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Stil

Toilettenhäuschen in Japan

Stilvolle Örtchen

Die meisten von uns besuchen öffentliche Toiletten nur, wenn es sein muss - der japanische Fotograf Hidefumi Nakamura sucht sie sogar. Auf seinem Instagram-Account zeigt er architektonische Schätze.

Hidefumi Nakamura
Von
Montag, 01.10.2018   15:05 Uhr

Klopapier auf dem Boden, der Seifenspender leer, die Wände bekritzelt, die Luft schlecht: Öffentliche Toiletten wirken meist nicht besonders einladend - und doch muss sie jeder einmal aufsuchen. In Japan findet man allerdings Klohäuschen, die dem Eindruck dieser verschmutzen Kabinen nicht entsprechen, zumindest von außen begrüßen sie mit einem positiveren Bild.

Seit 2017 fotografiert Hidefumi Nakamura freistehende öffentliche Toiletten in Japan - vor allem in Tokio. Sie befinden sich in Parks, vor Bahnhofsgebäuden, auf Plätzen oder in Wohngebieten. Es gibt sie als holzvertäfelte Hütten, mit Gemälden am Eingang oder mit Zeltdach in Kirchturmoptik.

Manche sind klein, andere bunt bemalt, einige modern, andere so gestaltet, dass sie sich in die Umgebung einfügen. Es sind kleine architektonische Schmuckstücke inmitten der Stadt. Laut dem Nakamura sind sie einfach zu finden - so viele gibt es von ihnen. Auf seinem Instagram-Account hat er bislang mehr als 200 Klohäuschen dokumentiert.

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Öffentliche Toiletten in Japan: Hokus Lokus

Was Nakamura gerade an WCs fasziniert? "Ich betrachte sie als Gebäude. Ich finde es spannend, wie vielfältig sie sind." Jedes habe eine einzigartige Architektur, die er festhalten möchte.

Von außen sehen die Toiletten toll aus, doch wie ist es von innen? Das will Nakamura auf seinen Bildern nicht zeigen, ihm gehe es nur um die äußere Gestaltung. "Es ist aber wohl auch nicht anders als in Deutschland", sagt er.

Auch wenn Japans Toilettenkultur eigentlich hoch entwickelt ist: Es gibt Hightech-Klos mit Fernbedienung, beheizte Klobrillen und Musikbeschallung. Doch laut Nakamura ist das eher selten in den öffentlichen Toiletten zu finden.

Sein Projekt ist für ihn noch längst nicht beendet: Selbst in Tokio gebe es noch unzählige Klos, die er gerne ablichten würde.

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