30.07.2012
Transgender-freundliches Oxford
Wir sind nicht mehr Uni-form
Oxforder Studenten in akademischer Kluft: Weiße Fliegen künftig nicht nur für Männer
Männer in Rock und Bluse, Frauen mit Fliege und Anzug - so dürfen Studenten der ehrenwerten Oxford University bald auf formellen Anlässen erscheinen. Denn die Hochschule hat ihre strikten akademischen Kleidervorschriften geändert. Die neuen Regeln gelten ab dem 4. August, berichtete die Hochschulzeitung "The Oxford Student".
Bisher mussten weibliche Studenten etwa zur Immatrikulation und zu offiziellen Prüfungsterminen unter dem schwarzen Talar eine dunkle Hose oder einen Rock, obenrum Bluse oder Kragenhemd und um den Hals schwarze Krawatte oder schwarzes Band tragen. Für Männer bestand der traditionelle Aufzug, "sub-fusc clothing" genannt, aus einem dunklen Anzug mit weißem Hemd und weißer Fliege.
Wer mit dieser Vorschrift brechen und lieber das Outfit des anderen Geschlechts tragen wollte, musste sich vorher eine Sondergenehmigung einholen. Künftig soll für Männer und Frauen dieselbe Kleiderordnung gelten.
Die Reform geht auf eine Initiative des Vereins homo-, bi- und transsexueller Studenten in Oxford zurück. In Zukunft müssten sich Transsexuelle nicht mehr entgegen ihrer Orientierung verkleiden, um Ärger mit den Prüfern zu vermeiden, sagte Jess Pumphrey von der Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Queer Society der Universität. Das bedeute für die Studenten weniger Examensstress.
Ein Sprecher der Uni sagte, jeder Bezug auf das Geschlecht der Studenten sei aus den Regeln entfernt worden. Damit sei man auf die Wünsche der hochschulweiten Studentenvertretung eingegangen, die das Anliegen unterstützt hatte.
son/dpa