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20.02.2013
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Titelentzug vor Gericht

Schavan hat Klage eingereicht

DPA

Annette Schavan (CDU): Klage gegen die Dr.-Aberkennung eingereicht

Annette Schavan hatte den Schritt Minuten nach dem Entzug ihres Doktortitels angekündigt, jetzt haben ihre Anwälte tatsächlich Klage eingereicht: Damit wehrt sich die Ex-Bildungsministerin juristisch gegen die Aberkennung ihres Uni-Abschlusses. Bis zu einem Urteil wird es lange dauern.

Die ehemalige Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat offiziell Klage gegen den Entzug ihres Doktorgrads durch die Universität Düsseldorf eingereicht. Die Klageschrift sei an das Verwaltungsgericht Düsseldorf geschickt worden, sagte ihr Anwalt Christian-Dietrich Bracher SPIEGEL ONLINE. Bracher arbeitet bei der Kanzlei Redeker Sellner Dahls, die Schavan in dem Rechtsstreit mit der Uni vertritt.

Ihre Anwälte halten das Plagiatsverfahren der Hochschule für fehlerhaft und das Urteil des 15-köpfigen Fakultätsrats für unverhältnismäßig. Erfahrungsgemäß würde in einem ersten Schreiben zunächst einmal Akteneinsicht verlangt werden, so Bracher. Der Rat der Philosophischen Fakultät hatte Schavan vor zwei Wochen wegen "vorsätzlicher Täuschung" in ihrer Promotionsarbeit den vor 33 Jahren erworbenen Doktortitel entzogen.

Das Verwaltungsgericht in Düsseldorf bestätigte am Mittwoch den Eingang der Klage (Aktenzeichen: 15 K 2271/13), konnte aber keine Angaben über die Dauer des Verfahrens machen. Ein Durchschnittswert aus dem vergangenen Jahr legt aber nahe, dass es bis zu einem Urteil dauern dürfte. 2012 fällten die Richter ihre Urteilssprüche nach durchschnittlich elf Monaten.

Klage war Rücktrittsgrund

Der Dekan der Philosophischen Fakultät, Bruno Bleckmann, hatte vergangenen Freitag Schavan die schriftliche Begründung für den Entzug des Doktortitels zugestellt. Nach dem Titelentzug durch die Uni Düsseldorf am Abend des 5. Februar hatten Schavans Anwälte Minuten später angekündigt, ihre Mandantin werde gegen die Aberkennung der Doktorwürde vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf juristisch vorgehen.

Vier Tage danach trat Schavan als Ministerin zurück und begründete den Schritt mit ihrer Klage. Ihr juristisches Vorgehen gegen eine Universität beschädige das Amt der Forschungsministerin. Als Plagiatorin sieht sich Schavan weiterhin nicht, sie räumte lediglich Flüchtigkeitsfehler ein. Schavan schloss ihr Studium vor 33 Jahren mit einer Direktpromotion zum Thema "Person und Gewissen" ab. Verliert sie den Grad endgültig, steht sie ohne Studienabschluss da.

Ob die Klage der ehemaligen Ministerin Schavan überhaupt Aussichten auf Erfolg hat, ist strittig. Wolfgang Löwer, DFG-Experte für wissenschaftliches Fehlverhalten, sagte im SPIEGEL-ONLINE-Interview, er kenne kein Verwaltungsgericht, das in einem Plagiatsverfahren gegen eine Fakultät entschieden hätte.

Interview mit Promotionsexperte Löwer

jon/cht/dpa

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insgesamt 105 Beiträge
1. Verfahren
MHD77 20.02.2013
Was für einen Zweck soll das haben? Das Gericht kann und wird nur die Rechtmäßigkeit des Verfahrens beurteilen, das zur Aberkennung führte - nicht die Doktorarbeit.
Zitat von sysopDPAAnnette Schavan hatte den Schritt Minuten nach ihrem Doktorentzug angekündigt, jetzt reichten ihre Anwälte Klage ein: Damit wehrt sich die Ex-Bildungsministerin juristisch gegen die Aberkennung ihres Uni-Abschlusses. Bis zu einem Urteil wird es lange dauern. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/schavan-reichte-klage-gegen-entzug-des-doktortitels-ein-a-884435.html
Was für einen Zweck soll das haben? Das Gericht kann und wird nur die Rechtmäßigkeit des Verfahrens beurteilen, das zur Aberkennung führte - nicht die Doktorarbeit.
2. 200.000 €
mischpot 20.02.2013
versüßen die Wartezeit, danach gibts dann ordentlich Pension.
versüßen die Wartezeit, danach gibts dann ordentlich Pension.
3. .
frubi 20.02.2013
Was für eine frustrierte Frau. Sie hätte von Anfang an souveräner mit dieser Thematik umgehen können. Wieso bezahlen diese Plagiatoren überhaupt Medienberater, wenn diese ihren Job nicht erledigen. Sie hätte von Anfang [...]
Zitat von sysopDPAAnnette Schavan hatte den Schritt Minuten nach ihrem Doktorentzug angekündigt, jetzt reichten ihre Anwälte Klage ein: Damit wehrt sich die Ex-Bildungsministerin juristisch gegen die Aberkennung ihres Uni-Abschlusses. Bis zu einem Urteil wird es lange dauern. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/schavan-reichte-klage-gegen-entzug-des-doktortitels-ein-a-884435.html
Was für eine frustrierte Frau. Sie hätte von Anfang an souveräner mit dieser Thematik umgehen können. Wieso bezahlen diese Plagiatoren überhaupt Medienberater, wenn diese ihren Job nicht erledigen. Sie hätte von Anfang die Sympathien auf ihre Seite ziehen können aber man versteckt sich lieber hinter Aussagen wie "ich weise die Vorwürfe entschieden zurück."
4. rechtstaatlichkeit
autocrator 20.02.2013
es ist ein gutes rechtsataatliches prinzip, dass jeder verwaltungsakt eines hoheitsträgers gerichtlich überprüfbar ist. Sachlich sehe ich für mme. Schavan schwarz, nicht nur inhaltlich (wo Sie recht haben, das wird gar [...]
Zitat von MHD77Was für einen Zweck soll das haben? Das Gericht kann und wird nur die Rechtmäßigkeit des Verfahrens beurteilen, das zur Aberkennung führte - nicht die Doktorarbeit.
es ist ein gutes rechtsataatliches prinzip, dass jeder verwaltungsakt eines hoheitsträgers gerichtlich überprüfbar ist. Sachlich sehe ich für mme. Schavan schwarz, nicht nur inhaltlich (wo Sie recht haben, das wird gar nicht das thema sein vor gericht), sondern auch verfahrenstechnisch, v.a. vor dem hintergrund der staatlichen garantie der hochschulautonomie. zweck? - mme. Schavan versucht offenbar verzweifelt, eine oder mehrere ihrer lebenslügen aufrechtzuerhalten. Ich prophezeihe ihr einen massiven psychologisch-gesundheitlichen absturz nach dem verfahren.
5. es ist...
MTMinded 20.02.2013
... einfach armselig ... und damit meine ich das verhalten diese person genauso wie die tatsache, dass die medien ihr nach wie vor eine plattform bieten.
... einfach armselig ... und damit meine ich das verhalten diese person genauso wie die tatsache, dass die medien ihr nach wie vor eine plattform bieten.

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