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27.01.2013
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Spaniens Studenten in der Euro-Krise

Adiós, Erasmus!

Namenspatron Erasmus von Rotterdam: Spanien kürzt die Zuschüsse

Das Geld für Auslandsaufenthalte wird knapp in Spanien: Erhielten Studenten früher bis zu 800 Euro pro Monat, wird der Zuschuss jetzt stark zusammengestrichen. Können die Spanier trotzdem ihren Titel als Erasmus-Europameister verteidigen?

Die Euro-Krise bekommen jetzt auch spanische Studenten zu spüren, die mit dem Erasmus-Programm ins europäische Ausland gehen wollen. Das wirtschaftlich angeschlagene Land kürzt die nationalen Zuschüsse für seine weltoffenen Studenten.

Bis zu 800 Euro erhielten die jungen Spanier bisher pro Auslandsmonat, bezahlt aus der Kasse ihrer Heimatregion. Das soll nun deutlich weniger werden - und den Verhältnissen in anderen Ländern angeglichen werden, wo die Zuwendungen in der Regel wesentlich knapper ausfallen. Deutsche Erasmus-Studenten beispielsweise werden laut DAAD nur mit durchschnittlich 200 Euro im Monat unterstützt.

Angesichts der bisherigen Top-Förderung in Spanien erklärt sich, warum das Land jedes Jahr mehr als 36.000 Studenten ins Ausland schickte, mehr als jeder andere Staat der Europäischen Union. Das könnten jetzt weniger werden, schließlich haben viele Familien auch kein Geld mehr, um ihren Kindern finanziell auszuhelfen.

Siegbert Wuttig vom DAAD ist aber optimistisch: "Vielleicht bleiben viele Spanier trotzdem mobil, weil sie abwägen: Ein Auslandssemester wird zwar teurer, eröffnet aber auch Jobchancen für später."

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insgesamt 43 Beiträge
1.
andrenalin016 27.01.2013
andere Kommentatoren mögen andere Erfahrungen gemacht haben, aber mein Erasmus in Mailand spielte sich ungefähr so ab: Es gab genau zwei Gruppen von Erasmus-Studenten. Die erste Gruppe bestand ausschließlich aus Spaniern. Die [...]
andere Kommentatoren mögen andere Erfahrungen gemacht haben, aber mein Erasmus in Mailand spielte sich ungefähr so ab: Es gab genau zwei Gruppen von Erasmus-Studenten. Die erste Gruppe bestand ausschließlich aus Spaniern. Die zweite Gruppe bestand aus allen anderen Erasmus-Studenten. Die erste Gruppe blieb unter sich selbst. Die zweite Gruppe knöpfte schnell Kontakte untereinander und zu Italienern, interessierte sich für die Kultur des Gastlandes und lernte dazu. Die erste Gruppe sprach nach Ende des Aufenthaltes kaum besser italienisch als zu Beginn. Die zweite Gruppe hatte nicht nur ihr englisch verbessert sondern die meisten sprachen auch passabel italienisch. Würde mich mal interessieren ob andere Kommetatoren ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
2. Singlebörse für Akademiker
sirisee 27.01.2013
... tja, wenn die berühmte Schlecker-Frau so wüßte, was sie alles mit ihren Steuergeldern zahlt? ... Alles mit lobenswerten Vorsätzen, natürlich. Aber dass Häschen das nicht selbst zahlen können?
... tja, wenn die berühmte Schlecker-Frau so wüßte, was sie alles mit ihren Steuergeldern zahlt? ... Alles mit lobenswerten Vorsätzen, natürlich. Aber dass Häschen das nicht selbst zahlen können?
3. Interessante Asymetrie
haason 27.01.2013
Dass die Deutschen Erasmusstudenten beispielsweise wesentlich weniger Geld erhalten, ist denjenige die das beklagen wohl entgangen. Wahnsinn von welchen Standards man in den Krisenländern runter kommt. Und das beim berüchtigten [...]
Dass die Deutschen Erasmusstudenten beispielsweise wesentlich weniger Geld erhalten, ist denjenige die das beklagen wohl entgangen. Wahnsinn von welchen Standards man in den Krisenländern runter kommt. Und das beim berüchtigten Erasmusprogramm- der heimlichen Kuppelbörse für internationale Beziehungen. Kaum einer der spanischen Erasmusstudenten sprach gut genug Englisch um annährend ein fachlich förderndes Jahr im Ausland zu verbringen. Die Spanier, die ich kannte, haben dem Erasmusprogram übrigens den Beinamen "Orgasm-Program" gegeben. Sie werden wissen warum...
4. Vereinfachte Darstellung
christiandubaire 27.01.2013
Etwas komplexer ist die Finanzierung der Erasmus Aufenthalte in Spanien schon. Jeder Student in der EU erhält erstmal ungefähr 110 Euro pro Monat von der Kommission als Stipendium. Dann gab der spanische Staat bis zu 185 Euro im [...]
Etwas komplexer ist die Finanzierung der Erasmus Aufenthalte in Spanien schon. Jeder Student in der EU erhält erstmal ungefähr 110 Euro pro Monat von der Kommission als Stipendium. Dann gab der spanische Staat bis zu 185 Euro im Monat dazu, abhängig von der finanziellen Situation des Studenten bzw. seiner Eltern. Und dann gibt es noch einige Comunidades Autonómicas (Bundesländer), die zusätzliche Stipendien haben. Einige geben garnichts (beispielsweise Madrid), aber bei vielen ist das so um die 200 Euros im Monat, wobei das öfters nur für die besten Studenten ist (wie z.B. in Katalonien). In ganz Spanien gibt es nur ein Bundesland, das in ganz extremen Fällen von finanziellen Problemen des Studenten bis zu 600 Euro extra gibt, und das ist Andalusien. Die hier angesprochenen 800 Euro sind also nur möglich wenn man zu den ärmsten Studenten in Andalusien (das ja schon ein recht ärmliches Bundesland ist) gehört. Es ist also nur für einen ganz kleinen Teil der Studenten Spaniens möglich eine Förderung in dieser Höhe zu bekommen. Allerdings ist in den letzten Jahren wohl ein deutlicher Trendwechsel zu erkennen (hat mir vor kurzem ein Verantwortlicher für Erasmusaufenthalte an einer katalanischen Universität erzählt). Zum einen gibt es durch die Kürzungen einfach weniger spanische Erasmusstudenten. Zum anderen, während früher tatsächlich die meisten Studenten nach Portugal oder Italien gingen, sind nun vor allem Ziele im Norden Europas gefragt so wie Deutschland oder das Vereinigte Königreich. Die Studenten suchen sich mittlerweile ihre Ziele (vor allem aufgrund der Krise) doch schon viel mehr danach aus, wo sie eine für sie nützliche Sprache lernen können.
5.
karhu1 27.01.2013
Die Spanier sprachen kein italienisch? Braucht man ja auch kaum. Mit Spanisch schlaegt man sich in Italien so locker durch :-) Merkwuerdig ist fuer mich eher, dass Studenten NACH dem Erasmusjahr PASSABEL italienisch [...]
Zitat von andrenalin016andere Kommentatoren mögen andere Erfahrungen gemacht haben, aber mein Erasmus in Mailand spielte sich ungefähr so ab: Es gab genau zwei Gruppen von Erasmus-Studenten. Die erste Gruppe bestand ausschließlich aus Spaniern. Die zweite Gruppe bestand aus allen anderen Erasmus-Studenten. Die erste Gruppe blieb unter sich selbst. Die zweite Gruppe knöpfte schnell Kontakte untereinander und zu Italienern, interessierte sich für die Kultur des Gastlandes und lernte dazu. Die erste Gruppe sprach nach Ende des Aufenthaltes kaum besser italienisch als zu Beginn. Die zweite Gruppe hatte nicht nur ihr englisch verbessert sondern die meisten sprachen auch passabel italienisch. Würde mich mal interessieren ob andere Kommetatoren ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Die Spanier sprachen kein italienisch? Braucht man ja auch kaum. Mit Spanisch schlaegt man sich in Italien so locker durch :-) Merkwuerdig ist fuer mich eher, dass Studenten NACH dem Erasmusjahr PASSABEL italienisch sprachen. Eigentlich sollten sehr gute Sprachkentnisse VOR dem Auslandsaufenthalt gegeben sein.

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