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Stil

Paris Fashion Week

Begegnung der modischen Art

Niemand malt schöner schwarz als Rick Owens. Der Modedesigner hat in Paris eine bizarre Alien-Modenschau veranstaltet. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich unter der Maskerade Finesse und Schönheit.

AFP

Modenschau des Designer Rick Owens

Von
Freitag, 01.03.2019   14:27 Uhr

Die Entwürfe des Modedesigners Rick Owens sind einfach von einem anderen Stern. Das zeigte sich am Donnerstagabend in Paris. In dieser Saison ließ sich der Kalifornier von dem 2001 verstorbenen Designer Larry LeGaspi inspirieren. In dessen Skizzenbuch entstanden einst die nietenbesetzten Lederkluften von Kiss, die futuristischen Bühnenoutfits des Soultrios Labelle und die Kostüme, die Grace Jones zur Superwoman machten.

LeGaspis Archiv wiederum fiel vor einigen Jahren Rick Owens in die Hände. Vor lauter Bewunderung machte er es sich zur Aufgabe, den Namen Larry LeGaspi wieder bekannt zu machen. Ein ungewöhnlicher Zug in einer Branche, die so schnelllebig ist und so abhängig von Namen. Aber Rick Owens ist eben auch kein gewöhnlicher Designer. Das fängt schon beim Make-up seiner Models an.

Was da im Pariser Palais De Tokyo über die Bühne ging, war fast eine Begegnung der dritten Art. Pechschwarze Kontaktlinsen und krallenlange Kunstfingernägel waren noch die harmlosesten Requisiten, die verwendet wurden. Mit Latexmasken, Gesichtsprothesen und Hörnern wurden die Models in eine Fantasiewelt gebeamt, in der missglückte genetische Experimente eines der kleineren Probleme sein dürften.

Wer sich jedoch von der Maskerade nicht ablenken ließ; konnte eine äußerst gelungene Kollektion sehen: Es ging los mit einem schwarzen Blazer mit ausgeformter Schulterpartie, wie es sie zurzeit bei vielen Designern gibt. Dazu trug das Model zwar nur einen Body mit Drapage und - Gene Simmons lässt grüßen - Plateaustiefel, aber es handelt sich ja auch nur um einen Vorschlag für ein Outfit. Der Blazer alleine, vollkommen tragbar. Das ist keine Selbstverständlichkeit bei Owens.

Es folgten ein paar Mäntel in braun, grau und rot. Bis auf die großen aufgesetzten Taschen an einigen Modellen allesamt unauffällig und sicher eine Investition wert. Spannender wurde es bei den silbrig schimmernden Felljacken, deren Nähte Owens nach außen hat setzen lassen. Bei manchen wächst die Schulterpartie fast zu kleinen Flügeln heran.

Als Accessoires dienen bis zum Ellenbogen reichende Handschuhe aus Leder, an deren Stulpen Reißverschlusstaschen angenäht sind. Vor Laser- und Sonnenstrahlen schützen Visor-Sonnenbrillen.

Und für den Abend, auf welchem Planeten auch immer, hat Owens elegante Wickelkleider in dunkelrot, schwarz und aubergine designt. Ganz zum Schluss sind auch noch drei Etuikleider zu sehen. Natürlich wurde der Klassiker für diesen Rahmen entsprechend angepasst: fein drapierte Stofffalten akzentuieren die Schulterpartie und sorgen für eine schmale Taille. So sexy kann die Apokalypse sein.

insgesamt 2 Beiträge
Gwylim 01.03.2019
1. Dekandent
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser "Designer" auch nicht von dieser Welt ist. Oder ist dies einfach eine Art von Dekadenz?
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser "Designer" auch nicht von dieser Welt ist. Oder ist dies einfach eine Art von Dekadenz?
h.hass 02.03.2019
2.
Mir unerklärlich, was solche Modenschauen überhaupt sollen. Wer zieht denn dieses bizarre Zeug an? Der ganze Modezirkus ist doch nur noch eine dekadente Freakshow.
Mir unerklärlich, was solche Modenschauen überhaupt sollen. Wer zieht denn dieses bizarre Zeug an? Der ganze Modezirkus ist doch nur noch eine dekadente Freakshow.
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