Lade Daten...
16.01.2013
Schrift:
-
+

Studiengebühren

Studenten-Geld verheizt, versenkt und versteckt

Von Vanessa Klüber und
DPA

Anti-Gebühren-Proteste im November: Die Wut war und ist groß bei den Studenten

Die letzten Bezahl-Bastionen wanken: Nur noch Bayern und Niedersachsen verlangen Studiengebühren von bis zu 500 Euro pro Semester. Im Süden beginnt jetzt die Einschreibefrist für ein Volksbegehren. Doch wofür haben die Hochschulen die Studenten-Millionen eigentlich ausgegeben?

Eine Insel, da ist eine Insel mit zwei Bergen - und die heißen Bayern und Niedersachsen. Nur diese beiden Bundesländer verlangen von ihren Studenten 500 Euro pro Semester, damit sie die Uni besuchen dürfen.

Noch. Denn in beiden Ländern steht den Gebührenbefürwortern - um im Bild zu bleiben - das Wasser bis zum Hals: Die Niedersachsen wählen am Sonntag ein neues Parlament, und es ist durchaus möglich, dass die schwarz-gelbe Koalitionäre und damit die Befürworter des Bezahlstudiums nicht bestätigt werden. In Bayern wiederum beginnt am Donnerstag die Frist für das groß angelegte Volksbegehren gegen die Gebühren: Binnen zwei Wochen müssen sich zehn Prozent der Wahlberechtigten eintragen, mehr als 900.000 Unterschriften. Die erste Hürde (25.000 Unterschriften) haben die Gebührengegner zuvor bereits genommen. In einer Umfrage für den Bayerischen Rundfunk sprachen sich zuletzt 72 Prozent der Befragten gegen die Gebühren aus.

Das Thema brachte auch Schwarz-Gelb in Bayern gegeneinander auf. CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer, stets flexibel bei der eigenen Meinungsfindung, wandelte sich vom Gebührenfreund zum -gegner und verärgerte so die FDP. Das Regierungsbündnis drohte zu zerbrechen, jetzt wollen beide Parteien das Ergebnis des Volksbegehrens abwarten.

Wofür haben die Hochschulen das Geld ausgegeben?

Die Chancen für ein Ende der Gebühren in Bayern und Niedersachsen und somit in ganz Deutschland stehen also nicht schlecht. Umstritten waren sie von Anfang an, auch wenn niemand so genau weiß, welche Effekte das Bezahlstudium tatsächlich hat: Schrecken die Gebühren Studenten aus ärmeren Familien ab? Verbessern sie die Lehre? Es gibt Studien und Auswertungen, die dieses bestätigen und jenes bezweifeln - und umgekehrt. Manch ein Uni-Präsident verdammte die Gebühren, andere forderten sie lautstark. Sicher aber ist: Immer wieder gaben Hochschulen das Studentengeld für teils fragwürdige, teils skandalöse Projekte aus, wie ein Rückblick zeigt:

Sieben Länder hatten die Gebühren in den vergangenen Jahren eingeführt, fünf schafften sie wieder ab, meist nach Regierungswechseln. Schneller als viele Gebührengegner zu hoffen gewagt hätten, ist das Bezahlstudium so zu einem Auslaufmodell geworden. In Bayern und Niedersachsen steht jetzt die Entscheidung an.

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 159 Beiträge
1. Fazit....
Mathesar 16.01.2013
....ganz offensichtlich, im Gegensatz zu früheren Aussagen, sind unsere Hochschulen gut ausgestattet und können mit zusätzlichen Mitteln gar nichts anfangen. Auch eine Erkentniss...
....ganz offensichtlich, im Gegensatz zu früheren Aussagen, sind unsere Hochschulen gut ausgestattet und können mit zusätzlichen Mitteln gar nichts anfangen. Auch eine Erkentniss...
2. Macht ja Sinn, daß
knieselstein 16.01.2013
die zukünftigen Besserverdiener gleich von Anfang an besser dran sind, als diejenigen, die ihr Brot mit ihrer Hände Arbeit verdienen müssen
die zukünftigen Besserverdiener gleich von Anfang an besser dran sind, als diejenigen, die ihr Brot mit ihrer Hände Arbeit verdienen müssen
3. Ales was verdreckt ist und unangenehm riecht
si tacuisses 16.01.2013
wird durch Persil wieder sauber. So wird der "Persilschein Studiengebühren" folgerichtig genutzt. Wie sagen die Bayern: Wenns schee mocht........
Zitat von sysopDie letzten Bezahl-Bastionen wanken: Nur noch Bayern und Niedersachsen verlangen Studiengebühren von bis zu 500 Euro pro Semester. Im Süden beginnt jetzt die Einschreibefrist für ein Volksbegehren. Doch wofür haben die Hochschulen die Studenten-Millionen eigentlich ausgegeben? Studiengebühren: Volksbegehren in Bayern sammelt Unterschriften - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/studiengebuehren-volksbegehren-in-bayern-sammelt-unterschriften-a-877819.html)
wird durch Persil wieder sauber. So wird der "Persilschein Studiengebühren" folgerichtig genutzt. Wie sagen die Bayern: Wenns schee mocht........
4. Was nichts kostet ist auch nichts!
Bourgeois2000 16.01.2013
Außerdem ist es auch sehr ungerecht, dass der gemeine unstudierte Steuerzahler den zukünftigen Besserverdienern ihr Studium finanziert.
Außerdem ist es auch sehr ungerecht, dass der gemeine unstudierte Steuerzahler den zukünftigen Besserverdienern ihr Studium finanziert.
5. Die Gebühren sollten abgeschafft
gifmemore 16.01.2013
und das vorhandene Geld für die Sanierung von Grund und Mittelschulen ausgegeben werden. Wenn die Unis keinen Bedarf haben, dann nützt es so zumindest denen, die so bessere Bedingungen brauchen, um nachher an die Unis gehen zu [...]
und das vorhandene Geld für die Sanierung von Grund und Mittelschulen ausgegeben werden. Wenn die Unis keinen Bedarf haben, dann nützt es so zumindest denen, die so bessere Bedingungen brauchen, um nachher an die Unis gehen zu können. Die Unis haben Millionen ohne Ende und die Schulen kein Geld für dringend notwendige Renovierungen. Es geht nicht darum mehr Lehrer einzustellen, oder die Gehälter nochmal mit dem Geld zu erhöhen (bringt ja keine Qualität wie man in den letzten Jahren gesehen hat), sondern wirklich eine vernünftige Infratruktur zum Lernen zu schaffen. Investitionen in Bildung fängt nicht bei den Unis an, sondern in Grundschulen. Was nützen goldene Elfenbeitürme, wenn das Volk nichts zu essen hat?

Empfehlen

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Fotostrecke

Verwandte Themen

Fotostrecke

Was regt euch auf?

  • Corbis
    An Deiner Uni müssen Sportstudenten ihre Basketbälle selbst mitbringen? Leihbücher verstauben unter dem Vermerk "bis 2031 ausgeliehen" bei Professoren im Büro? Ein Dozent verteilt die immergleiche Note, ohne die Arbeiten gelesen zu haben? Der UniSPIEGEL sucht nach Idiotien und Schildbürgerstreichen an deutschen Hochschulen: skurrile Zustände und Regeln, die das Lehren und Lernen unnötig erschweren und trotzdem nicht geändert werden. Schickt Eure absurden Aufreger bitte in Kurzform an uni-aufreger@spiegel.de

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik UniSPIEGEL
Twitter RSS
alles zum Thema Studiengebühren
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten