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Stil

Männermode 2018

Hauteng war gestern

Nach Jahren der engen Schnitte wird es wieder luftiger - oben wie unten. Kragen und Krawatten werden ebenfalls breiter. Der Oversized-Look ist bequem und lässig, hat aber einen entscheidenden Nachteil.

AFP
Montag, 12.02.2018   16:11 Uhr

Chinos und Bundfaltenhosen sind zurück. Letztere haben ein Mehr an Volumen schrittweise eingeführt: Zunächst rutschte die Taille hoch, nun zieht die Fußweite nach. "Sie werden unten weiter und steigern sich nach und nach", sagt René Lang, Präsident des Netzwerks deutscher Mode- und Textildesigner. Das setzt sich obenherum fort: Kragen und Krawatten werden ebenfalls breiter. Darüber tragen Männer am lauen Frühlingsabend Blousons im College- und Bomberjackenstil. Leichte Stoffe wie Nylon machen sie fein und casual.

"Knallenge Looks zeugen nicht mehr von Modernität, wie es vor einigen Jahren der Fall war", sagt André Bangert von der Fachzeitschrift "Textilwirtschaft". Oversized Pullover und Hemden sowie übergroße Sakkos oder weite Anzüge gehören ab Frühjahr in den Kleiderschrank des modebewussten Mannes. "Wer sich damit schwertut, sollte sich zunächst an die weiteren Hosen trauen", rät Bangert.

Jersey und Denim

So kann man eine Bundfaltenhose mit engem Oberteil kombinieren - oder trägt andersherum unten eng und oben weit. "Eine enge Hose zum weiten Sakko betont die männliche V-Linie", erklärt René Lang. Gerade beim Oversized-Look ist das wichtig, denn er ist nicht nur bequem und lässig, sondern trägt leider optisch auch auf - und ist deshalb nicht optimal für kleine, fülligere Männer. Neben den weiten Schnitten laden auch die Stoffe zum Wohlfühlen ein.

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Fotostrecke: Viel Stoff und viel Farbe

"Jersey ist der Stoff der Stunde", betont Bangert. Was man von Jogginghosen und Sweatshirts kennt, wird nun auch beim Anzug und Hemd eingesetzt. "Der Jersey sollte jedoch nicht zu schwer sein, sonst wirkt der Anzug schnell wie ein Bademantel", sagt Bangert.

Neben technischen Materialien bleibt auch Baumwolle beliebt - unter anderem im Denim-Look. Auffällig ist der Materialmix mit Cord oder Leder.

Kräftig und bunt

Blautöne bleiben auch im Frühling und Sommer als Statement-Farbe erhalten. Dazu gesellt sich Beige: "Ob als Hose, kombiniert mit hellblauem Hemd und dunkelblauem Sakko oder Pullover", sagt Petra Schreiber vom Bundesverband Farbe Stil Image. Dazu passen feine braune Schuhe in Velours- oder Glattleder. "Auch als Mantel passt die Farbe Beige super zum minimalistischen Outfit aus schwarzer Hose und schwarzem Rollkragenpullover." Alternativ: "Rosé und Pflaume lassen sich gut zu blauen oder grauen Kleidungsstücken kombinieren", findet Lang. Spannend ist auch ein Tabakton dazu. "Dann sollte man allerdings nicht zu blass sein", sagt Bangert.

Einige Muster der Achtziger und Neunziger feierten schon im Winter ihr Comeback - nun schaffen sie es auch noch in die Frühjahrsmode. "Karos und das klassische Burberry-Muster sind im Trend", berichtet Schreiber. Ob Jacke oder Hose - das gemusterte Kleidungsstück sollte dabei grundsätzlich mit einem einfarbigen Teil kombiniert werden. "Dann wirkt wenigstens auch das Muster." Richtig auffällig wird es dann im Sommer: Kräftig und bunt ersetzt das Pastell des Frühlings. "Beliebt sind dabei florale Prints und das Paisley-Muster", sagt Lang.

Asymmetrisch und unisex

Die Grenzen zwischen den Geschlechtern werden aufgeweicht. "Immer mehr Unisex-Mode kommt", sagt Schreiber. Röcke und Kleider sind ebenfalls wieder in der Männermode zu finden - werden sich aber vermutlich auch 2018 nicht durchsetzen. Ebenso gewöhnungsbedürftig für manchen, und zuletzt ebenfalls bei den Frauen schon hoch im Kurs: Transparentes. Wer sich tatsächlich an durchsichtige Kleidung wagt, sollte darunter aber gepflegt sein, sagt Schreiber.

Aufregend, aber alltagstauglicher sind hingegen asymmetrische Schnitte, Formen und Muster. Das kann vorteilhaft wirken: Bestimmte Körperregionen lassen sich damit kaschieren oder hervorheben. "Alles ist erlaubt, es gibt keine Regeln", fasst Schreiber die Trends zusammen. Ganz gleich, ob es nun modern ist oder nicht - in einem Outfit sollte man sich wohlfühlen.

löw / Jule Zentek, dpa

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