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Stil

Sanierungsprojekt in München

Applaus fürs Reihenhaus

Reihenendhaus, Sechzigerjahre, sehr verwinkelt: Nicht die besten Voraussetzungen für ein modernes Einfamilienheim. Doch dank kluger Umbaumaßnahmen steht es nun besser da als je zuvor.

Stefan Müller-Naumann/ Callwey
Donnerstag, 20.12.2018   10:29 Uhr

Die im Krieg gerissene Baulücke in einem Stadtteil von München sollte geschlossen werden, also kamen vier Reihenhäuser rein, wie sie in den Sechzigern oft gebaut wurden: vom Grundriss her gar nicht so schlecht, aber eben auch fantasielos und mit wenig Liebe zum Detail. Über die Jahre kamen dann einige Verschlimmbesserungen hinzu: "Kunststofffenster, Faserzementplatten am Giebel, Vordächer und viele Accessoires aus dem bekannten Baumarkt-Fundus", listet die Innenarchitektin Anne Prestel auf ihrer Webseite auf.

Prestel hat das Haus 2015 gekauft und beschlossen, aus dem schmucklosen Reihenendhaus ein modernes Zuhause für ihre vierköpfige Familie zu machen. Ein Haus, das nicht nur in Sachen Wohnkomfort, sondern auch bei der Energiebilanz gut dasteht. Dazu musste das Gebäude allerdings von oben bis unten saniert werden.

Fotostrecke

Fotostrecke: Ein modernes Einfamilienhaus

Das Dach ist neu und bekam eine Gaube eingesetzt, im Giebel wurde ein Fenster eingesetzt. Die Außenwände wurden frisch gedämmt und verputzt, die alten Kunststofffenster ersetzt durch solche aus Eichenholz. Davor kamen dann Aluminiumrahmen für elegante Schiebeläden als Sonnenschutz.

Als Abstellplatz für Fahrräder, Kinderwagen und was halt sonst noch so rumsteht, ließ Prestel einen Holzschuppen errichten. Eigentlich keine schöne Sache - es sei denn, er wird optisch dem Vordach über dem Eingang und dem Gartenzaun angeglichen.

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Im Haus wurde ebenfalls einiges erneuert. Im Keller wurde der alte Ölbrenner mit Tank durch eine Therme ersetzt. Der mit Ziegelsteinen gemauerte Kamin wurde im gesamten Haus zurückgebaut, um mehr Platz zu schaffen. Außerdem mussten zwei Wände weichen, damit im Erdgeschoss aus Diele, Küche, Essen und Wohnen ein Bereich entstehen konnte, dessen Zonen fließend ineinander übergehen.

Wo früher viele kleinere Räume waren, ist nun ein großer heller Raum, der über die Fenster des Wohnzimmers und einen neu angebauten Wintergarten im Süden und Westen mit dem Garten verbunden ist. Platz genug für einen langen Esstisch und ein gemütliches Wohnzimmer. Bei einem Schreiner gab Prestel die Fensterbank in Auftrag, die gleichzeitig Stauraum ist.

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In den oberen Stockwerken hat sich nicht ganz so viel geändert. Der Spitzboden wurde erschlossen und ist nun über eine schwarz lackierte Spindeltreppe aus Stahl erreichbar. Der so erschlossene Raum dient jetzt als Musikzimmer, Drempelschränke nutzen den Platz unter den Dachschrägen optimal aus.

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Foto: SPIEGEL TV

Auch bei der Material- und Farbwahl bewies Prestel ein sicheres Händchen. Anstriche setzt sie zurückhaltend, aber treffsicher ein: jeder Raum bekam eine farbige Wand. Dunkles Blau im Schlafzimmer, Ockergelb an der Stirnseite des Musikzimmers und im Raum darunter. Im Flur leuchten die Ablagefächer zitronengelb. Dazu passen Fußböden, Fenster, Türen, Schiebeläden aus weiß pigmentierter Eiche. Ansonsten noch ein wenig Glas, Stahl, weißer Putz und Zink. Mehr brauchte es nicht, um aus dem schmucklosen Sechzigerjahrebau ein modernes Einfamilienhaus zu machen: hell, warm und bunt.

löw

insgesamt 64 Beiträge
karlsiegfried 20.12.2018
1. Wie billig war dieser Umbau?
Schöne Anregung, welche auch Geld kostet. Am besten erbt man ein solches Haus und dann geht es einfacher. Also, was hat der Umbau gekostet?
Schöne Anregung, welche auch Geld kostet. Am besten erbt man ein solches Haus und dann geht es einfacher. Also, was hat der Umbau gekostet?
owala 20.12.2018
2. Ist doch super schön!
endlich können auch mal wieder Normalverdiener in München preiswerte Reihenhauswohnungen anmieten. Oder habe ich das doch falsch verstanden?
endlich können auch mal wieder Normalverdiener in München preiswerte Reihenhauswohnungen anmieten. Oder habe ich das doch falsch verstanden?
karl_martell 20.12.2018
3. Sieht alles fein aus
.. wenn jetzt noch eine Kostennote je m² inclusive der festverbundenen Einbauten genannt würde, könnte man tatsächlich abschätzen, inwieweit so eine Reihenhauseinheit für den Durchschnittsverdiener finanzierbar wäre.
.. wenn jetzt noch eine Kostennote je m² inclusive der festverbundenen Einbauten genannt würde, könnte man tatsächlich abschätzen, inwieweit so eine Reihenhauseinheit für den Durchschnittsverdiener finanzierbar wäre.
Rhinkiekerrees@gmail.com 20.12.2018
4. Klasse gemacht.
Aber welcher normale Arbeitnehmer kann sich denn so Etwas in M?nchen leisten. Hauskauf und Umbau
Aber welcher normale Arbeitnehmer kann sich denn so Etwas in M?nchen leisten. Hauskauf und Umbau
spiegelleser85 20.12.2018
5. Neubau
wahrscheinlich wäre eine Neubau kostengünstiger gewesen. Vermutlich ist der Aufwand des Umbaus nur durch die Lage und die Unmöglichkeit des Abrisses zu rechfertigen.
wahrscheinlich wäre eine Neubau kostengünstiger gewesen. Vermutlich ist der Aufwand des Umbaus nur durch die Lage und die Unmöglichkeit des Abrisses zu rechfertigen.
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