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Rezept für BBQ-Roulade mit Mango-Papaya-Salat

Gerollt, gegrillt, gegessen

Mutige stehen schon seit Wochen am Rost, der Rest der BBQ-Nation denkt jetzt Anfang Mai ans Angrillen. Das unterstützen wir gerne mit Grillbuchtipps - und einem aufgerollten Rinderfilet über der Glut.

Peter Wagner/ Foodbild
Von Hobbykoch
Samstag, 05.05.2018   15:33 Uhr

Die Roste entrostet, die Insekten in den Grillwannenritzen vertrieben, die Gas- oder Elektro-Anschlüsse sorgfältig auf Funktion getestet und die Heber und Zangen sauber aus der Spülmaschine geholt? Prima, dann kann es endlich losgehen. Und wenn nach den ersten Bratwürsten mit Nudelsalat und Schwenknacken mit Falterbrot langsam die Ideen ausgehen, helfen Grillkochbücher weiter. Nach der Veröffentlichungsschwemme der beiden letzten Jahre in diesem Genre ist es etwas ruhiger geworden, aber ein paar brauchbare neue Titel stehen aktuell im Handel.

Das spannendste BBQ-Buch des Jahres ist ohne Zweifel: "Japanisch Grillen: Yakitori - Yakiniku - Koreanisches BBQ - Izakaya" des schwedischen Autors Jonas Cramby, der für die Recherchen zu dieser kulinarischen Entdeckungstour viele Wochen durch Japan und Korea reiste. Grillsportgeräte, Kohlesorten, Messer, Garzeiten und Marinaden unterscheiden sich erheblich von unseren westlichen Gepflogenheiten, sind aber im Rahmen der im Buch gezeigten Rezepte hierzulande durchaus nachgrillbar. Interessant auch die vielen kleinen Geschichten, die der Autor am Wegesrand aufsammelte, sowie die sehr gut aufbereitete Küchenpraxis mit vielen Fotos, auf denen tatsächlich gegrillt wird.

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Jonas Cramby:
Japanisch Grillen

Yakitori - Yakiniku - Koreanisches BBQ - Izakaya

Hädecke Verlag; 176 Seiten; 26 Euro

Dass dieser Fakt überhaupt erwähnenswert ist, wirft kein besonders gutes Licht auf die restlichen Neuerscheinungen im BBQ-Segment: Weder bei Manuel Weyers "Süß Grillen" noch bei "Ja, ich Grill!" von Guido Schmelich ist jenseits von ein paar Mood-Bildern an den Kapitelanfängen irgendwo auf den Foodfotos ein Grill auch nur von Weitem zu sehen. Das ist in etwa so authentisch, als würde man Ratgeberbücher wie "Schneller Radeln" oder "Ja, ich segle!" komplett ohne Fahrräder oder Segelboote illustrieren.

Das schmälert natürlich nicht den Wert der gezeigten Rezepte an sich. Vor allem das Süßgrillbuch kann mit seinen witzigen bis abartig leckeren Desserts jede Grillparty erheblich bereichern. Auch Details wie der ausführliche Craftbeerguide und Ideen wie Ente à l'Orange, Saltimbocca oder Austern vom Schmelich-Rost geben delikate Impulse. Andererseits wird dann das Pulled Pork mit einem Berg scharf-muffiger, kulinarisch hier völlig sinnfreier Sprossen zugeworfen - offenbar nur, weil der Fotograf dachte: "Ja, ich will … noch ein paar grüne Farbtupfer haben."

Wer glaubt schon einem Grillbuch ohne Grills?

Dennoch: Das Glaubwürdigkeitsproblem bleibt, und kann in Zeiten der unbegrenzten Verfügbarkeit kostenloser Rezepte im Web und den Sozialen Medien dem wirtschaftlich ohnehin angegriffenen Sujet "Kochbuch" den Todesstoß versetzen. Selbst wenn die meisten in diesen Büchern gezeigten Hauptkomponenten während der Foodfotosession tatsächlich gegrillt sein sollten (fehlende oder extrem künstlich wirkende Branding-Streifen auf vielen Bildern sprechen eine andere Sprache…), darf der Käufer zu Recht erwarten, zumindest auf einigen Step-Fotos echten Rauch und echte Glut unter dem Grillgut zu sehen.

Fotostrecke

BBQ-Rouladenschaschlik: Gerollter Fleisch-Trick mit leichter Beilage

Dass es auch anders geht, zeigt die zu Recht nach wie vor an der Spitze der Auflagen-Hitlisten stehende "Weber's"-Buchreihe. Bis hinunter zu dem aktuellen 80-Seiten-Heftchen "Weber's Streetfood aus aller Welt", in dem Amerikas BBQ-Gott Jamie Purviance speichelflussfördernde Rezepte der Straßenküchen des Orients, Asiens, Europas, Lateinamerikas und der USA mit vielen "echten" Step-Fotos und Grill-Zubereitungstricks bebildert.

Wer noch weitere Ideen für Grillbeilagen sucht, die so leicht sind, dass man einen Nacken mehr auf den Rost legen darf, wird bei Kathryn Brutons "Skinny Salads: Leichte Salate unter 300 Kalorien" fündig. Die irische Autorin grillt auch von Lammköfte bis Miniromasalat alles Mögliche, im Fokus aber stehen Dutzende superleckere und stets das Hüftgold nicht vermehrende Salatideen.

Auch unser diesjähriges Angrillen in er Hobbyküche soll nicht allzu mächtig ausfallen, weswegen wir uns auf einen kleinen BBQ-Trick beim Fleisch und einen herrlich frischen, sättigenden, und ganz im "Skinny"-Sinn leichten Beilagensalat konzentrieren. Das Fleisch unseres "BBQ-Rouladenschaschlik mit Mango-Papaya-Salat" kommt nach dieser Prozedur sehr saftig und von innen herzhaft gewürzt vom Rost und benötigt deshalb keinerlei Grillsaucenbeigaben.

insgesamt 8 Beiträge
dasfred 05.05.2018
1. Kann man abgehangenes Rinderfilet so hassen,
dass man es zerstückelt, tot würzt, mit Speck belegt und dem Feuer übergibt. Da ist das Fleisch zweimal gestorben. Der Salat ist ja noch vertretbar, wenngleich ich diese Stifte nicht für die beste Form des Zuschnittes halte. [...]
dass man es zerstückelt, tot würzt, mit Speck belegt und dem Feuer übergibt. Da ist das Fleisch zweimal gestorben. Der Salat ist ja noch vertretbar, wenngleich ich diese Stifte nicht für die beste Form des Zuschnittes halte. Einfach kein gutes Mundgefühl.
newline 05.05.2018
2. Es täte mir leid,
ein schönes Rinderfilet so zu zerschneiden. Für BBQ-Rouladen lassen sich bessere und günstigere Teile finden.
ein schönes Rinderfilet so zu zerschneiden. Für BBQ-Rouladen lassen sich bessere und günstigere Teile finden.
thousandguitars 05.05.2018
3. Schischi...
Oha, mal wieder so viel Gedöns. Astreines Fleisch würde ich immer möglichst unverfälscht haben wollen. Warum sollte ich ein Lebensmittel, welches einen großartigen Eigengeschmack hat, mit allerlei Schnickschnack [...]
Oha, mal wieder so viel Gedöns. Astreines Fleisch würde ich immer möglichst unverfälscht haben wollen. Warum sollte ich ein Lebensmittel, welches einen großartigen Eigengeschmack hat, mit allerlei Schnickschnack niederdrücken oder gar demütigen? Gute Dinge sollten ihre identitäre Eigenständigkeit behalten. Btw... Ich hatte mal das Glück, bei einer Kindergartenfeier in HH anwesend sein zu dürfen, für deren Verköstigung Eckart Witzigmann begeistert werden konnte. Und er kochte für uns alle einen Steckrübeneintopf!
Lankoron 06.05.2018
4. Wer um Himmels Willen
kauft denn ein herausragendes Stück Fleisch für 50 und mehr Euro, um es anschließend mit Speck, scharfen Gewürzen und anderem Zeug völlig seines Eigengeschmacks zu berauben, um es dann zu Tode zu grillen? Und es mit einem [...]
kauft denn ein herausragendes Stück Fleisch für 50 und mehr Euro, um es anschließend mit Speck, scharfen Gewürzen und anderem Zeug völlig seines Eigengeschmacks zu berauben, um es dann zu Tode zu grillen? Und es mit einem süssen Salat und einem traurigen Rotweinverschnitt dann völlig seiner Identität zu berauben? Es wäre vielleicht einfacher gewesen, den 100-Euro-Schein gleich als Grillanzünder zu verwenden.
gourmet?gourmand? 06.05.2018
5. Das arme Filet
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Bei der Schnittführung tuns auch Streifen aus der Huft. Den Salat finde ich toll. Damit, falls irgendjemand tatsächlich Filet verwenden sollte, dieses nicht faserig werden soll, [...]
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Bei der Schnittführung tuns auch Streifen aus der Huft. Den Salat finde ich toll. Damit, falls irgendjemand tatsächlich Filet verwenden sollte, dieses nicht faserig werden soll, dürfte es ja lediglich zart vom Feuer geküsst werden. Mit dieser Würzmischung sehe ich da eher einen reinsortigen Cabernet Sauvignon aus Chile mit seiner grossartigen Fruchtigkeit, aber eher weniger Struktur. Wenn's denn unbedingt rot sein muss. Denn der, egal ob strukturiert oder nicht, versteht sich nicht so gut mit dem Salat. Die Erkenntnis hatte Herr Wagner, allein die Konsequenz blieb aus. Wie wäre es mit einem Sauvignon Blanc aus Südafrika oder Neuseeland? Der harmoniert nicht nur mit dem Salat allerbesten, sondern auch mit dem im Fleisch einmontierten Speck.

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