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15.02.2013
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Studiengebühren-Aus in Niedersachsen

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

dapd

Künftige Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajic (Grüne): "Zu 100 Prozent sicherstellen"

Rot-Grün in Niedersachsen schafft die Campus-Maut ab, Langzeitstudiengebühren aber bleiben. 100 Millionen Euro müsste das Land den Hochschulen dafür jährlich geben. Die Lösung der designierten Wissenschaftsministerin: Ministerkollegen sollen abgeben.

Für SPD und Grüne in Niedersachsen war es eines der Top-Wahlkampfthemen vor der gewonnenen Landtagswahl: Die Abschaffung der Studiengebühren von 500 Euro pro Semester, an denen die Vorgängerregierung noch festgehalten hatte.

Jetzt steht die rot-grüne Regierungskoalition, der Koalitionsvertrag wird bald unterschrieben, und darin steht, dass die rot-grüne Koalition "unverzüglich ein Gesetz zur Abschaffung der Studiengebühren vorlegen" werde.

Aber schon ein paar Zeilen weiter heißt es, die Langzeitstudiengebühren würden sozial verträglich gestaltet. Wie? Sollten die nicht auch weg? 600 Euro zahlt bislang jeder, der seine Regelstudienzeit um zwei Jahre überzieht. Für jedes weitere Studienjahr kommen noch einmal 100 Euro obendrauf.

Zumindest die Grünen versprachen in ihrem Wahlprogramm, dass damit Schluss sein soll. Entsprechend enttäuscht zeigen sich die erbitterten Gebührengegner der LandesAstenKonferenz und das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren. Es seien vor der Wahl Versprechen gemacht worden, "die bereits nach Ende der Wahl vergessen sind", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

"Kein Nullsummenspiel für die Hochschulen"

Gut, sagen vielleicht andere, sei's drum, immerhin fallen die regulären Studiengebühren weg. Aber auch das ist noch nicht ganz sicher, denn das wird richtig teuer. Rot-Grün in Niedersachsen hat den Hochschulen versprochen, den Wegfall der Einnahmen vollständig zu kompensieren. 107 Millionen Euro würden den Hochschulen nach Angaben der Landeshochschulkonferenz ohne die Studiengebühren derzeit pro Jahr fehlen.

Doch wo soll dieses Geld herkommen? Eigentlich ist sparen angesagt, Niedersachsen hat 60 Milliarden Euro Schulden. "Die Finanzierung wird nur durch Umschichtungen im Haushalt realisierbar sein", sagt Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne), die designierte Wissenschaftsministerin Niedersachsens. Frühestens 2014 sei mit dem Ende der Campus-Maut zu rechnen, weil der Doppelhaushalt 2012/2013 bereits verabschiedet ist. Heinen-Kljajic versichert den Hochschulen außerdem, es werde für sie "kein Nullsummenspiel geben", die 107 Millionen Euro sollen im Gesamthaushalt gefunden und umverteilt werden.

Die Hochschulen bleiben trotzdem skeptisch. Jürgen Hesselbach, Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz und Braunschweiger Uni-Präsident, freut zwar die Ankündigung, er zweifelt aber daran, dass die Kompensation tatsächlich so umgesetzt wird. Für den Hochschulvertreter ist klar, dass das Geld aus einem anderen Ressort kommen muss und die Ministerin es nicht den Unis aus der einen Tasche nimmt, um es ihnen in die andere zu stecken.

Unis könnten gegen Abschaffung klagen

Es kracht also entweder im Kabinett, oder es müssen neue Schulden gemacht werden. Noch ist die Koalition nicht besiegelt, und Rot-Grün wünscht sich, mit einem Sparkurs und Steuererhöhungen die Mittel für die Abschaffung der Campus-Maut zu bekommen und trotzdem das Defizit senken.

Ein weiterer Brocken, der bei der Abschaffung im Weg liegt: Amtvorgängerin Johanna Wanka, seit Donnerstag Bundesbildungsministerin in Berlin, hat mit den Niedersächsichsen Hochschulen 2010 den Zukunftsvertrag II geschlossen, der den Unis Einnahmen aus Studiengebühren bis zum 31. Dezember 2015 zusichert. Eine Abschaffung der Campus-Maut per Gesetz könne den Vertrag aber auch aushebeln, glaubt Elke Gurlit, Richterin und Jura-Professorin der Uni Mainz. Allerdings könnten die Unis dann immer noch dagegen klagen, sagt die Expertin.

seh/dpa

Forum

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insgesamt 35 Beiträge
1. Wahlversprechen
allesamt 15.02.2013
Ätsche, bätsche... Wieder einmal: Ein Wahlversprechen, das nicht eingehalten wird. Frühestens 2014/15 sollen die Studiengebühren fallen. Nichts da mit sofort oder für`s nächste Semester. Dumm nur für jene Studenten, [...]
Zitat von sysopdapdRot-Grün in Niedersachsen schafft die Campus-Maut ab, Langzeitstudiengebühren aber bleiben. 100 Millionen Euro müsste das Land den Hochschulen dafür jährlich geben. Die Lösung der designierten Wissenschaftsministerin: Ministerkollegen sollen abgeben. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/niedersachsen-will-studiengebuehren-durch-haushaltsmittel-ersetzen-a-883621.html
Ätsche, bätsche... Wieder einmal: Ein Wahlversprechen, das nicht eingehalten wird. Frühestens 2014/15 sollen die Studiengebühren fallen. Nichts da mit sofort oder für`s nächste Semester. Dumm nur für jene Studenten, die so blöd waren, dem Käsegeruch folgten und den "Sozialen" in die (Mause-)Falle tappten. Sozis und Grüne: So etwas merken sich auch Studenten...
2. Der ÖR bekommt 8 Milliarden für eine
SvenMeier 15.02.2013
... im Jahr, und Niedersachsen hat keine 100 Millionen um jedem Deutschen ein Studium zu ermöglichen? Einfach nur traurig.
... im Jahr, und Niedersachsen hat keine 100 Millionen um jedem Deutschen ein Studium zu ermöglichen? Einfach nur traurig.
3.
quovadisgermania 15.02.2013
Weil der Doppelhaushalt 2012/2013 schon verabschiedet ist!
Zitat von allesamtÄtsche, bätsche... Wieder einmal: Ein Wahlversprechen, das nicht eingehalten wird. Frühestens 2014/15 sollen die Studiengebühren fallen. Nichts da mit sofort oder für`s nächste Semester. Dumm nur für jene Studenten, die so blöd waren, dem Käsegeruch folgten und den "Sozialen" in die (Mause-)Falle tappten. Sozis und Grüne: So etwas merken sich auch Studenten...
Weil der Doppelhaushalt 2012/2013 schon verabschiedet ist!
4.
quovadisgermania 15.02.2013
Ein weiterer Brocken, der bei der Abschaffung im Weg liegt: Amtvorgängerin Johanna Wanka, seit Donnerstag Bundesbildungsministerin in Berlin, hat mit den Niedersächsichsen Hochschulen 2010 den Zukunftsvertrag II [...]
Zitat von allesamtÄtsche, bätsche... Wieder einmal: Ein Wahlversprechen, das nicht eingehalten wird. Frühestens 2014/15 sollen die Studiengebühren fallen. Nichts da mit sofort oder für`s nächste Semester. Dumm nur für jene Studenten, die so blöd waren, dem Käsegeruch folgten und den "Sozialen" in die (Mause-)Falle tappten. Sozis und Grüne: So etwas merken sich auch Studenten...
Ein weiterer Brocken, der bei der Abschaffung im Weg liegt: Amtvorgängerin Johanna Wanka, seit Donnerstag Bundesbildungsministerin in Berlin, hat mit den Niedersächsichsen Hochschulen 2010 den Zukunftsvertrag II geschlossen, der den Unis Einnahmen aus Studiengebühren bis zum 31. Dezember 2015 zusichert.
5.
c++ 15.02.2013
Die 8 Milliarden zahlen die Bürger, damit ihnen erklärt wird, warum 100 Millionen für Bildung fehlen
Zitat von SvenMeier... im Jahr, und Niedersachsen hat keine 100 Millionen um jedem Deutschen ein Studium zu ermöglichen? Einfach nur traurig.
Die 8 Milliarden zahlen die Bürger, damit ihnen erklärt wird, warum 100 Millionen für Bildung fehlen

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