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Stil

Haute Couture

Küren Sie den schönsten Look!

Märchenhafte Roben, aber auch wohltuend zurückhaltende Entwürfe. Zum Ende der Pariser Schauen zeigten die Designer noch mal eine Explosion an Farben und Formen. Welches Outfit ist Ihr Favorit?

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Donnerstag, 25.01.2018   15:55 Uhr

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Jean Paul Gaultier ist bekannt für seine flippigen, futuristischen Outfits. Sein ikonischer BH für Madonna oder die Kostüme für den Film "Das fünfte Element" haben auch nach 20 Jahren noch viele Menschen vor Augen. In Paris zeigte der Designer am Mittwoch vor einer Leinwand mit psychedelischen Animationen eine von Mustern und dynamischen Schnitten geprägte Kollektion. Wie schon bei Dior zu Beginn der Woche waren Schwarz und Weiß die dominanten Farben. Einzelne Looks in Grün, Rot, Gelb oder Gold sorgten zumindest für ein paar farbliche Akzente, gehörten aber nicht zu den stärksten Teilen der Kollektion.

Vorlage vieler Designs waren die geometrischen Entwürfe von Pierre Cardin aus den Sechzigern: Ein schwarz-weiß gestreiftes Kleid aus Crêpe Satin, getragen zu einer korrespondierenden Strumpfhose war ganz eindeutig ein Verweis auf die Raumfahrer-Ästhetik des 95-Jährigen, der als Ehrengast in der ersten Reihe saß. Cardins berühmtes Bubble Dress interpretierte Gaultier als Kleid mit einem zerschnittenen Rockteil.

Cardin selbst fand die Hommage gelungen, aber einen Tick zu dramatisch: "Es war kreativ, aber auch sehr theatralisch", sagte der Altmeister - und fügte hinzu: "Ich bin sehr stolz auf ihn." Viel mehr Lob kann man aus dem Mund des für seine scharfe Zunge bekannten Designers wohl nicht erwarten.

Bei Valentino fiel die Würdigung sehr viel deutlicher aus. Pierpaolo Piccioli wurde mit Standing Ovations für seine Ideen gefeiert - in Paris eine Seltenheit. Zuvor hatte der Italiener seine Gäste - darunter Firmengründer Valentino Garavani und Donatella Versace - mit einer vergleichsweise schlichten Kollektion aus Abendkleidern und eleganten Tagesoutfits vom Hocker gehauen.

Für Knalleffekte sorgten ausladende Hüte aus bunten Straußenfedern (gestaltet von Philip Treacy) und große Schleifen an Hals oder Taille. Ansonsten zeugten die Kleider von einem angenehmen Understatement. Sie sind gemacht für den großen Auftritt, aber nicht schrill oder prinzessinnenhaft. Nur drei der insgesamt 51 Looks wirkten überladen. Geplusterte Ärmel und Kragen, teilweise noch kombiniert mit großflächigen Blumenmustern, waren dann doch nur Bombast.

Respekt gebührt Piccioli nicht nur für sein sublimes Kunstwerk aus Pastellfarben und Naturtönen, sondern auch für die Tatsache, dass er jedes Teil der Kollektion nach der Person benannt hat, die es geschaffen hat. Er hasse es, wenn diese Menschen nach Tradition der Pariser Ateliers als "petite mains" (kleine Hände) bezeichnet würden, sagte er der "Vogue" nach der Schau. "Das sind keine Hände, das sind Menschen."

Wessen Hände die märchenhaften Roben von Guo Pei hergestellt haben, ist nicht überliefert. Bekannt ist jedoch, dass allein für die Stickereien an dem legendären Rihanna-Kleid mit riesiger Schleppe 50.000 Stunden Handarbeit draufgingen. Man kann sich also ausmalen, wie viel Arbeitszeit in den Entwürfen der chinesischen Designer steckt, die in diesem Jahr als Gast in Paris gezeigt wurden.

Doch viel hilft nicht immer viel. Die Kreationen sind zwar auf den ersten Blick schön anzusehen, wirken bei näherer Betrachtung aber so verschwenderisch mit Zierrat versehen, dass einzelne Details gar nicht mehr zur Geltung kommen. Oberteile versieht Guo Pei mit Gold, Silber, verschiedenfarbigen Schmucksteinen und auch noch Applikationen; die Plateausohlen ihrer Schuhe sind transparent, ausgehöhlt und teilweise noch mit Kristallen beklebt. Das alles zeugt von einer großen Kreativität und Kunstfertigkeit, ist für das Auge aber in der Summe etwas anstrengend.

Was meinen Sie? Welcher Look ist Ihr Favorit? Sie sehen zwei Fotos im Vergleich. Klicken Sie auf das Outfit, das Ihnen besser gefällt. Das andere verschwindet, ein neues erscheint - wieder können Sie das Ihrer Meinung nach schönere Outfit anklicken. Am Ende bleibt der Siegerlook übrig.

mit Material von AP

insgesamt 2 Beiträge
dasfred 26.01.2018
1. Meine Wahl traf das farbenfrohe Minikleid
Ich muss sagen, in meinem Alter hat man schon viel gesehen, da achte ich eher auf harmonische Proportionen. Großflächige Muster sind nicht mein Fall, da sie oft von der Trägerin ablenken. Die bestbewerteten Roben eigenen sich [...]
Ich muss sagen, in meinem Alter hat man schon viel gesehen, da achte ich eher auf harmonische Proportionen. Großflächige Muster sind nicht mein Fall, da sie oft von der Trägerin ablenken. Die bestbewerteten Roben eigenen sich eigentlich nur für den einmaligen großen Auftritt.
lupo62 27.01.2018
2.
Die Creationen der Haute Couture haben mit dem, was bei H&M im Regal hängt, kaum mehr etwas zu tun. Das liegt schon daran, dass die Pariser Models und Lieschen Müller sich in ihren Maßen erheblich unterscheiden und die [...]
Die Creationen der Haute Couture haben mit dem, was bei H&M im Regal hängt, kaum mehr etwas zu tun. Das liegt schon daran, dass die Pariser Models und Lieschen Müller sich in ihren Maßen erheblich unterscheiden und die meisten Creationen von letzterer schon deshalb allenfalls als Karnevalskostüm zu gebrauchen wären.

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