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Stil

Roter Teppich

Küren Sie Ihren liebsten Oscar-Look!

Die Oscars sollten politisch sein wie noch nie. Genau deshalb gab es keinen Dresscode - die Stars zeigten auf dem roten Teppich, wie bunt und divers ihre Branche ist. Den gewagtesten Auftritt legte ein Mann hin.

Von
Montag, 05.03.2018   08:39 Uhr

Viel war im Vorfeld darüber spekuliert worden, wie politisch es wohl werden würde auf dem roten Teppich vor dem Dolby Theatre in Los Angeles. Im "Time"-Magazine schrieb die US-Komikerin Kathy Griffin: "Hollywood verändert sich, der rote Teppich muss es auch." Ihr Essay ist im Prinzip die längere Version des Hashtags #AskHerMore. Fazit: Schauspielerinnen haben viel zu erzählen, also fragt sie nicht nur, wessen Kleider sie tragen. Das sehen Hollywood-Stylisten schon von Berufs wegen anders. Via "Vogue" konterten sie: Stoffträume sind okay, trotz #MeToo.

Das finden offenbar auch die meisten Hollywood-Stars. Denn bis auf ein paar "Time's Up"-Anstecknadeln war eigentlich alles so wie immer. Kein Black Carpet wie bei den Golden Globes. Das heißt aber nicht, dass es gar keine politischen Statements gab (Danke, Frances McDormand!), oder gar langweilig gewesen wäre.

In Sachen Mode zeigte Hollywood sich wieder einmal von seiner schönsten Seite: verschwenderische Stoffwolken oder strenge Schnitte, funkelnde Colliers und so perfekte Liftings, dass man angesichts einiger Gesichter tatsächlich noch einmal googeln musste, ob die wirklich schon so alt sind, wie man meint.

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Stars auf dem roten Teppich: Die Oscars sind bunt

Überhaupt waren es die älteren Hollywoodstars, deren Auftritte hervorstachen. Jane Fonda sah in ihrer weißen Maßanfertigung von Balmain so frisch aus wie zu besten VHS-Zeiten. Und Helen Mirren brauchte nicht mehr als ein blaues langärmeliges Kleid von Reem Acra und ein paar Saphire um den Hals, um den vielen anderen Schönheiten vor dem Dolby Theatre die Schau zu stehlen.

Später auf der Bühne legte dann die 86-jährige Rita Moreno einen ziemlich coolen Auftritt hin. Obwohl sie etwas machte, das eigentlich Tabu ist bei solchen Veranstaltungen. Die Schauspielerin trug ein Kleid, das sie schon einmal zu den Oscars anhatte. Ihren schwarz-goldenen Dress hatte sie 1962 von einem Schneider in Manila aus einem Stoff machen lassen, aus dem normalerweise Kimonos gefertigt werden. Darin bekam sie dann vor 56 Jahren ihren Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in "West Side Story".

Wer sonst noch glänzte? Lupita Nyong'o, Jennifer Lawrence, Gal Gadot und Sandra Bullock. Alle vier entschieden sich für den Metallic-Look und funkelten golden wie die Oscar-Statuen. Ansonsten waren Blau, Weiß und Rot die beliebtesten Farben.

Und bei den Männern?

Bei den Männern ging es wie immer sehr viel unspektakulärer zu. Klar gab es ein paar Farbtupfer. Daniel Kaluuya machte eine gute Figur in hellbraunem Samt, Armie Hammer entschied sich für den gleichen Stoff, aber in Rot - hinreißend. Darrell Britt-Gibson hingegen übertrieb es ein wenig in seinem Smoking aus rosa Seide.

Doch der Einzige, der sich wirklich etwas traute, war Adam Rippon. Sein Outfit war der Showstopper. Zwischen all den schwarzen Tuxedos ist es für Männer zwar ohnehin leicht aufzufallen. Doch statt für ein bisschen Farbe entschied sich Rippon für die Moschino-Variante eines Smokings: Die Schultern ausgeschnitten und betont durch schwarze Lederträger.

"Cold shoulder detail" nennt das Moschino-Designer Jeremy Scott. Zur kalten Schulter kombinierte Adam Rippon ein Ledergeschirr, das er über seiner Hemdbrust trug. Passend zum Fetisch-Look war auch seine Fliege aus Leder. Ab dem Kummerbund war dann alles wieder klassisch.

Dressed to impress in @moschino. Getting ready for the Oscars with @accessonline! Huge thank you to the brill, beautiful, and kind, @itsjeremyscott ����‍♂️

Ein Beitrag geteilt von Adam Rippon (@adaripp) am

Twitter und Instagram waren begeistert, kaum ein US-Medium, das nicht über Rippons Outfit schreibt. Seit den olympischen Winterspielen in Peyongchang ist der Eiskunstläufer bekannt für mutige Auftritte. In Südkorea präsentierte er sich als stolzer Schwuler (und gewann außerdem eine Bronzemedaille). Seitdem ist der 28-Jährige für viele nicht nur sportlich ein Sieger.

Was meinen Sie? Wer ist Ihr Gewinner? Stimmen Sie ab. Und so geht's: Sie sehen zwei Fotos im Vergleich. Klicken Sie auf das Outfit, das Ihnen besser gefällt. Das andere verschwindet, ein neues erscheint - wieder können Sie das Ihrer Meinung nach schönere anklicken. Am Ende bleibt der Sieger-Look übrig.

insgesamt 4 Beiträge
dasfred 05.03.2018
1. Mal ein witziges Outfit
Mir gefällt Adam Rippon im Moschino Anzug mit Harness ausgesprochen gut. Diese Fetisch Anspielung weicht endlich mal deutlich vom Uniform look der Kollegen ab und spielt mit sexuellen Reizen ohne Haut zu zeigen. Aber auch die [...]
Mir gefällt Adam Rippon im Moschino Anzug mit Harness ausgesprochen gut. Diese Fetisch Anspielung weicht endlich mal deutlich vom Uniform look der Kollegen ab und spielt mit sexuellen Reizen ohne Haut zu zeigen. Aber auch die Damen haben sich zum größten Teil exzellent beraten lassen.
Papazaca 05.03.2018
2. Immer schön ernst bleiben und die Fassung bewahren
Lupita Nyong'o sah für mich am besten aus, auch ihre Robe konnte das nicht verhindern. Jane Fonda in Balmain gefiel mir. Und Helen Mirren war klassisch, schon fast zu zurückgenommen. Aber im großen und ganzen gab es schon [...]
Lupita Nyong'o sah für mich am besten aus, auch ihre Robe konnte das nicht verhindern. Jane Fonda in Balmain gefiel mir. Und Helen Mirren war klassisch, schon fast zu zurückgenommen. Aber im großen und ganzen gab es schon viel, na ja, wie kann man es höflich ausdrücken, sagen wir es mal so: "Modische Missverständnisse". Aber es ist ja tröstlich, das große Stars vor geschmacklichen Risiken nicht sicher sind. Besser höflich sein und über das Wetter sprechen. Übrigens, heute ist fast ein frühlingshafter Tag!
bolonch 05.03.2018
3. Ganz ehrlich ...
... wer interessiert sich für Männeroutfits?
... wer interessiert sich für Männeroutfits?
Papazaca 06.03.2018
4. Sie haben recht, ....
aber Männer sind auch Menschen. (Mehr oder weniger..) Und sie ziehen sich auch was an. Besser oder weniger gut. Aber Sie haben natürlich recht: In der Regel sind sie langweilig angezogen. Deshalb sind Männer diesmal - [...]
Zitat von bolonch... wer interessiert sich für Männeroutfits?
aber Männer sind auch Menschen. (Mehr oder weniger..) Und sie ziehen sich auch was an. Besser oder weniger gut. Aber Sie haben natürlich recht: In der Regel sind sie langweilig angezogen. Deshalb sind Männer diesmal - ausnahmsweise - benachteiligt, bzw. benachteiligen sich die Männer selber ...
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