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"Bars des Jahres"

Trinken im Tresor

Berlin ist auch die deutsche Hauptstadt der Bars. Fünf von 17 vergebenen "Mixology Bar Awards" gehen an die Spree. Der beste neue Laden liegt aber in einer anderen Stadt - tief unter der Oberfläche.

DPA
Montag, 08.10.2018   11:27 Uhr

Einen sichereren Ort zum Trinken gibt es wohl kaum: Zwei Stockwerke unter der Oberfläche, in einem alten Banktresor befindet sich das "Jigger & Spoon". Die Stuttgarter Bar hat am Sonntag bei den "Mixology Bar Awards" in Berlin den Titel "Neue Bar des Jahres" für 2019 gewonnen. Deutschlands "Bar des Jahres" wurde das "Velvet" in Berlin-Neukölln. Als Schweizer "Bar des Jahres" wurde "Werk 8" in Basel und als Österreichs "Bar des Jahres" erneut die Bar im Hotel Englhof in Zell am Ziller gekürt.

Insgesamt gab es bei der Preisverleihung 17 Kategorien. Eine Bar bekam sogar zwei Preise: Die "Provocateur Bar" des Provocateur-Hotels in Berlin-Wilmersdorf wurde "Hotelbar des Jahres" und erhielt auch die Auszeichnung fürs "Barteam des Jahres". Nach Berlin gingen auch die Preise für die "Barkarte des Jahres" ("Bar am Steinplatz" in Charlottenburg) und den "Mixologen des Jahres" (Oliver Ebert von der Bar "Becketts Kopf" in Prenzlauer Berg).

"Nach einer gewissen Durststrecke hat sich Berlin dieses Jahr mit fünf Awards deutlich zurückgemeldet", sagte Helmut Adam. Er ist der Herausgeber des Magazins "Mixology - Magazin für Barkultur", das den Preis zum zwölften Mal verliehen hat. Das alle zwei Monate erscheinende Print-Magazin und das Portal "mixology.eu" befassen sich mit flüssigen Trends und Wissenswertem aus der Welt der Tresen.

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"Der Trend geht dahin, dass Barbetriebe wieder altmodischer werden", sagte Jury-Chef Salvatore Calabrese von der Donovan Bar in London dem SPIEGEL. Die Gäste suchten eine Art Zuhause. Bei dem komplexen Handwerk des Bartenders gehe es deshalb nicht einfach nur darum, Getränke zu servieren und ein paar Zutaten irgendwie zusammen zu mischen. Ein guter Bartender versuche für seine Besucher Erlebnisse zu schaffen. "Ein guter Bartender ist ein Künstler", so Calabrese.

Der "Mixologe des Jahres", Oliver Ebert, setzt neben guten Cocktails auf transparente Lieferketten. Gekauft werde nur bei Kleinstunternehmen, sagte Ebert dem SPIEGEL. "Die Betriebe müssen uns nicht nur sagen können, was das für ein Produkt ist, sondern auch wo der Rohstoff herkommt. Am Anfang seien er und sein deutschlandweit unterwegs gewesen, um sich die Produktion anzusehen. Inzwischen arbeite man mit einigen schon seit Jahren zusammen.

"Beste Europäische Bar" in London

Auszeichnungen gingen auch nach Bayern: "Newcomer des Jahres" ist Sven Goller von der Bar "Das schwarze Schaf" im oberfränkischen Bamberg, "Gastgeber des Jahres" wurde Kostas Ignatiadis von der bekannten Bar "Schumann's" in München. Der Preis fürs Lebenswerk ging an Fatih Akerdem, der seit 28 Jahren als Barmanager die Bar im "The Westin Grand Frankfurt" leitet.

"Beste Europäische Bar" wurde zum zweiten Mal in Folge die "American Bar" im Savoy-Hotel in London, der seit Kurzem der deutsche Barmann Maxim Schulte vorsteht. "Beste Neue Europäische Bar" wurde das "Two Schmucks" in Barcelona.

Im Video: Partyszene in Berlin - Feiern in der Metropole

Foto: SPIEGEL TV

löw/ime/dpa

insgesamt 5 Beiträge
olaf77 08.10.2018
1. Hamburg?
Hat meine Perle nichts mehr zu bieten ? Was ist mit dem Le Lion? Geheimtipp? Ich glaube kaum !
Hat meine Perle nichts mehr zu bieten ? Was ist mit dem Le Lion? Geheimtipp? Ich glaube kaum !
10439 08.10.2018
2. Oliver Ebert!
Mit seinen Kreationen immer ein Garant für einen gelungenen Abend. Sehr verdienter Preis!
Mit seinen Kreationen immer ein Garant für einen gelungenen Abend. Sehr verdienter Preis!
Pierre30 09.10.2018
3. Eine Erfindung aus den Jahren der Prohibition,
weil man den in der Badewanne gepantschten Gin pur nicht trinken konnte. Heute ein ungenießbares Zeug für die minderen Geschmacksklassen, Hauptsache süß und klebrig.
weil man den in der Badewanne gepantschten Gin pur nicht trinken konnte. Heute ein ungenießbares Zeug für die minderen Geschmacksklassen, Hauptsache süß und klebrig.
mariomeyer 09.10.2018
4. @Pierre30
Schon mal eine Bar von innen gesehen? Oder geht es Ihnen nur darum, Ihre Ressentiments spazierenzuführen? Oder sind Sie am Ende einer von denen, die eine halbe Stunde am frisch gezogenen Kronkorken schnüffeln, dann zwei Stunden [...]
Schon mal eine Bar von innen gesehen? Oder geht es Ihnen nur darum, Ihre Ressentiments spazierenzuführen? Oder sind Sie am Ende einer von denen, die eine halbe Stunde am frisch gezogenen Kronkorken schnüffeln, dann zwei Stunden mit verzücktem Grinsen vor dem Decanter sitzen, um dem Wein beim Atmen zuzuschauen, und dann oft genug feststellen müssen, dass der edle Tropfen korkt? Falls dem so ist, will ich nichts gesagt haben.
P.Delalande 09.10.2018
5.
Die Prohibition, (welche eigentlich?) hat damit nichts zu tun. Cocktails gab es schon im 19. Jahrhundert und das "Fin de Siècle" gilt, soweit mir bekannt, als die Blütezeit der Cocktails.
Zitat von Pierre30weil man den in der Badewanne gepantschten Gin pur nicht trinken konnte. Heute ein ungenießbares Zeug für die minderen Geschmacksklassen, Hauptsache süß und klebrig.
Die Prohibition, (welche eigentlich?) hat damit nichts zu tun. Cocktails gab es schon im 19. Jahrhundert und das "Fin de Siècle" gilt, soweit mir bekannt, als die Blütezeit der Cocktails.

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