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29.11.2012
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Allen-antworten-Apokalypse

E-Mail an Mama erreicht 40.000 Mitstudenten

Corbis

Cursor auf dem richtigen Feld? Eine E-Mail an die falschen Absender kann peinlich sein

Ein kleiner Klick für einen Studenten, eine nervende Plage für seine Kommilitonen: Max Wiseltier studiert Wirtschaft und Informatik in New York und schickte eine E-Mail an 40.000 Empfänger statt an seine Mutter. Es folgte eine Flut von Antworten, manche waren sogar witzig.

Wie sehr es nerven kann, wenn eine E-Mail endlose Schleifen dreht, haben Studenten in New York erfahren: Ein Kommilitone wollte eine E-Mail an seine Mutter senden - und schickte sie aus Versehen an seine 40.000 Mitstudenten. Die begnügten sich nicht damit, die E-Mail zu lesen, viele antworteten auch darauf - und zwar ebenfalls an alle. So überfluteten Tausende zum Teil witzige und absurde E-Mails die elektronischen Postfächer an der New York University, wie unter anderem die Studentenzeitung "NYU Local" berichtet.

Die E-Mail, die Max Wiseltier eigentlich an seine Mutter schicken wollte, enthielt nur eine einzige Frage: "Willst du, dass ich das mache?" Die Finanzabteilung hatte die Studenten gerade darüber informiert, dass sie die Abrechnung der Studiengebühren demnächst auch elektronisch erhalten könnten.

Als sein alter Computer die E-Mail nicht gleich verschickte, habe er am Montagabend "irgendwie herumgeklickt", sagte Wiseltier ABCNews.com. Dabei sei er wohl auf das Feld "Allen antworten" gekommen. Der Student im zweiten Jahr, der Wirtschaft und im Nebenfach Informatik studiert, bemerkte seinen Fehler schnell. Doch als er eine Entschuldigungsmail absetzte, war es schon zu spät.

Wiseltiers verirrte Nachricht löste eine Kettenreaktion aus, die Tausende Studenten in den folgenden 24 Stunden teils unterhielt und teils nervte und die es auf Facebook, Twitter und in mehrere US-Medien schaffte. Denn nach anfänglicher Verwirrung nutzten einige den großen Verteiler schamlos für mehr oder weniger spaßige Botschaften aus.

"Leute, ich versuche zu lernen."

Das Internetportal BuzzFeed hat einige E-Mails veröffentlicht, die die Studenten sich gegenseitig schickten. So fragten zwei in die Runde: "Kann mir einer einen Stift leihen?" und "Möchte jemand mit mir befreundet sein?" Jemand teilte ein Bild von Nicolas Cage und ein anderer bat die Uni, ihm doch lieber Geld zu schicken statt eines elektronischen Abrechnungsformulars.

Ein weiterer Absender beglückte den Verteiler mit der Frage: "Würdest du eher gegen hundert entengroße Pferde kämpfen oder gegen eine pferdegroße Ente?" Als der E-Mail-Strom nicht abriss, wurde es manchen zu viel. "Leute, ich versuche zu lernen. Das nervt und lenkt ab", heißt es in einer Nachricht.

Die Studentenzeitung "NYU Local" unkte später: "Uns wurde eine große und schreckliche Macht verliehen. Für einen Moment dachten wir darüber nach, Verantwortung zu zeigen, doch dann verwarfen wir das schadenfroh und posteten lieber Katzenbilder." Die Aktion bekam den Spitznamen "The Replyallpocalypse" verpasst - die "Allen-antworten-Apokalypse".

Eigentlich hätten die Studenten technisch gar nicht in der Lage sein sollen, auf die E-Mail aus der Finanzabteilung zu reagieren. Doch ein Universitätsmitarbeiter hatte das falsche E-Mailprogramm benutzt, er entschuldigte sich hinterher dafür. Nach etwa 24 Stunden habe die Universität den Verteiler geschlossen, berichtete ABCNews.com.

Student Wiseltier sah seinen Patzer optimistisch: Er habe wahrscheinlich aufgedeckt, dass die Universität fehlerhaft mit ihren E-Mail-Verteilern umgehe, sagte er "NYU Local". Außerdem hätten die E-Mails das Gemeinschaftsgefühl an der Uni neu entfacht.

Audienz bei Professor Multimedia

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insgesamt 40 Beiträge
1. Und wo...
axelkli 29.11.2012
...waren jetzt die witzigen Antworten? Das witzigste ist noch der Nachname des Pechvogels....
...waren jetzt die witzigen Antworten? Das witzigste ist noch der Nachname des Pechvogels....
2.
alaunemad 29.11.2012
Der Fehler wurde natürlich schon vorher gemacht. Es darf nicht sein, dass es solche Verteiler öffentlich für die gesamte Uni gibt. Jeder kann mal aus Versehen auf "allen antworten" klicken. Die Mitarbeiter der Uni [...]
Zitat von sysopEin kleiner Klick für einen Studenten, eine nervende Plage für seine Kommilitonen: Max Wiseltier studiert Wirtschaft und Informatik in New York und schickte eine Mail an 40.000 Empfänger statt an seine Mutter. Es folgte eine Flut von Antworten, manche waren sogar witzig. Uni-Panne: Student schickt E-Mail an Kommilitonen statt Mutter - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/uni-panne-student-schickt-e-mail-an-kommilitonen-statt-mutter-a-869992.html)
Der Fehler wurde natürlich schon vorher gemacht. Es darf nicht sein, dass es solche Verteiler öffentlich für die gesamte Uni gibt. Jeder kann mal aus Versehen auf "allen antworten" klicken. Die Mitarbeiter der Uni dürfen aber nicht alle Adressen dafür rausgeben, für sowas gibt es "BCC" als Empfänger.
3. Ente gut, alles gut!
gehmlich 29.11.2012
Ein weiterer Absender beglückte den Verteiler mit der Frage: "Würdest du eher gegen hundert entengroße Pferde kämpfen oder gegen eine pferdegroße Ende?" Als der E-Mail-Strom nicht abriss, wurde es manchen zu viel. [...]
Ein weiterer Absender beglückte den Verteiler mit der Frage: "Würdest du eher gegen hundert entengroße Pferde kämpfen oder gegen eine pferdegroße Ende?" Als der E-Mail-Strom nicht abriss, wurde es manchen zu viel. "Leute. Ich versuche zu lernen. Das nervt und lenkt ab", heißt es in einer Nachricht. Na das war ja lustig. So eine Ende am Ente finde selbst ich lustig!
4. Was
Schiebetürverriegler 29.11.2012
ist denn das für ein Blödsinn mit "Allen Antworten" ? "Allen Antworten" setzt voraus, dass er als Grundlage eine Mail erhalten hat, die ihrerseits an "alle" ging, was ich stark bezweifeln will. [...]
Zitat von sysopEin kleiner Klick für einen Studenten, eine nervende Plage für seine Kommilitonen: Max Wiseltier studiert Wirtschaft und Informatik in New York und schickte eine Mail an 40.000 Empfänger statt an seine Mutter. Es folgte eine Flut von Antworten, manche waren sogar witzig. Uni-Panne: Student schickt E-Mail an Kommilitonen statt Mutter - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/uni-panne-student-schickt-e-mail-an-kommilitonen-statt-mutter-a-869992.html)
ist denn das für ein Blödsinn mit "Allen Antworten" ? "Allen Antworten" setzt voraus, dass er als Grundlage eine Mail erhalten hat, die ihrerseits an "alle" ging, was ich stark bezweifeln will. Wer schickt schon an 40.000 User eine Mail und ein Hirni klickt anschließend versehentlich auf "allen Antworten" ? Zweite Möglichkeit wäre, dass er den globalen Verteiler der Institution erwischt hat, der alle User enthält. Das würde ich schon eher glauben. Dass er "Allen Antworten" benutzt hat, halte ich für ein Gerücht.......
5.
touri 29.11.2012
Ob Sies glauben oder nicht, aber meine ehemalige FH hats auch schon fertiggebracht in den Verteiler einer Mail offen einsehbar die Emailadressen sämtlicher Studenten reinzupacken.
Zitat von Schiebetürverrieglerist denn das für ein Blödsinn mit "Allen Antworten" ? "Allen Antworten" setzt voraus, dass er als Grundlage eine Mail erhalten hat, die ihrerseits an "alle" ging, was ich stark bezweifeln will. Wer schickt schon an 40.000 User eine Mail und ein Hirni klickt anschließend versehentlich auf "allen Antworten" ? Zweite Möglichkeit wäre, dass er den globalen Verteiler der Institution erwischt hat, der alle User enthält. Das würde ich schon eher glauben. Dass er "Allen Antworten" benutzt hat, halte ich für ein Gerücht.......
Ob Sies glauben oder nicht, aber meine ehemalige FH hats auch schon fertiggebracht in den Verteiler einer Mail offen einsehbar die Emailadressen sämtlicher Studenten reinzupacken.

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