11.03.2011
Globales Ranking
Welche Unis Akademiker am tollsten finden
Absolventen der Harvard Medical School: Juhu, jeder kennt unsere Uni
Neuer Name, aber die alten Bekannten auf den Spitzenplätzen: Bei einer Sonderauswertung des weltweiten Hochschulranking des britischen Magazins "Times Higher Education" (THE) landeten die Harvard University und das Massachusetts Institute of Technology (MIT), beide in den USA, auf den vordersten Plätzen.
Bislang veröffentlichte das Magazin lediglich eine Rangliste, die die angeblich besten Hochschulen der Welt auflistet - berechnet aus mehreren Faktoren wie Forschungs-Output, Zitationen, Dozenten-Studenten-Verhältnis und dem internationalen Ruf der Hochschulen. In der aktuellen Sonderauswertung bewerten die Ranglistenmacher nur noch nach einem Kriterium: Sie zählen die Unis mit dem höchsten Ansehen auf. Die Liste heißt deshalb auch "World Reputaion Rankings" und 13.000 Akademiker aus 131 Ländern wurden der Zeitschrift zufolge dafür befragt.
In der Top Ten sind sieben US-Universitäten vertreten und in der Top 100 insgesamt 45. Ebenfalls unter den ersten zehn fanden sich Cambridge und Oxford in England, sowie die Universität Tokio. Nur bis zum 50 Platz sind die Hochschulen der Rangfolge nach aufgelistet. Ab dann folgen Zehner-Gruppen: Zehn Unis teilen sich die Plätze 51 bis 60, zehn weitere die Plätze 61 bis 70 - so geht es weiter bis 100.
International bekannt sind München, Berlin und Heidelberg
In die Top 100 schafften es nur vier deutsche Hochschulen: die LMU (Platz 48) und die TU in München (in der Gruppe zwischen Platz 61 und 70), die Humboldt-Universität in Berlin (71-80), die Uni Heidelberg (81-90).
Im vergangenen Jahr wurde das Ranking generalüberholt - neue Auswertungsmethode und neue Kooperationspartner zur Datenerhebung. Der Neustart war nötig geworden, weil herausgekommen war, dass die Rankings der vergangenen Jahre "nicht solide waren", wie der damals Verantwortliche sagte, der stellvertretende THE-Herausgeber Phil Baty. In Deutschland etwa habe sich das Ranking auf die Befragung von gerade mal 182 Wissenschaftlern gestützt - ein Geständnis, das für einige Aufregung sorgte an den Hochschulen und in der Fachwelt.
In einem Beitrag für die "Zeit" griff Baty damals indirekt auch die Firma QS an, die die Daten für das Ranking gesammelt hatte. QS widersprach damals den Vorwürfen Batys und rankt fröhlich weiter. Die Firma veröffentlichte ihre erste eigene eigenständige Rangliste, das QS World University Ranking 2010, im vergangenen Jahr.
Solche Ranglisten sind so folgenreich wie umstritten: Gute oder schlechte Platzierungen können an Universitäten zu starken Schwankungen der Bewerberzahlen führen - was die Finanzierung dort, wo hohe Studiengebühren fällig werden, direkt beeinflusst. Für Hochschullehrer ist der Ruf einer Hochschule ein Entscheidungsfaktor in ihrer Karriereplanung, und auch die Politik bleibt nicht unbeeinflusst von Ranking-Ergebnissen.
In Deutschland gibt es die Rankings seit gut 20 Jahren, einige internationale Rankings kommen hinzu. Wie die Leistungen in Forschung und Lehre erfasst, nach welchem Schema sie gewichtet werden, das ist für die Hochschulen von hoher Bedeutung.
otr