Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Wegen Air-Berlin-Pleite

Bundesbeamte sollen jetzt mehr skypen

Die Insolvenz von Air Berlin trifft auch die Bonn-Berlin-Pendler der Bundesministerien. Nach SPIEGEL-Informationen sollen für das Funktionieren der Regierung Alternativen gefunden werden.

DPA

Air-Berlin-Flugzeug am Flughafen Tegel

Von Benedikt Becker
Samstag, 21.10.2017   10:47 Uhr

Das Ende der Fluggesellschaft Air Berlin könnte sich negativ auf die Arbeit mehrerer Bundesministerien auswirken. Die insolvente Airline hatte bisher einen beträchtlichen Teil der Ministerialbeamten befördert, die noch regelmäßig zwischen Bonn und Berlin pendeln. Grundlage war ein Vertrag mit dem Bundesverkehrsministerium.

Titelbild

Mehr dazu im SPIEGEL

Heft 43/2017
Macht und Missbrauch
 

Das Ministerium muss nun den "Beamten-Shuttle" neu ausschreiben - vor Herbst 2018 werden die neuen Flieger aber kaum abheben. Bis dahin sollen die Beschäftigten Dienstreisen auf das "notwendige Maß" beschränken, heißt es in einer ministerialen Dienstanweisung. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Das Papier enthält weitere Vorgaben, wie die Beamten auf den Ausfall der Flüge reagieren sollen. So sei insbesondere die "Durchführung des Dienstgeschäfts über Video- und Telefonkonferenz" vorzuziehen. Mit anderen Worten: Die Beamten sollen mehr miteinander über Internettelefonie-Anbieter wie Skype kommunizieren. Zudem wird zur fünfstündigen Anreise mit der Deutschen Bahn geraten, auch wenn dies mit einer Übernachtung verbunden sein sollte.

Im Jahr 2015 waren Bundesbeamte insgesamt 33.307 Mal zwischen Berlin und Bonn geflogen. Ein Regierungsbericht hatte im Februar eintägige Dienstreisen "häufig als besonders ineffizient" bewertet.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - diese Woche bereits ab Donnerstagmorgen erhältlich.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

insgesamt 62 Beiträge
vnv_muc 21.10.2017
1. Leider
braucht es einen solchen Anlass, um dieses Verbrennen von Steuergeldern mal zu reduzieren. Skype, WebEx und co sind doch in der Industrie schon seit Jahren Standard. Aber Behörden müssen sich ja nicht selbst regulieren. Geld ist [...]
braucht es einen solchen Anlass, um dieses Verbrennen von Steuergeldern mal zu reduzieren. Skype, WebEx und co sind doch in der Industrie schon seit Jahren Standard. Aber Behörden müssen sich ja nicht selbst regulieren. Geld ist ja da. Traurig.
ein-berliner 21.10.2017
2. Besonders Ineffizient
Zustimmung auf der ganzen Linie. Wo also sind die Umzugswagen? Problem erkannt - Problem gebonnt. Ende der Verschwendung von Steuergeldern.
Zustimmung auf der ganzen Linie. Wo also sind die Umzugswagen? Problem erkannt - Problem gebonnt. Ende der Verschwendung von Steuergeldern.
horstenporst 21.10.2017
3.
Hoffentlich wissen die Beamten auch, das bei skype die NSA mithört.
Hoffentlich wissen die Beamten auch, das bei skype die NSA mithört.
andreasclevert 21.10.2017
4. Fernab jeglicher Realität
Ich bin auch jemand, der zwischen Bonn und Berlin manchmal hin und her fliegen muss. Schon in den letzten Wochen war klar, dass Air Berlin sehr unzuverlässig ist. Dann steigt man halt auf Ryanair um, das ist sowieso billiger als [...]
Ich bin auch jemand, der zwischen Bonn und Berlin manchmal hin und her fliegen muss. Schon in den letzten Wochen war klar, dass Air Berlin sehr unzuverlässig ist. Dann steigt man halt auf Ryanair um, das ist sowieso billiger als Air Berlin mit Ministeriumsvertrag. Und es geht auch.
BoMbY 21.10.2017
5. Tolle Idee.
Die NSA und CIA können es bestimmt kaum erwarten die Deutschen Bundesministerien noch einfacher aus zu spionieren.
Die NSA und CIA können es bestimmt kaum erwarten die Deutschen Bundesministerien noch einfacher aus zu spionieren.

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Verwandte Themen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP