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02.02.2013
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Bewerberzahlen an US-Law-Schools

Studenten wird Jura zu teuer

AP

Law School auf dem Harvard Campus: Wo bleiben die Bewerber?

Jura zieht nicht mehr. Amerikanische Law Schools bekommen so wenig Bewerbungen wie seit 30 Jahren nicht. Die Studenten bleiben aus drei Gründen weg: wegen horrender Gebühren, Schuldenangst und schwindender Karriereaussichten.

Es sind die Kaderschmieden für Karrieren in den großen Kanzleien und Konzernen. Jedenfalls gründet sich darauf der Ruf amerikanischer Law Schools. Harte Prüfungen, für die Studenten so intensiv lernen müssen wie sonst kaum irgendwo. Hoher Konkurrenzdruck, noch höhere Gebühren, so funktionieren viele Jurafakultäten in den USA. Dafür konnten Absolventen mit Bestnoten auf einen gut bezahlten Job hoffen, wenn nicht gar auf einen sehr gut bezahlten.

Jetzt allerdings scheinen weniger junge Amerikaner auf einen Karriereschub durch Law Schools zu vertrauen als in den vergangenen drei Jahrzehnten. Die "New York Times" berichtet, dass die Bewerberzahlen an den Fakultäten im Herbst um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken seien; im Vergleich zu 2010 sogar um 38 Prozent. "Von den etwa 200 Law Schools im ganzen Land, stiegen nur an vier die Bewerberzahlen", schreibt die Zeitung. Sie beruft sich auf Zahlen des Law School Admission Council (LSAC), in dem viele Fakultäten vertreten sind.

Die Zeitung zitiert einen Juraprofessor mit den Worten, vor 30 Jahren habe man eine Law oder Business School besucht, um auf der sozialen Rolltreppe nach oben zu fahren - die Law-School-Rolltreppe sei mittlerweile kaputt.

Dem Bericht zufolge hat der Rückgang mit den hohen Gebühren der Fakultäten zu tun und mit den schwindenden Karriereaussichten. Es gibt demnach weniger Jobs für Jura-Absolventen, und die Schulden nach dem Abschluss sind hoch, denn 90 Prozent der Studenten leihen sich das Geld für das Studium. An privaten Fakultäten habe das Studium vor zwölf Jahren noch im Schnitt 23.000 Dollar gekostet, im vergangenen Jahr waren es 40.500 Dollar.

Einige Law Schools werden, so die "New York Times", künftig dazu übergehen, auch Bewerber zu akzeptieren, die sie früher aussortiert hätten. Außerdem würden Stellen an den Fakultäten gestrichen.

otr

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insgesamt 31 Beiträge
1. Ist wirklich zu begrüßen...
Hupert 02.02.2013
Wenn auf dieser Welt von einer Berufsgruppe zuviele Exemplare unterwegs sind, dann mit Sicherheit Anwälte...
Zitat von sysopJura zieht nicht mehr. Amerikanische Law Schools bekommen so wenig Bewerbungen wie seit 30 Jahren nicht. Die Studenten bleiben aus drei Gründen weg: wegen horrender Gebühren, Schuldenangst und schwindender Karriereaussichten. Bewerberzahlen an Law Schools gehen zurück - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/bewerberzahlen-an-law-schools-gehen-zurueck-a-880949.html)
Wenn auf dieser Welt von einer Berufsgruppe zuviele Exemplare unterwegs sind, dann mit Sicherheit Anwälte...
2. Geld regiert die Welt...
arvin_g 02.02.2013
...oder doch nicht ? Höchste Zeit dass diese seltsam anmutende US- Elite Mentalität mal durch die sinkende Nachfrage eingeregelt wird. Ich habe mich schon lange gefragt wie weit nach oben diese Spirale sich noch drehen kann aus [...]
...oder doch nicht ? Höchste Zeit dass diese seltsam anmutende US- Elite Mentalität mal durch die sinkende Nachfrage eingeregelt wird. Ich habe mich schon lange gefragt wie weit nach oben diese Spirale sich noch drehen kann aus kaum noch finanzierbaren Studiengebühren, noch härteren Prüfungen und teilweise absurden Gehältern.
3.
shokaku 02.02.2013
Anders herum wird ein Schuh daraus. Es gibt einfach viel zu wenige Gesetze und Verordnungen, um die ganzen Absolventen sinnvoll beschäftigen zu können. Die diversen Gesetzgeber in den US of A werden dieses Problem sicher [...]
Zitat von HupertWenn auf dieser Welt von einer Berufsgruppe zuviele Exemplare unterwegs sind, dann mit Sicherheit Anwälte...
Anders herum wird ein Schuh daraus. Es gibt einfach viel zu wenige Gesetze und Verordnungen, um die ganzen Absolventen sinnvoll beschäftigen zu können. Die diversen Gesetzgeber in den US of A werden dieses Problem sicher zeitnah adressieren.
4. In Deutschland muss kein Anwalt,
ruewe 02.02.2013
der nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, verhungern.
der nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, verhungern.
5. Kosten
eunegin 02.02.2013
Die im vorletzten Absatz angegebenen Kosten sind nicht akurat und vor allem nicht fuer das gesamte Studium! Bezugsgroesse ist gewoehnlich das Studienjahr sein. Ich war selbst an einer US-Universitaet und habe die Vorzuege [...]
Die im vorletzten Absatz angegebenen Kosten sind nicht akurat und vor allem nicht fuer das gesamte Studium! Bezugsgroesse ist gewoehnlich das Studienjahr sein. Ich war selbst an einer US-Universitaet und habe die Vorzuege gegenueber dem deutschen System wirklich genossen. Gluecklicherweise gibt es zahlreiche Stipendien. Und zu den Kosten: Harvard Law School z.Zt. fast 50.000 USD Gebuehren fuer das Studienjahr plus ca. 25.000 USD andere Ausgaben (Wohnheim, Buecher etc.). Es sei betont, dass man tatsaechlich einen Gegenwert bekommt und nicht zum Bummelstudium verleitet wird. Man kann sein Geld allerdings auch fuer unsinnigere Anschaffungen ausgeben... Ich bereue es nicht!

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