18.02.2011
Auslaufmodell Studiengebühren
Wo die Bezahl-Bastionen fallen
Von Britta Mersch und Oliver Trenkamp
Proteste gegen die Campusmaut: Immer mehr Länder schaffen die Gebühren ab
Zehntausende Studenten demonstrierten und streikten, Professoren verabschiedeten Resolutionen, Bundesländer und Bundesregierung stritten erbittert miteinander, Verfassungsrichter mussten entscheiden. Kaum etwas hat in den vergangenen Jahren für mehr Aufregung an den Hochschulen gesorgt, hat Bildungspolitiker so aufgebracht wie die Frage: Sollen Studenten für ihr Studium bezahlen?
Sieben Bundesländer beantworteten sie mit einem klaren Ja. Sie führten Gebühren für das Erststudium ein, trotz massiven Widerstands, seit das Bundesverfassungsgericht das Gebührenverbot kippte. Jetzt, sechs Jahre später, sieht es allerdings so aus, als stürbe das Bezahlstudium einen langsamen Tod: Ein Bundesland nach dem anderen schafft die Gebühren wieder ab.
Und an diesem Sonntag wird wohl die nächste Bastion des Bezahlstudiums fallen.
Dann wählt Hamburg eine neue Bürgerschaft - und alle Umfragen zeigen: Auch dort werden die Gebührengegner aller Voraussicht nach künftig eine Mehrheit haben. Sowohl SPD und Grüne als auch die Linke wollen die Campusmaut abschaffen.
SPIEGEL ONLINE analysiert die Lage in den Gebührenländern und zeichnet das Siechtum der Studiengebühren nach: Wo müssen die Studenten nicht mehr zahlen? Wo werden sie noch immer zur Kasse gebeten? Und wo steht das Ende des Bezahlstudiums kurz bevor?