14.10.2010
Neue Absolventenstatistik
Jeder Fünfte ist ein Bachelor
Bachelor-Absolventin (in Bremen): Viele legen nach ihrem Abschluss noch einen Master nach
An deutschen Hochschulen beendete im Prüfungsjahr 2009 etwa jeder fünfte Absolvent seine Hochschulkarriere mit einer Bachelor-Prüfung, insgesamt waren es rund 72.000 Abgänger. Zwei Jahre zuvor entfiel nur jedes zwölfte Abschlussexamen auf Bachelor-Prüfungen, 2008 war es etwa jedes achte, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.
Insgesamt gab es seit die Zahl der Absolventen erstmals für Gesamtdeutschland erhoben wurde, noch nie einen so großen Anstieg an Hochschulabsolventen im Vergleich zum vergangenen Jahr. 339.000 junge Menschen schlossen 2009 ihr Studium ab - fast zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Mehr Absolventen bedeuten aber nicht zwangsläufig mehr Fachkräfte für den Arbeitsmarkt - denn viele Bachelor-Abgänger studieren im Master weiter, wenn sie denn einen Platz in einem Masterprogramm bekommen. Darum sei ein Grund für steigende Absolventenzahlen vor allem die Bologna-Reform mit der Einführung der gestuften Studiengänge. Die Statistik verzerrt also, dass Bachelor-Studenten, die in einem Master weiterstudieren, in jeweils zwei Jahresstatistiken als Absolvent auftauchen.
Der Bachelor ist weiter auf dem Vormarsch, doch die meisten universitären Abschlüsse werden noch immer in Diplom- oder Magister-Studiengängen abgelegt, zusammen rund 106.000 im vergangenen Prüfungsjahr. 2009 legten rund 36.000 Studenten Lehramtsprüfungen ab, mehr als 25.000 machten einen Doktor und knapp 21.000 ihren Master. Fast 4700 Absolventen beendeten ihr Studium mit einem künstlerischen Abschluss.
Vor allem bei Frauen kommen die Bachelor-Studiengänge offenbar gut an: Mit etwa 37.000 gab es 2009 knapp 7000 Bachelor-Absolventinnen mehr als Fachhochschul-Absolventinnen. Bei Männern überwogen noch die Fachhochschulabschlüsse mit 43.000 gegenüber 35.000 Bachelor-Absolventen. Die meisten Bachelor-Abschlüsse wurden bislang in den Fächergruppen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften erreicht.
jon/dpa