte sich durchaus sehen lassen. Hingucker des Abends war mal wieder Meghan Markle.

AFP

Erin O'Connor und Gabrielle Caunesil bei den Fashion Awards

Von
Dienstag, 11.12.2018   15:35 Uhr

Eine passendere Laudatorin hätte es nicht geben können: Meghan Markle, seit der Royal Wedding im Mai auch bekannt als Herzogin von Sussex, hat der Designerin ihres Hochzeitskleides (ein minimalistischer Traum in Weiß) den Preis als "British Designer of the Year" übergeben. Geehrt wurde Claire Waight Keller in der Nacht zum Dienstag im Rahmen der Fashion Awards in der Londoner Royal Albert Hall. Die Givenchy-Designerin Keller erhielt den Preis in der Kategorie Damenmode.

Bei der Übergabe des Preises attestierte Meghan Markle der Modebranche, dass sie einen Kulturwandel durchlaufen habe. Seien Grausamkeiten in dieser Welt früher an der Tagesordnung und "cool" gewesen, komme es nun darauf an, "nett zueinander" zu sein. Mit der Wahl eines Designers drücke sie mehr aus als ihren eigenen Stil, so die Herzogin. "Es geht darum, uns gegenseitig zu unterstützen und zu ermächtigen, besonders als Frauen."

Markles perfekt inszenierter Auftritt - mit Babybauch in einer asymmetrisch geschnittenen schulterfreien Samtrobe von, genau, Givenchy - war eine Überraschung. Die Einladung der 37-Jährigen passt aber zur Strategie des British Fashion Councils, die seit 1989 stattfindende Branchenveranstaltung zu einem Glamourevent mit internationaler Strahlkraft zu machen. "Eine Mischung aus Oscars und Met Ball", wie es die ehemalige Vorsitzende des britischen Modeverbands, Dame Natalie Massenet, ausdrückte.

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THE SURPRISE: Her Royal Highness The Duchess of Sussex wore a custom made #Givenchy outfit to surprise @ClareWaightKeller by presenting her with the British Designer of the Year Womenswear award at the 2018 BFC #FashionAwards. #MeghanMarkle #GivenchyFamily

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Oscar-Format hat die Veranstaltung zwar noch nicht ganz, aber die Gästeliste war trotzdem voll Prominenz aus dem Königreich und dem Ausland: Die Beckhams kamen wie immer von Kopf bis Fuß durchgestylt, Oscar-Gewinnerin Penélope Cruz kam wie immer in Chanel, Kate Moss funkelte mit ihrem Kleid um die Wette, und Kendall Jenner präsentierte ihren Promi-Po in einem transparenten Paillettendress.

Sängerin Rita Ora, deren neues Album sehr zu empfehlen ist (lesen Sie hier eine Rezension bei SPIEGEL+), entschied sich statt eines durchsichtigen Abendkleids für einen Prada-Komplettlook mit Kniestrümpfen. Die Modelfamilie von Modelmama Cindy Crawford und Modelpapa Rande Gerber kam komplett in Schwarz, um Tochter Kaia Gerber zu rahmen. Die 17-Jährige wählte für ihren Auftritt eine komische Mischung aus Hose und Bauchtänzerinnenkleid, aber als "Model of the Year" kam man alles tragen.

DPA

Familie Crawford

Und die restlichen Preise?

Ausgezeichnete Newcomer sind Samuel Ross ("Menswear") und Richard Quinn ("Womenswear"). Als bester britischer Herrendesigner wurde bereits das zweite Mal in Folge Craig Green ausgezeichnet, während der internationale Preis für das beste Design insgesamt ("Designer of the Year") an den Valentino-Macher Pierpaolo Piccioli ging. Der gefeierte Quereinsteiger Virgil Abloh nahm den Preis in der Streetwear-Kategorie "Urban Luxe" für sein italienisches Label Off-White mit nach Hause.

Italien konnte auch in den weiteren Kategorien viele Trophäen einsammeln. Der Preis für herausragende Leistungen ("Outstanding Achievement") geht an Miuccia Prada, die seit einigen Saisons eine gefeierte Kollektion nach der anderen vorlegt. Gucci-Goldjunge Alessandro Michele wurde für die beste Marke geadelt, die Krone auf dem Kopf hatte er allerdings schon vorher auf. Micheles Chef - Gucci Geschäftsführer Marco Bizzarri - bekam wie schon in den Jahren 2016 und 2017 die Auszeichnung für Führungsqualitäten ("Business Leader").

Die wollte auch Vivienne Westwood unter Beweis stellen, die mit dem Preis für "positiven Wandel" bedacht wurde. Sie nutzte ihre Bühnenzeit für einen äußerst selbstbewussten Auftritt in Sachen Umweltschutz. "Ich habe einen Plan, die Welt vor dem Klimawandel und dem Finanzcrash zu retten", sagte die Modemacherin in gewohnter Westwood-Manier. Details blieb sie dann allerdings schuldig. Nur so viel machte sie noch klar: "Ich kann euch retten, aber ihr müsst mir folgen." Nach allem, was bekannt ist, blieb ihr Appell aber folgenlos.

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