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Stil

Outfits bei den MTV-Awards

Küren Sie den schlimmsten Look!

Die MTV Video Music Awards sind eigentlich ein Fest der Musik, diesmal waren sie aber vor allem ein Festival des schlechten Geschmacks: Strapse und nackte Haut fast überall.

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Dienstag, 21.08.2018   13:08 Uhr

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Die MTV-Awards seien wie "ein typischer Tag im Weißen Haus", scherzte Kevin Hart, einer der Moderatoren der Preisverleihung: "schlechte Sprache, Menschen rennen aufs Klo und twittern verrückte Dinge". In der Aufzählung fehlt außerdem noch "schlechter Geschmack". Der Großteil der in die New Yorker Radio City Music Hall geladenen Popstars und Sternchen verwechselte offensichtlich roten Teppich und Rotlichtviertel - Strapse und nackte Haut so weit das Auge reicht.

Den Anfang machte Teyana Taylor. Die bei Kanye West unter Vertrag stehende Sängerin rahmte ihre Körpermitte zwischen ein tief eingeschnittenes Feinrippunterhemd und eine freizügige Hose im Chaps-Look. Verschlimmert wurde das Outfit nur noch dadurch, dass Dreamdoll (bürgerlicher Name Tabatha Robinson) in die gleiche Nylonbuchse gestiegen war. Beide Damen gingen übrigens ohne Preis nach Hause, wobei Taylor zumindest einen Preis für ihr beachtliches Sixpack verdient hätte.

Nicki Minaj dagegen erhielt eine der Moonman-Statuen. Sie war glücklicherweise nicht für ihr Badeanzug-Outfit von Off-White nominiert, sondern für den Song "Chun-Li". Der Track bescherte ihr dann den Preis in der Kategorie "Bester Hip Hop".

Um den konkurrierte auch Rap-Kollegin Cardi B., die mit zehn Nominierungen die Liste der Preisverdächtigen anführte und immerhin drei Auszeichnungen mitnehmen durfte ("Beste neue Künstlerin", "Beste Zusammenarbeit" und "Bester Song des Sommers"). Ihr purpurnes Samtkleid war allerdings einige Zentimeter zu tief dekolletiert, um als elegant durchzugehen. Immerhin durfte sich ihr Schönheitschirurg über Werbung zur besten Sendezeit freuen.

Genauso unübersehbare Werbung für kosmetische Eingriffe kam von Blac Chyna, neben ihrem Plastikbody hauptsächlich bekannt für Liebschaften mit einem Kardashian-Spross und dem Rapper Tyga. Letzterer begegnete in seiner Denim-Denim-Kombo noch einer weiteren Verflossenen: Instagram-Superstar und Bald-Make-up-Milliardärin Kylie Jenner, im weißen Blazer-Kleid einer der wenigen Lichtblicke des Abends.

Den Vogel abgeschossen hat aber Amber Rose, ihres Zeichens Ex von Kanye West und damit auch irgendwie Teil des Kardashian Klans. Die 34-Jährige kam als Sexteufel in roten Lackstiefeln und Madonna-Gedächtnis-BH. Madonna selbst kam im Ethno-Look mit Stachelkrone und Kreuzgeschmeide. So bizarr wie ihr Outfit war auch ihre Rede zu Ehren der kürzlich verstorbenen Aretha Franklin. Darin ging es viel um die Queen of Pop und wenig um die Queen of Soul.

Die Männer hatten zwar textiltechnisch mehr an, aber keineswegs die Nase vorne. Eine Mischung aus Gesichtstattoos, Prollschmuck und Freizeitkleidung. Kevin Hart flanierte im schwarzen Jogger als Markenbotschafter für Christian Dior, DJ Khaled war die wandelnde Litfaßsäule für Versace, Maluma versuchte sich an der modernen Version eines Ritters in weißer Rüstung, und Bryce Vine scheiterte in Rot und Blau am Versuch zu zeigen, dass Mode auch Spaß machen kann.

Natürlich sahen nicht alle Besucher aus wie auf dem Weg zum diesjährigen "Players Ball". Das Model Karlie Kloss bewies in einem silbernen Ellie-Saab-Kleid: Bling muss nicht billig aussehen. Die Stranger-Things-Hauptdarstellerin Millie Bobby Brown (schlicht, schwarz, schön) scheint mit ihren gerade mal 14 Jahren ebenfalls schon erkannt zu haben, dass mehr nicht immer mehr ist. Sänger Shawn Mendes blieb ebenso bescheiden und überzeugte im dunkelgrünen Zweireiher. Nicht gerade leise aber für einen Rockstar passend war der goldene Überwurf, mit dem Lenny Kravitz seine ansonsten unauffällige Garderobe aufpeppte.

Was meinen Sie? Welcher Look geht gar nicht? Sie sehen zwei Fotos im Vergleich. Klicken Sie auf das Outfit, das Ihnen weniger gefällt. Das andere verschwindet, ein neues erscheint - wieder können Sie das Ihrer Meinung nach schlimmere Outfit anklicken. Am Ende bleibt der schlimmste Look übrig.

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