22.03.2011
Bildung in der EU
Europäer wetteifern im Hochschulsparen
Studentendemo in Großbritannien: 40 Prozent weniger Geld für die staatlichen Unis
In Großbritannien besetzten Studenten ihre Hochschulen und gingen zu Zehntausenden auf die Straße; in Italien riefen sie zu Massenprotesten auf, in Irland blockierten sie gar das Parlamentsgebäude. Europas Studenten scheinen derzeit vereint im Protest gegen die Kürzungen an ihren Hochschulen.
Die nationenübergreifende Bewegung irrt nicht: Wie drastisch die Sparmaßnahmen fast überall auf dem Kontinent sind, verdeutlicht nun eine Studie der European University Association (EUA), aus der der "Tagesspiegel" zitiert. Es gibt demnach kaum ein EU-Land, das nicht im Bildungssektor kürzt:
- Die britische Regierung möchte für die staatlichen Universitäten künftig 40 Prozent weniger Geld ausgeben, gemessen am derzeitigen Budget wären das jährlich umgerechnet 3,5 Milliarden Euro.
- Italien will in diesem Jahr 550 Millionen Euro einsparen, fast doppelt so viel wie im Vorjahr.
- In Griechenland verlieren die Hochschulen voraussichtlich ein Drittel ihres Budgets,
- in Lettland mussten sie schon 2009 mit der Hälfte ihrer staatlichen Mittel auskommen.
Eine "große Unsicherheit" sei zu spüren, schreiben die Autoren, die zwei Jahre lang die Auswirkungen der Finanzkrise auf Europas Hochschulen untersucht hatten. Ihr Ergebnis: Vor allem die Lehre leide unter den Einsparungen.
Einzig für Frankreich und Deutschland finden die Forscher auch Lob. Die Regierungen dieser beiden Länder, heißt es in der Studie, würden sich dem Trend widersetzen und weiter in Bildung investieren.