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Wirtschaft

Treffen mit deutschen Top-Managern

Putin will engere Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Einmal jährlich trifft sich Wladimir Putin mit Spitzenvertretern der deutschen Wirtschaft. Der russische Präsident lobt die Investitionen deutscher Firmen in seinem Land. Doch ein Problem blieb bei den Gesprächen ausgespart.

DPA

Wladimir Putin (l.), Nursultan Nasarbajew (Mitte), Metro-Chef Olaf Koch (r.)

Donnerstag, 12.10.2017   20:52 Uhr

Russlands Präsident Wladimir Putin setzt trotz politischen Streits mit Deutschland auf einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Die deutschen Firmen hätten ihre Absicht bekräftigt, sich weiter auf dem russischen Markt zu engagieren, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach einem Treffen von Putin mit deutschen Topmanagern laut der Agentur Interfax.

In diesem Jahr habe die deutsche Wirtschaft mit umgerechnet 262 Millionen Euro bereits anderthalb Mal mehr investiert als 2016, sagte Putin in der Schwarzmeerstadt Sotschi. Auch der Handel wachse wieder.

Vertreten bei dem jährlichen Gespräch mit Putin waren Dax-Unternehmen wie Siemens, Metro und Linde , der weltgrößte Gips-Konzern Knauf, der Pipelinebauer Nord Stream und andere Großinvestoren. Angeführt wurde die Delegation vom Chef des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Wolfgang Büchele. Auf Putins Wunsch nahm auch der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew teil.

Der Streit um die Siemens-Turbinen auf der Krim sei nicht zur Sprache gekommen, sagte Putins Sprecher Peskow. Eine Siemens-Tochter hatte Turbinen geliefert, die trotz anderslautender Verträge auf die von Russland annektierte ukrainische Schwarzmeerhalbinsel gebracht wurden - ein Verstoß gegen EU-Sanktionen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Siemens bestätigt Turbinen-Lieferung auf Krim

Die deutschen Firmen hielten auch an dem Projekt Nord Stream 2 für eine zweite Gaspipeline durch die Ostsee fest, sagte Peskow. An dem Projekt sind die deutschen Energiekonzerne Wintershall und Uniper beteiligt. US-Sanktionen zielen darauf ab, das vom russischen Staatskonzern Gazprom geführte Vorhaben zu stoppen. (Mehr dazu lesen Sie hier.) Die Bundesregierung unterstützt den Pipeline-Bau und hat die US-Pläne kritisiert. Die EU hingegen ringt um eine gemeinsame Linie.

Die russische Wirtschaft erholt sich derzeit von einer mehrjährigen Rezession, ausgelöst durch fehlende Reformen, den schwachen Ölpreis und die Sanktionen. 2016 betrug der deutsch-russische Handel rund 48 Milliarden Euro, wenige Jahre zuvor waren es noch fast doppelt so viel gewesen. Allerdings kletterte das Handelsvolumen in den ersten fünf Monaten 2017 um fast 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

asa/dpa

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