04.07.2012
Rituale auf Festivals
Götter im Dixi, erhöret uns
"Der Typ, der vom Dach des VW-Busses geschleudert wird und sich den Arm bricht, das war ich", sagt Oliver Uschmann, 34. Der Buchautor und Festivalveteran probierte damals unerschrocken das "Quer-durch-die-Gegend-fliegen" aus - ein Festivalritual, das selten ohne Blessuren abgeht.
Seine Recherche führt Uschmann seit Jahren auf große Openair-Events und dort hat er dieses und einige andere merkwürdige Rituale kennengelernt. "Quer-durch-die-Gegend-fliegen" etwa geht so: Männer lassen sich auf Europaletten mit 60 Sachen über einen Platz schleppen oder krallen sich auf einer auf einem fahrenden Bus befestigten Matratze fest - und ab geht's in voller Fahrt über die Wiese - so lange, bis die Fliehkräfte dem Ritt ein unsanftes Ende machen.
Uschmann beschreibt dieses und andere Spektakel in seinem Buch "Überleben auf Festivals - Expeditionen und Rockreich". Er nennt sein Werk "größtenteils biografisch", SPIEGEL ONLINE zeigt Auszüge. Im ersten Teil ging es noch um Besuchertypen, die man auf Festivals antrifft, darunter: Kümmerer, Choleriker, Vandalen.
Im zweiten Teil nun erzählt Uschmann von Amateurstunts auf Autodächern, vom Surfen auf Publikumsmassen, von Schildern, die zu schnellem Sex auffordern - und er ergründet die Herkunft eines mysteriösen Rufs, der mindestens seit grauer Achtziger-Jahre-Vorzeit über Festivalgelände schallt: "Heeeeeeeeelga!"
Klicken Sie auf die Überschriften, um zu den Texten zu gelangen: