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23.02.2013
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Studenten online

Warum wir kaum noch Zeitung lesen

Viele Printmedien sind moribund, einige Zeitungen schon tot: Es gab mal Zeiten, da gehörte die graue Papierrolle unterm Arm zum Campus-Style. Und heute? Acht Studenten erzählen, wann sie heute noch Gedrucktes in die Hand nehmen.

Hooshang Samin, 23, studiert Maschinenbau

Christian Werner
"Ich hab mir ein paar Apps runtergeladen, SPIEGEL ONLINE (iOs/Android/Windows), "Stern" und so. Da lese ich die Schlagzeilen. Ich bin kein großer Zeitungsfreund. Aber ein Buch würde ich schon lieber auf Papier lesen, old school halt."

Jaqueline Reich, 21, studiert Kostümdesign

Christian Werner
"Ich habe kein Smartphone. Um ins Internet zu gehen, komme ich in die Uni. Dann lese ich meistens die "Süddeutsche Zeitung", also online. Ich hasse allerdings die Werbung und die nervigen Pop-ups. Zeitungen lese ich nur, wenn ich mal Zeit habe. Aber das ist selten."

Aiman Husein, 19, studiert Elektro- und Informationstechnik

Christian Werner
"Bei Facebook stehen oft die neuesten Informationen. Geld ausgeben für eine Zeitung? Eher nicht! Es gibt doch kostenlose Apps für das iPhone."

Nadine Krakowiak, 22, studiert Innenarchitektur

Christian Werner
"Eine halbe Stunde am Tag informiere ich mich schon. Ich lese viel Zeitung, entweder auf deren Internetseiten oder ich kaufe mir eine am Kiosk. Und ich gucke Nachrichten. Printmedien wird es auf jeden Fall weiterhin geben - allein schon, falls das Handy mal stirbt."

Isabel Zwanzig, 27, studiert International Business Affairs

Christian Werner
"Studenten sind immer unterwegs. Deshalb lesen wir Nachrichten auf dem Smartphone oder Tablet. In der Bahn sehe ich nur wenige Leute mit Zeitungen. Ein interessantes Print-Abo kann man sich dann nach dem Studium leisten."

Rainer Boehme, 30, studiert Wirtschaftsinformatik

Christian Werner
"Ich habe eine Tageszeitung abonniert. Es ist angenehm, was in der Hand zu haben und alles auf einen Blick zu sehen. Wenn ich fernsehe, dann ARD, ZDF oder Phoenix - aber nicht so was wie RTL II."

Linda Dreisen, 29, studiert Fotojournalismus

Christian Werner
"Medien konsumiere ich täglich, und ich versuche, alle Kanäle zu nutzen. Ich mag Print sehr gern, aber viel verlagert sich natürlich ins Internet. Ich hoffe, dass die Leute auch irgendwann bereit sind, für Online-Angebote zu zahlen."

Kai Piepho, 28, studiert Geschichte und Mathematik auf Lehramt

Christian Werner
"Ich habe zwei Zeitungen abonniert: die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ". Aber das reine Printgeschäft wird die Zeitungen nicht mehr finanzieren können, dafür braucht es auch das Internet."

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insgesamt 110 Beiträge
1. Traurig,,, ist das ein Einblick in die Zukunft unserer Eliten ?
jassie 23.02.2013
Nun, man mag von Print-Zeitungen halten was man will, aber auch die OnlineMedien sind (noch) wie Printmedien aufgebaut, Satz und Layout stimmen in vielen (noch) den herkömmlichen Printmedien überein. Auch ich benutze einen Mix [...]
Nun, man mag von Print-Zeitungen halten was man will, aber auch die OnlineMedien sind (noch) wie Printmedien aufgebaut, Satz und Layout stimmen in vielen (noch) den herkömmlichen Printmedien überein. Auch ich benutze einen Mix aus E-Paper und Print-Medien, das will ich nicht verhehlen, Aber: ich lese zumindest die Zeitung, auch wenn die Nachricht an sich schon veraltet ist. Ich kann hier auch nur für mich sprechen, ich nehme die Dinge, in Printform besser auf, da ich mir mehr Zeit zum Lesen nehme, zum ausschliesslichen Lesen.. Das Lesen am Bildschirm, Tablett u. Smartphone verführt zur Ablenkung, um "mal eben schnell" in WIKIPEDIA oder sonstwo nachzuschlagen... eine Mail ploppt auf, ein SKYPE-Kontakt meldet sich.. das FACEBOOK-"Pling" schreckt einen auf. PrintMedien zu lesen, das bedeutet auch Entschleunigung, und die Konzentration auf das alleinige Medium, das uns in den meisten Fällen einfach verloren geht. Vieviel besser waren unsere Eltern informiert, gerade WEIL sie die Tageszeitung gelesen hatten... und wenn es nur das "Käse-Lokal-Blatt" war. Weitaus mehr erschrecken mich die Aussagen, das man gar nicht oder Facebook-Content liest... Hallelujah ! Und jene Damen und Herren (ich kenne auch einige dieser Art) wollen mit Ihrer "Lebenserfahrung" die ja später im Berufsleben einfließt, Entscheidungen treffen, die auf's geratewohl Menschen betreffen ? Ich kann nur für jene Aussageträger hoffen, das die Erfahrung sie eines besseren belehren wird......
2. Nachgedruckte Meldungen von dpa und Reuters,
Dumb Bunny 23.02.2013
kaum im Wortlaut verändert, Hofberichterstattung aus dem Kanzleramt, meinungslose und schlecht geschriebene Kommentare sind auch ein guter Grund, Tageszeitungen zu meiden. Erst sind die Tageszeitungen schlechter geworden, und [...]
kaum im Wortlaut verändert, Hofberichterstattung aus dem Kanzleramt, meinungslose und schlecht geschriebene Kommentare sind auch ein guter Grund, Tageszeitungen zu meiden. Erst sind die Tageszeitungen schlechter geworden, und dann habe ich sie nicht mehr gekauft, nicht etwa umgekehrt.
3. Warum wir kaum noch Zeitung lesen?
internetwitcher 23.02.2013
Ganz einfach: Die Menschen wollen Meinungsvielfalt und sachliche Informationen. Was unsere faktisch gleichgeschaltete Printmedien bieten ist politische Monotonie und der Versuch die Bevölkerung zu erziehen und zu desinformieren. [...]
Ganz einfach: Die Menschen wollen Meinungsvielfalt und sachliche Informationen. Was unsere faktisch gleichgeschaltete Printmedien bieten ist politische Monotonie und der Versuch die Bevölkerung zu erziehen und zu desinformieren. Das ist auch der Grund wieso damals die "Neue Deutschland" wie Blei in den Zeitungsregalen gelegen hat. Normale Menschen informieren sich heutzutage in unabhängigen und politisch neutralen Medien im Internet!
4. zeit für bezahlportal.
elektroson 23.02.2013
ihr zeitungen. tut was. macht das polnische modell nach. gemeinsames bezahlportal und dann werbefrei/armen zugriff auf alle artikel aller zeitungen. da werden wohl ein paar mehr leute geld locker machen. 10-20€? so kann man sich [...]
ihr zeitungen. tut was. macht das polnische modell nach. gemeinsames bezahlportal und dann werbefrei/armen zugriff auf alle artikel aller zeitungen. da werden wohl ein paar mehr leute geld locker machen. 10-20€? so kann man sich als zeitung retten und keiner kann ja zu viele artikel konsumieren.
5.
lafrench 23.02.2013
Ich lese den "Artikel" als sei er vom Spiegel verfaßt. Wenn die lieben Studis nur noch Schlagzeilen lesen: bei Maschinenbau erwartet man es leider nicht besser in Deutschland. Die Schlagzeilen des Stern im Netz - [...]
Ich lese den "Artikel" als sei er vom Spiegel verfaßt. Wenn die lieben Studis nur noch Schlagzeilen lesen: bei Maschinenbau erwartet man es leider nicht besser in Deutschland. Die Schlagzeilen des Stern im Netz - sind eine Lektüre wert? Zur Kandidatin aus der Kostümabteilung: Wenn sie wirklich an der Uni Zeitung "mit nervigen Pop Ups" lesen würde, wäre ihr aufgefallen, dass an allen Unirechnern dieses Landes derartige Werbefenster *durch die Netzwerkadministratoren blockiert wurden.* "Aufpoppen", d.h. öffnen können sich nur PDFs als Dokumente bei Suchergebnissen von Datenbankrecherchen. Zu Hussein: ""Bei Facebook stehen oft die neuesten Informationen." Hat der Journalist nach einem Studentenausweis gefragt oder ging der junge Herr gerade zufällig auf der Strasse vorbei? Auffällig ist, dass einige noch fernzusehen scheinen - das sollte doch auf Grund der geringen Informationsdichte uninteressant sein und im Zuge der Internetnutzung auch aussterben?* Auf den Printmedien wurde bisher genug herumgehackt. Im Idealfall ließt der Studi zu dieser Jahreszeit Fachzeitschriften für seine Hausarbeiten und hat für das Tagesgeschehen in der Tat wenig Zeit.

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