15.11.2007
Preisschub
Strom, Sprit und Lebensmittel treiben Inflation nach oben
Wiesbaden - Verantwortlich für den Anstieg waren vor allem die höheren Kosten für Heizöl, Benzin, Diesel und Strom sowie für Milchprodukte und Brot. Im Vergleich zum September erhöhten sich die Preise um 0,2 Prozent. Dabei sanken die Preise für Energie im Monatsvergleich leicht, die Verbraucher mussten für Lebensmittel aber nochmals mehr zahlen als im Vormonat.
So stiegen im Jahresvergleich die Preise für Benzin und Diesel um 10,3 Prozent und für leichtes Heizöl um 5,8 Prozent. Allerdings sanken die Preise hier im Vergleich zum September leicht. Teurer wurde im Jahresvergleich auch Strom, für den Verbraucher im Oktober 2007 acht Prozent mehr zahlen mussten. Der Ölpreis hatte zuletzt ein Rekordhoch von knapp 100 Dollar erreicht. An den deutschen Tankstellen wurden neue Rekorde für Benzin und Diesel registriert. Der Benzinpreis bewegte sich zeitweise bei knapp 1,50 Euro, Diesel bei knapp 1,30 Euro.
Gesunken ist hingegen der Preis für Gas, das im Oktober 1,7 Prozent weniger kostete als im Vorjahr. Der Gaspreis ist an den Ölpreis gekoppelt und vollzieht die Preisbewegungen beim Öl mit einigen Monaten Verspätung nach. Erwartet wird, dass es in den ersten Monaten des kommenden Jahres zu starken Preissteigerungen beim Gas kommen wird, weil sich das jüngste Allzeithoch beim Öl auswirken wird.
Überdurchschnittlich mehr Geld mussten Verbraucher für Nahrungsmittel und Getränke bezahlen. Sie stiegen auch im Vergleich zum September erneut deutlich. So wurde Milch nochmals um rund zehn Prozent teurer, Käse um rund sieben Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren Lebensmittel damit im Schnitt um 4,6 Prozent teurer. Butter kostete im Oktober rund 46 Prozent mehr, Vollmilch rund 25 Prozent, Speisequark rund 34 Prozent. Für Brot mussten Verbraucher vier Prozent mehr zahlen. Bei Fruchtsäften lagen die Preise um rund 13 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Preise steigen unter anderem wegen Missernten in vielen Teilen der Welt und einer höheren Nachfrage aus Ländern wie China oder Indien.
Die Preise werden in diesem Jahr außerdem weiter durch die Einführung der Studiengebühren in zahlreichen Bundesländern getrieben. Deshalb stiegen die Kosten für das Bildungswesen um rund 29 Prozent. Zahlreiche Bundesländer hatten die Studiengebühren im April eingeführt, im Oktober folgten auch Hessen und das Saarland. Dämpfend auf die Inflation wirkten sich auch im Oktober wieder die Preise für Unterhaltungselektronik aus: So wurden Computer um rund 25 Prozent billiger, Fernseher um 20 Prozent und Videokameras um neun Prozent.
sam/AFP
