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"Lonely Planet Eatlist"

Diese sechs Spezialitäten sollte man in Deutschland gegessen haben

Ein neuer Gastroführer empfiehlt 500 Spezialitäten weltweit. Deutschland ist mit drei Würsten und zwei Backwaren vertreten. Eine weitere Delikatesse finden die Autoren "ziemlich einschüchternd".

imago/ Westend61
Montag, 29.10.2018   18:09 Uhr

500 Spezialitätengerichte hat die Redaktion des "Lonely Planet" identifiziert für ihren Wälzer "Ultimative Foodie-Ziele - Die Top 500 Spezialitäten weltweit und wo man sie isst". Das sind im Mittel 2,6 kulinarische Highlights für jedes einzelne der 193 Länder der Vereinten Nationen. Deutschland ist in dem Buch aber mit sechs Einträgen vertreten. Rein statistisch gesehen trägt es damit überdurchschnittlich viel zur Verbesserung der Weltspeisekarte bei.

Laut "Lonely Planet" liegt die kulinarische Stärke der Bundesrepublik vor allem in der Wurst. Gleich drei Sorten empfehlen die Autoren ihren Lesern - zweimal gebraten, einmal im Wasserbad erhitzt.

Die Bratwurst gehöre seit dem 14. Jahrhundert zu Deutschlands kulinarischen Traditionen, heißt es im Buch. Die Autoren schlagen aber nicht etwa Thüringen oder Nürnberg als Orte des Probierens vor, sondern Berlin: "Halten Sie einen Grillwalker an oder gehen Sie zu 'Konnopke's Imbiß'."

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Deutsche Delikatessen: Wurst und Backwaren

Die Currywurst ist erst 69 Jahre alt, gehört aber schon längst zu den Lieblingsimbissen der Deutschen. Die Kombination aus Brühwurst und roter Currysoße schaffte es 2011 sogar auf eine 45-Cent-Briefmarke der Reihe "In Deutschland zu Hause: Einfallsreichtum - Deutsche Erfindungen". Laut dem Deutschen Currywurst-Museum werden hierzulande jährlich rund 800 Millionen Portionen verspeist. Geht es nach dem Gastronomieführer, dann am besten in Berlin bei "Curry 36" in Kreuzberg. Ob lieber mit oder ohne Naturdarm, diese Frage wird nicht beantwortet.

Fürs Weißwurst-Frühstück schickt der Foodie-Führer seine Leser in die bayerische Landeshauptstadt. Das Münchner Kulturgut sollte demnach idealerweise beim Wallner im Wirtshaus in der Grossmarkthalle gezuzelt werden. Wobei Ungeübte bei der Verköstigung natürlich auch Messer und Gabel zur Hilfe nehmen dürfen. Weniger tolerant sind Münchner Traditionsbetriebe aber bei der Uhrzeit. Serviert werden die Würste nur bis zum Mittagsläuten.

Schweinshaxe: "ziemlich einschüchternd"

Zur Schweinshaxe heißt es im Buch, sie sehe für einen Neuling "ziemlich einschüchternd" aus. Essen soll man sie ausgerechnet im Münchner Hofbräuhaus - als "Grundlage zum Trinken". Wer es dann damit übertreiben sollte, geht am nächsten Morgen einfach nochmal in die Grossmarkthalle. Das Trio Weißwurst, Breze und Weißbier hat schon manchen Über-den-Durst-Trinker wieder nach vorne gebracht.

Die Schwarzwälder Kirschtorte gehört laut "Lonely Planet" im Schwarzwald-Städtchen Triberg genascht: Aus dem dortigen "Café Schäfer" stamme das Originalrezept von 1915. Erfunden wurde die Sahnetorte mit Schuss aber nicht von einem Schäfer, sondern von einem Keller. Ein Konditor mit Vornamen Josef hatte die erste im Caféhaus "Ahrend" in Bad Godesberg gemacht und sein Wissen später in Form eines Rezeptbuchs an seinen Lehrling August Schäfer weitergegeben, der es wiederum seinem Sohn Claus vermachte. Der lebt noch heute davon.

Und wo soll der Leser Glühwein und den typisch deutschen "Weihnachtskuchen" Stollen (ursprünglich ein mittelalterliches Fastengebäck, fad und trocken - bis der Papst ein Machtwort sprach) zu sich nehmen? Antwort: auf dem Dresdner Striezelmarkt. Das ist schon ganz bald wieder möglich: vom 28. November bis Heiligabend.

löw/dpa

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