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Freitag, 01.03.2019   10:59 Uhr

Die Fünf-drei-Regel

Wie Sie ganz einfach ausmisten

Die äußere Ordnung beeinflusst die innere Haltung. Deshalb weg mit dem Krempel. Hier lernen Sie, regelmäßig zu entrümpeln - ohne daraus eine Wissenschaft zu machen.

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SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Coaching entwickelt, mit dem Sie das Beste aus Ihren vier Wänden machen. Im zweiten Teil lernen Sie, wie Sie sich von überflüssigen Dingen trennen, und wie Sie ihren Hausrat in Zukunft überschaubar halten. Viel Spaß!

Getty Images

Wir haben zu viel Zeug. Und das macht selbst die wohnlichsten Räume unruhig und ungemütlich. Deshalb waren Ausmisten und Wegschmeißen schon bewährte Mittel bei der Bessergestaltung von Wohnraum, lange bevor Ratgeber im Stil der japanischen Aufräumberaterin Marie Kondo Verkaufsschlager wurden.

Dass wir uns bereits in der zweiten Woche des Coachings mit diesem Thema beschäftigen, hat vor allem einen Grund: Das Weggeben und Ausrangieren von Dingen ist oft der simpelste und preisgünstigste Schritt, um eine Wohnung oder ein Haus wohnlicher zu machen - und mehr Ruhe und Ordnung zu schaffen.

Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass äußere Ordnung auch zu Wohlbefinden führt, zumindest in Maßen. Um das Aufräumen besser angehen zu können, erhalten Sie auch in dieser Woche wieder zwei Aufgaben: eine ist für Anfänger in Sachen Wohngestaltung, die andere für Fortgeschrittene.

Für Anfänger: Drei, zwei, eins, keins

Laufen Sie diese Woche jeden Tag fünf Minuten lang durch Ihre Wohnung und sortieren Sie drei Dinge aus. Es können Kleinigkeiten wie alte Zeitschriften, kaputte Geräte oder Teller mit "Macken" sein, es kann aber auch schon ein kleines Möbelstück oder ein Einrichtungsgegenstand sein, z.B. ein Hocker, Beistelltisch oder Zeitungsständer, der Ihnen nicht mehr gefällt. Nehmen Sie für diese Ausmist-Minuten ruhig auch noch mal Ihre Wohnungsfotos mit den Schmuddel- und Düsterecken aus der vergangenen Woche zur Hilfe.

Sie werden sehen: Während es anfangs noch recht schwer ist, sich von Sachen zu trennen, wird durch die tägliche Routine das Wegwerfen einfacher. So trennen Sie sich nach und nach von Dingen, mit denen Sie sich gar nicht mehr wohlfühlen.

Für Fortgeschrittene: Tiefenordnung, bitte

Wer gern und sehr bewusst sein Haus einrichtet, hält in den wichtigsten Zimmern meist eine gewisse Ordnung. Anders sieht es allerdings im Keller oder auf dem Dachboden aus. Nehmen Sie sich deshalb einen dieser Stauräume vor: Misten Sie jeden Tag fünf Dinge aus dem Keller oder vom Dachboden aus. Tun Sie das die ganze Woche über. Sie werden sehen, dass das Ausrangieren im Keller Ihnen nicht nur hilft, Platz zu schaffen. Sie werden auch oben im Wohnbereich einen kritischeren Blick auf Ihre Sachen werfen - und eher bemerken, welche Sachen Sie eventuell nicht mehr brauchen oder weggeben wollen.

Unsere Expertin

Dr. Barbara Perfahl hat dieses Wohn-Wohlfühl-Coaching gemeinsam mit dem Team von SPIEGEL WISSEN entwickelt. Sie ist Wohnpsychologin, Beraterin und hat eine eigene Home-Staging-Firma. In ihrem Buch "Ein Zuhause für die Seele. In fünf Schritten zum Wohlfühl-Zuhause" macht sie zahlreiche Angebote, wie Menschen ihre Wohnbedürfnisse besser verstehen und sich danach einrichten. Gleichzeitig hat sie auch einen Onlinekurs zum Thema Einrichten auf ihrer Website.

Wichtig: Ausmisten und dann sofort alles wegschmeißen ist zwar befriedigend, aus Gründen der Nachhaltigkeit aber nicht empfehlenswert. Wenn Sie können, bringen Sie die ausrangierten Sachen in ein Sozialkaufhaus oder werfen sie diese in den Altkleidercontainer. Falls Sie allerdings ein sehr unordentlicher Mensch sind, kann es sein, dass das "für die Altkleidersammlung ausmisten" Sie überfordert, weil Sie dann letztlich nur eine neue Kiste mit Kram irgendwo stehen lassen. Erlauben Sie sich dann, zumindest kaputte Dinge oder fleckige Klamotten wirklich wegzuwerfen. Oder stellen Sie eine Kiste mit Zeug vors Haus oder in den Hausflur - oft sind die Sachen dann erstaunlich schnell weg.

Wenn Sie während dieser Woche bemerken, dass Ihnen das Ausmisten gut tut und dass es den Wohlfühlfaktor in Ihrer Wohnung erhöht, können Sie die Drei-Dinge-Am-Tag-Wegwerfen-Regel gern über die Zeit des Coachings weiter anwenden.

Extratipp zu Wänden

Bilder und Wandschmuck hängen oft jahrelang herum, ohne dass man sich klar macht, ob die Sachen taugen oder nicht. Probieren Sie deshalb Folgendes: Nehmen Sie von einer Wand oder von einem vollgehängten Kühlschrank etc. einmal alle Bilder und Fotos ab. Hängen Sie im zweiten Schritt auf die freie Fläche nur noch das, was Ihnen richtig gut gefällt. Und zwar am besten einen Tag später! Sehr oft kommen dann nur noch die Dinge an die Wand, die man wirklich liebt. So stellt sich eine "neue Luftigkeit" ein.

Zu jeder Ausgabe bietet SPIEGEL WISSEN ein praktisches, leicht im Alltag umsetzbares Online-Coaching passend zu seinem jeweiligen Heftthema an. Jedes Coaching dauert acht Wochen. Während dieser Zeit erhalten Sie immer freitags per E-Mail eine Übungseinheit, die Ihnen helfen kann, Ihr Leben besser zu gestalten. Hier den Newsletter bestellen:

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