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Stil

Möbel nach Maß

Wie man den perfekten Kleiderschrank plant

Wer sich einen Kleiderschrank individuell anfertigen lässt, steht vor einer Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Diese fünf Fragen helfen bei der Planung des perfekten Kleiderschranks.

InCasa/ VDM/ TMN

Kleiderschrank

Montag, 05.11.2018   12:07 Uhr

Er soll groß genug sein, aber nicht zu viel Platz wegnehmen. Er soll praktisch eingeteilt sein und gleichzeitig auch optisch was hermachen: Die Suche nach dem passenden Kleiderschrank ist besonders schwierig, wenn man nicht genau weiß, was man will - vor allem bei der großen Auswahl an Möglichkeiten im Handel. Diese fünf Fragen können dabei helfen.

1. Die Außenmaße: Wie viel Kleidung hat man?

Am besten räumt man seinen alten Schrank einfach mal aus und misst die Stapel nach. Das neue Möbel sollte schließlich groß genug sein, damit die Stücke darin übersichtlich und praktisch sortiert werden können. Insbesondere jene, die gerne shoppen und immer mehr ansammeln, und Paare, die sich einen Kleiderschrank teilen wollen, sollten an Puffer denken, rät die Modeberaterin Sonja Grau aus Ulm, die in ihrer Berufspraxis viele Kleiderschränke sieht.

Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie empfiehlt pro Person mindestens einen Kubikmeter Volumen. "Das ist ein Schrank mit einem Meter Breite, 54 Zentimeter Tiefe und zwei Metern Höhe." Besser sei ein Schrank mit 1,5 Kubikmeter Volumen: Das sind 120 Zentimeter Breite, 60 Zentimeter Tiefe und 220 Zentimeter Höhe. Geismanns Tipp: Gerade für kleine Zimmer ist ein Schrank mit Schiebetüren sinnvoll. "Sie stehen beim Öffnen nicht im Weg."

2. Die grobe Einteilung: Welche Art von Kleidung hat man?

Nicht nur die Masse an Kleidung ist entscheidend, sondern auch deren Beschaffenheit. Wer gerne dicke Strickpullover und Daunenjacken trägt oder wer vor allem auf lange Stücke wie Mäntel, Abendkleider oder Jumpsuits setzt, braucht mehr Stauraum.

Dabei spielt auch die Konfektionsgröße eine Rolle. "Naturgemäß braucht eine Person mit der Konfektionsgröße XS eher weniger Platz als eine Person mit Konfektionsgröße XXL", sagt Grau. Bei vielen kommt aber nicht nur Kleidung in den Schrank: Auch Bettwäsche, Handtücher, dicke Wintermäntel oder der Staubsauger brauchen Platz.

Dazu kommt, dass manches besser gehängt, anderes besser gefaltet und gestapelt wird. Kleider, Kostüme, Anzüge und Blusen bleiben hängend eher faltenfrei. Zur klassischen Liegeware zählen Jeans und Pullover. "Viele vergessen, dass Strickpullover am Bügel schnell länger und unförmig werden und ärgern sich später", erklärt Grau.

Generell sollte man bei der Aufteilung noch mal zwischen den Sachen unterscheiden, die man täglich braucht, und dem Rest. "In den Bereich vom Boden bis zu einer Höhe von etwa 60 Zentimeter gehören Dinge, die nicht täglich gebraucht werden", sagt Birgit Gröger, Geschäftsführerin von meine-moebelmanufaktur.de. Weil es für die meisten Menschen am komfortabelsten ist, gehört in die Höhe ab 60 und bis 170 Zentimeter die Kleidung für den täglichen Bedarf. Die restliche Höhe wird zum Lager für Bettwäsche und Handtücher.

3. Die Details: Welche Art Regale braucht man?

Wie viele Regaleinheiten man einplant, hängt davon ab, wie hoch die Stapel der gefalteten Kleidung werden. So geht Ikea beispielsweise in seiner Planungshilfe für Kleiderschränke davon aus, dass zehn gestapelte T-Shirts in ein Fach von 25 Zentimetern Höhe passen, zehn Hosen oder Pullover brauchen 30 Zentimeter Höhe.

Wer den hängenden Teil des Schranks verkürzen will, um ganz oben oder unten für Schuhe oder Bettwäsche ein Regal einzufügen, sollte bedenken: Lange Kleider plus Bügel kommen durchaus schon mal auf 180 Zentimeter, kurze Kleider noch auf 120 Zentimeter. Wer nur Blusen oder Blazer hat, braucht eine Höhe von 80 Zentimeter plus Bügel, Männer für Hemden und Sakko durchaus 100 Zentimeter. Ikea schlägt für halb gefaltete, hängende Hosen 60 Zentimeter für Frauen beziehungsweise 70 Zentimeter für Männer vor.

Geismann empfiehlt, für eine übliche Garderobe eine Kleiderstange, Ablagefächer und möglichst zwei Schubladen einzuplanen. Die Schubladen sind praktisch für Kleinwäsche wie Unterwäsche, Schals sowie Socken und Strümpfe. Die Ablagefächer bieten Platz für Gefaltetes. "Sie sollten mindestens 30 Zentimeter breit und tief und die Abstände zwischen den Ablageböden variabel einstellbar sein." Zusätzlichen Stauplatz bieten die Innenseiten der Türen. Hier können Schals und Krawatten mit Ringen oder an einer Stange hängen.

4. Der eigene Stil: Braucht man spezielle Extras?

Wer viele Kleider oder Anzüge hat, sollte eine sehr lange oder gleich mehrere Kleiderstangen einplanen. Am besten eine hoch oben und eine in etwa 120 Zentimetern Höhe. "Um besser an den oberen Bereich heranzukommen, kann ein Kleiderlift sinnvoll sein", sagt Gröger. Das ist eine Stange, die sich nach vorne und unten ziehen lässt. Wer Hüte, Mützen, Uhren und sonstige Accessoires sammelt, sollte sich überlegen, ob er ein Fach für Hutboxen einplant.

5. Das weitere Vorgehen: Wie stellt man den Schrank zusammen?

Mit den Maßen und den Ideen zum Kleiderschrank geht es in den Fachhandel, wo man zusammen mit einem Berater den Schrank am Computer aus Einzelteilen baut. Viele Möbelhersteller und Händler bieten diese Möglichkeit inzwischen aber auch für den Einkäufer online an. Man kann sich hier vor dem Besuch im Fachhandel schon ausprobieren oder das Möbel direkt bestellen.

Wichtig ist bei beiden Varianten, den Platz für den Schrank exakt auszumessen. Dafür bieten Hersteller Anleitungen für das sogenannte Aufmaß an, das durchaus seine Tücken hat. So werden Nischen, in die der Schrank passen soll, oft nach hinten zur Wand schmaler. "Daher sollte man den Abstand der Nischenwände immer an drei Stellen ausmessen", erklärt Gröger. Am besten vorne, in der Mitte und hinten an der Wand. Der kleinste Wert entscheidet dann, wie breit der Schrank wird. Auch Dachschrägen sind tückisch, da manche Dächer durchhängen. Hier sollte man ganz genau mit einer Schablone nachmessen. Einige Hersteller fertigen so eine Schablone individuell an und schicken sie zu.

löw/ Jule Zentek, dpa

insgesamt 5 Beiträge
max-mustermann 07.11.2018
1.
Mal wieder schöne "First World Problems" die es hier zu bestaunen gibt. Kleiner Tipp von mir, einfach diesen ganzen Konsumwahn ignorieren und sich auf die Klamotten beschränken die mann wirklich braucht und auch [...]
Mal wieder schöne "First World Problems" die es hier zu bestaunen gibt. Kleiner Tipp von mir, einfach diesen ganzen Konsumwahn ignorieren und sich auf die Klamotten beschränken die mann wirklich braucht und auch tatsächlich anzieht. Damm muss mann sich auch keine Gedanken um die größe des Kleiderschranks machen.
P-Schrauber 07.11.2018
2. Guter Bericht
Im Gegensatz zum Foristen unter #01 ist das ein guter Bericht über ein oft unterschätztes Möbel. Neben der Größenfrage sollte man sogar noch etwas mehr "Luft" im Schrank zwischen den Kleidungsstücken lassen, [...]
Im Gegensatz zum Foristen unter #01 ist das ein guter Bericht über ein oft unterschätztes Möbel. Neben der Größenfrage sollte man sogar noch etwas mehr "Luft" im Schrank zwischen den Kleidungsstücken lassen, damit es im Schrank auch zu einem Luftaustausch kommt und nicht anfängt zu schimmeln. Vor allem bei denjenigen die auch im Winter bei offenen Fenster schlafen und es Tagsüber im Zimmer dann aber wider mollig warm haben möchten. Für die Platzbestimmung an der Wand oder der Ecke reicht ein Zollstock und etwas Papier dann sollte man bei Wänden mit Absätzen in der Wandflucht bzw. Installationsabkleidungen sowie Dachschrägen und Dremplen den betreffenden Grundrissausschnitt im Zimmer und die betreffende Stellwandfläche ausmessen und damit dann zum Tischler, ... oder Möbelhaus gehen. (Zur Not geht das sogar mit einem Maßband). Letzter Tipp: Billige SChränke vermeiden wenn mittelfristig ein Umzug geplant ist, die billigen Produkte lassen sich gut aufbauen bei einer späteren de- und Remontage jedoch geht eigentlich immer was kaputt und lässt sich in der Regel als Ersatzteil nicht mehr nachbestellen. Als Tipp bitte darauf achten dass die Rückwände nicht an den Seitenwänden aufgenagelt sind. max-mustermann: Schön dass sie mit soweing "Klamotten" auskommen, andere nun einmal nicht, wenn da bei Ihnen ggf. Neid aufkommt, bauen Sie sich doch selbst einen, zur Not gehen auch gebrauchte Stahlspinde, die kann man sehr gut aufarbeiten und nach Wunsch beschichten, so was hab ich mir mal im Studium für 20 DM gekauft, der hat gefühlte 10 Umzüge Pannen- und Blessurenfrei überlebt, ich habe und Nutze ihn noch Heute als Abstellscharnk für alles mögliche.
Mesi0013 07.11.2018
3. Schade...
Hätte ne Bildergalerie mit Beispielen gewünscht, für den Ideenhunger...
Hätte ne Bildergalerie mit Beispielen gewünscht, für den Ideenhunger...
Papazaca 08.11.2018
4. Schränke: Ein Riesenproblem in vielen Wohnungen
Danke für den Artikel. Schränke sind oft ein Riesenproblem: Wir haben oft einfach zu viel "Zeug". Das oft in der ganzen Wohnung "rumliegt, steht" etc. Dazu kommt, das Schränke nicht immer gut aussehen, teuer [...]
Danke für den Artikel. Schränke sind oft ein Riesenproblem: Wir haben oft einfach zu viel "Zeug". Das oft in der ganzen Wohnung "rumliegt, steht" etc. Dazu kommt, das Schränke nicht immer gut aussehen, teuer sind und man erstmal den optimalen Platz für sie finden muß. Wenn mich jemand fragen würde, was eines der größten Probleme der Innenrichtung ist, würde ich sagen:Schränke! Insofern ist der Artikel sehr hilfreich. Ein Hauptproblem: Was macht man mit den Riesenflächen des Schrankes, die für fast jeden Raum ein optisches Problem sind? Ein spezieller "Schrankraum"? Oder eingebaute Schranke, bei denen die Türen wie die restlichen Wände aussehen? Und dann muß natürlich mal alle Sachen sichten, berechnen + zusätzlichen Raum für Zukünftiges einplanen. Was aber - wie schon vorgeschlagen - das beste ist: Ausmisten und reduzieren. Dann braucht man auch weniger Schrankraum! Aber das ist ein anderes Thema!
max-mustermann 08.11.2018
5.
Ach was das Gegenteil ist der Fall bei mir kommt bei so manchem ehr Mitleid auf. Habe da so ein paar (weibliche) Fälle im Bekannten/Verwandtenkreis, mehrerer Schränke bis zum bersten vollgestopft und trotzdem angeblich immer [...]
Zitat von P-SchrauberIm Gegensatz zum Foristen unter #01 ist das ein guter Bericht über ein oft unterschätztes Möbel. Neben der Größenfrage sollte man sogar noch etwas mehr "Luft" im Schrank zwischen den Kleidungsstücken lassen, damit es im Schrank auch zu einem Luftaustausch kommt und nicht anfängt zu schimmeln. Vor allem bei denjenigen die auch im Winter bei offenen Fenster schlafen und es Tagsüber im Zimmer dann aber wider mollig warm haben möchten. Für die Platzbestimmung an der Wand oder der Ecke reicht ein Zollstock und etwas Papier dann sollte man bei Wänden mit Absätzen in der Wandflucht bzw. Installationsabkleidungen sowie Dachschrägen und Dremplen den betreffenden Grundrissausschnitt im Zimmer und die betreffende Stellwandfläche ausmessen und damit dann zum Tischler, ... oder Möbelhaus gehen. (Zur Not geht das sogar mit einem Maßband). Letzter Tipp: Billige SChränke vermeiden wenn mittelfristig ein Umzug geplant ist, die billigen Produkte lassen sich gut aufbauen bei einer späteren de- und Remontage jedoch geht eigentlich immer was kaputt und lässt sich in der Regel als Ersatzteil nicht mehr nachbestellen. Als Tipp bitte darauf achten dass die Rückwände nicht an den Seitenwänden aufgenagelt sind. max-mustermann: Schön dass sie mit soweing "Klamotten" auskommen, andere nun einmal nicht, wenn da bei Ihnen ggf. Neid aufkommt, bauen Sie sich doch selbst einen, zur Not gehen auch gebrauchte Stahlspinde, die kann man sehr gut aufarbeiten und nach Wunsch beschichten, so was hab ich mir mal im Studium für 20 DM gekauft, der hat gefühlte 10 Umzüge Pannen- und Blessurenfrei überlebt, ich habe und Nutze ihn noch Heute als Abstellscharnk für alles mögliche.
Ach was das Gegenteil ist der Fall bei mir kommt bei so manchem ehr Mitleid auf. Habe da so ein paar (weibliche) Fälle im Bekannten/Verwandtenkreis, mehrerer Schränke bis zum bersten vollgestopft und trotzdem angeblich immer nichts anzuziehen. Denne können sie ein ganzes Haus voll maßgeschneiderten Schränken hinstellen das wird trotzdem nicht helfen so lange sie nicht die Shoppingsucht im Kopf abstellen können.
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