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17.02.2009
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Auslandsstudium

Kinder? Nichts wie weg!

Von Pia Volk

Studium + Kind + Ausland? Aber ja, sagten sich Julia, Mandy, Birgit und Karl, Alexander und Judith. Die jungen Eltern lebten mit ihren akademischen Kleinfamilien in den USA und Tschechien, Honduras und Australien - und verraten, was in der Fremde gut klappte und was schief lief.

Julia studiert Geschichte und Latein in Heidelberg. Sie verbrachte mit Tochter Maya ihr Auslandssemester in Virginia in den USA.

Manchmal sagt Maya so etwas wie: "Oh nein, der Ball ist in den Fence geflogen", dabei meint sie den Zaun einige Meter weiter. Seit wir in Amerika waren, benutzt sie die englischen Wörter, wenn ihr die deutschen gerade nicht einfallen. Ich habe am Sweet Briar College studiert - und als Assistenzlehrer gearbeitet. Sonst hätte ich mir das gar nicht leisten können.

Vier Stunden pro Woche musste ich unterrichten und einmal wöchentlich einen Deutsch-Stammtisch veranstalten. Dafür konnten wir kostenlos wohnen und essen, die Studiengebühren fielen im Zuge des Austauschprogramms mit meiner Heimatuniversität in Heidelberg weg. Die Seminare in den USA waren unter dem Niveau, das ich aus Deutschland gewohnt war. Aber die vielen Hausaufgaben mit festem Abgabetermin waren trotzdem stressig. Dafür waren die Dozenten super und haben geholfen, wo sie konnten.

Wenn ich mal etwas nicht erledigen konnte, hatten sie Verständnis dafür. Insgesamt war die Organisation auch nicht schwieriger als zu Hause. Maya war vier und besuchte die Campus School, das amerikanische Pendant zum Kindergarten.

Es hat ein wenig gedauert, bis sie sich daran gewöhnt hatte. Anfangs hat sie ihren Heidelberger Kindergarten vermisst, weil man dort viel mehr gespielt hat. In Amerika ist auch der Kindergarten eine Schule. Man lernt bereits die Zahlen, das ABC und die Wochentage.

Einmal in der Woche kam eine Musiklehrerin in der Campus School vorbei, um Notenlesen und Harmonien zu lehren. So ein Kindergartenplatz ist teurer als in Deutschland, rund 350 Dollar musste ich dafür zahlen, finanziert mit Auslands-Bafög. Maya störte es, dass sie nichts mehr eigenständig machen durfte. Sie war immer ganz empört, dass ihr dauernd jemand helfen wollte, obwohl sie doch alles alleine konnte. Mit der Sprache hatte sie keine Probleme, sie brauchte keine drei Monate, um fließend Englisch zu sprechen. Mittlerweile kann sie es besser als ich.

Hier in Deutschland geht sie jetzt auch in einen englischsprachigen Kindergarten. Wir wohnten auf dem Campus in einem kleinen Haus mit zwei anderen Austauschstudentinnen zusammen. Meine Kommilitoninnen liebten es, mit Maya zu spielen und selbst mal richtig das Kind rauszulassen. Aber manchmal war es schon langweilig, denn bis in die nächste Stadt waren es zehn Kilometer, und wenn jemand mit dem Auto in die Stadt fuhr, konnte ich nicht einfach "hier" schreien, ich hatte ja noch Maya. Wenn ich es noch mal tun würde, dann würde ich mir vielleicht öfter einen Babysitter leisten, um die eingeschränkte Freiheit etwas auszugleichen.

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