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Stil

London Fashion Week

... wir geben zurück in die Neunziger!

Bei der Fashion Week in London hat das Label Burberry seinen gefeierten Designer Christopher Bailey verabschiedet - mit einer bunten Streetstyle-Kollektion. Den schönsten Londoner Look wählen Sie am besten selbst.

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Mittwoch, 21.02.2018   04:31 Uhr

Für ganz Eilige: Die Abstimmung finden Sie am Ende des Textes.


Mit einer für Burberry verhältnismäßig bunten Kollektion hat sich der gefeierte Christopher Bailey nach 17 Jahren von dem englischen Label verabschiedet. In einem ehemaligen Busdepot zeigte Bailey eine deutlich verjüngte Kollektion mit Streetstyle-Schwerpunkt: Jogginganzüge, übergroße Hoodies aus Fleece, Plusterröcke, aber auch Capes und die Trenchcoats, für die Burberry bekannt ist.

Karos, Camouflage, Stickereien, Ethnomuster, Lammfell, große Logos: Für seine Abschiedsshow packte Bailey alles zusammen, was irgendwie angesagt ist. Dafür stöberte er viel im Firmenarchiv und blieb offensichtlich bei den Sachen aus den Achtzigern und Neunzigern hängen. Das Ergebnis wirkt teilweise etwas wild, dürfte sich aber gut verkaufen, schon allein weil es Baileys letzte Burberry-Kollektion ist. Außerdem ist da noch dieser Regenbogen.

Das Gay-Pride-Symbol ist eine Hommage an die LGBT-Community. Es findet sich auf Westen, Lederjacken, als Bahn im typischen Burberry-Karo (bis vor Kurzem auf Accessoires verbannt) oder als langer Mantel. Dieser, der letzte Look des Abends, wurde von Cara Delevingne präsentiert: langjähriges Gesicht der Marke, aber inzwischen selten auf dem Laufsteg - und immer noch ein Hingucker.

Bailey brachte Burberry in seinen Jahren als Chefdesigner und zuletzt auch Geschäftsführer modisch, wirtschaftlich und digital deutlich voran: Der Umsatz kletterte von unter einer Milliarde Pfund auf mehr als 2,7 im vergangenen Jahr. Mit seiner Doppelrolle als Kreativer und Manager war er aber wohl überfordert, weswegen 2016 Marco Gobbetti von Céline geholt wurde, um das Geschäftliche zu regeln.

Der scheidende Designer möchte sich nun erst mal mehr um seine Familie kümmern - mit seinem Ehemann hat Bailey zwei Töchter - bevor er entscheidet, wie es weitergeht. Eines ist jedoch sicher, mit ihm ist weiterhin zu rechnen, das hat seine Abschiedskollektion gezeigt. Als Kandidaten für seine Nachfolge gelten: Phoebe Philo, die im Dezember bei Céline aufgehört hat, John Galliano (Maison Margiela), Stuart Vevers (Coach) und vor allem Kim Jones, der mit Louis Vuittons Herrenlinie ähnliches geschafft hat wie Bailey mit Burberry.

Der neue Dreiteiler: Sakko, Hose, Kleid

Spitze, Rüschen, Schleifchen: Simone Rochas neueste Kollektion könnte ziemlich kitschig sein, ist sie aber nicht. Die junge Designerin, bekannt für ihre mädchenhaften Looks, hüllte ihre Models in gerüschten Goldstoff und schwarzen Tüll. Unter den Kleidern waren teilweise weiße Hemdkragen und Anzughosen zu sehen, die Füße steckten in Brogues oder fellbesetzten Slippern.

Die opulenten Kleider waren wie gemacht für die Goldsmiths Hall mit ihren Kronleuchtern, früher der Sitz von Englands Goldschmiedezunft. Zu den stärksten Entwürfen gehörten aber ein zweireihiger Mantel aus rotem Lackleder und ein Schottenkaro-Dress.

Sehr viel schlichter war es bei Jasper Conran. Conrans Kleider funktionieren vor allem über die Schnitte und die Drapierung. Laut sind nur die Farben seiner eleganten Herbstkollektion: Kanariengelb, Froschgrün, Orangerot. Wer es nicht ganz so hell mag, greift zum Komplettlook in Ultramarinblau: langer Plisseerock zu Trainingsjacke und Field Jacket.

Neben hauptsächlich einfarbigen Outfits zeigte Conran, einer der Mitgründer der Londoner Fashion Week, aber auch sehr schöne Farbkombinationen, etwa ein Kleid, das Dunkelbraun mit Olivgrün oder Violett mischt.

Weniger Lametta, bitte!

Erdem Moralioglu nutzte in diesem Jahr die National Portrait Gallery am Trafalgar Square als Bühne für seine Kleider, die er wie so oft mit zauberhaften Blumen verziert hat. Im Winter blühen sie auf Stoffen von schwarz über aubergine bis smaragdblau, die perfekte Leinwand für florale Motive. Dazu trugen viele der Models gepunktete Gesichtsschleier, sicher nicht jedermanns Sache, aber immer edel anzusehen. Aus deren Stoff machte der Kanadier außerdem Leggings, lange Handschuhe, Schals und Capes.

Heraus stachen eine Reihe silberner Outfits. Was als Trägerkleid unter einem karierten Zweireiher und über einer weißen Bluse oder als Rock noch funktioniert, wirkt in der Vollausstattung als tief ausgeschnittenes Volantkleid mit Trompetenärmeln überladen. Beim nächsten Mal bitte weniger Lametta. Insgesamt waren die 47 Entwürfe aber ein eindrucksvoller Beweis, warum Moralioglu als wahrscheinlicher Designer für das Hochzeitskleid von Meghan Markle gehandelt wird.

Jetzt sind Sie an der Reihe: Welcher Look ist Ihr Favorit? Sie sehen zwei Fotos im Vergleich. Klicken Sie auf das Outfit, das Ihnen besser gefällt. Das andere verschwindet, ein neues erscheint - wieder können Sie das Ihrer Meinung nach schönere Outfit anklicken. Am Ende bleibt der Siegerlook übrig.

mit Material von AP

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