19.07.2012
Gefährliches Uni-Ritual
Pharmaziestudenten bei Kittelverbrennung verletzt
Feuertonne an der Universität Jena: Hier brannten die Laborkittel
Bei einer Studentenfeier in Jena sind dreizehn Menschen durch Flammen zum Teil schwer verletzt worden. Mehr als hundert Pharmaziestudenten hatten sich am Mittwochabend auf dem Universitätscampus in Jena zu ihrer Semesterabschlussfeier getroffen. Dabei hatten sie einer alten Tradition folgend ihre Laborkittel mit Alkohol beträufelten und in einer Tonne verbrannt.
Ein 21-Jähriger stand mit der geöffneten Ethanolflasche zu nah an der Feuertonne, in der es zu einer Verpuffung kam. Dabei entzündeten sich offenbar ausströmende Gase. Die brennende Flasche schleuderte der junge Mann reflexartig von sich und in die umstehenden Zuschauer, berichtete die Polizei.
Feuerwehr und Rettungswagen fuhren mit einem Großaufgebot zum Universitätsgelände. Drei junge Frauen erlitten nach Angaben eines Polizeisprechers großflächige Brandverletzungen im Gesicht, am Oberkörper und an den Armen. Zehn weitere Kommilitonen im Alter zwischen 21 und 25 wurden verletzt.
Uni-Statement: Studenten hatten die Feier selbst organisiert
Nach Angaben der Universität Jena konnten die leicht verletzten Studenten die Uniklinik nach einer ambulanten Versorgung wieder verlassen. Die jungen Frauen wurden wegen ihrer schweren Verbrennungen per Hubschrauber in Brandverletzungskliniken nach Halle und Leipzig verlegt.
Die Universitätsleitung reagierte bestürzt auf das Unglück. In einer Erklärung wies sie darauf hin, dass es sich bei der Veranstaltung im Pharmazie-Institut "um eine von den Studierenden selbst organisierte Semesterabschlussfeier" gehandelt habe.
jon/dpa