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19.01.2009
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Diamanten, Uhren, Schmuck

Nachfrage nach Luxusgütern schrumpft

Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont leidet stärker unter der Wirtschaftskrise als erwartet - die Umsätze gingen um sieben Prozent zurück. Erst kürzlich hatte auch der weltgrößte Diamantproduzent De Beers einen Nachfragerückgang gemeldet.

Genf - Auch Hersteller von Luxusprodukten sind vor den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise nicht gefeit: Die Umsätze des Schweizer Luxusgüterherstellers Richemont Chart zeigen gingen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 1,552 Milliarden Schweizer Franken (gut eine Milliarde Euro) zurück, wie der Mutterkonzern von Marken wie Dunhill, Montblanc, Vacheron Constantin und Cartier am Montag in Genf mitteilte.

Währungsbereinigt lag das Minus sogar bei zwölf Prozent. Damit leidet der Luxusgüterkonzern stärker unter der globalen Wirtschaftskrise als erwartet: Von der schweizerischen Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten einen Umsatz von 1,679 Milliarden Franken prognostiziert.

Der Konzern sprach von den "härtesten Marktbedingungen seit der Gründung vor 20 Jahren". In nächster Zukunft sei keine signifikante Erholung zu erwarten. Das Unternehmen sehe "keinen Grund für Optimismus".

Der Verkaufsrückgang betraf nach Angaben des Unternehmens alle Regionen und Produkte. Das Juwelengeschäft mit den Marken Cartier und Van Cleef & Arpels verzeichnete eine Abnahme des Umsatzes um sieben Prozent. Die Verkäufe der Uhren mit den Marken Piaget, Vacheron Constantin, Jaeger-LeCoultre, IWC und Roger Dubuis gingen um fünf Prozent zurück. Die Schreibwerkzeuge von Montblanc verzeichneten einen überdurchschnittlichen Umsatzrückgang von 15 Prozent. Im Lederwarengeschäft von Alfred Dunhill musste Richemont eine Abnahme um fünf Prozent hinnehmen.

Die Probleme bei Richemont zeigen, dass die Luxusbranche entgegen weitläufiger Meinung alles andere als krisenfest ist: Am Freitag kündigte der weltweit größte Diamantenproduzent De Beers wegen sinkender Nachfrage nach Luxusgütern an, in der ersten Jahreshälfte 2009 die Produktion in der Minen-Sparte zurückzufahren.

Der britisch-südafrikanische Konzern teilte weiter mit, es könnte an Standorten in Botswana, Südafrika, Namibia und Kanada sowie am Hauptsitz in London zu Stellenstreichungen kommen. Zudem sollen die Investitionsausgaben und Erschließungskosten gekürzt werden. Pläne zur Schließung einzelner Minen gebe es aber nicht. De Beers gehört zu 45 Prozent dem Bergbaukonzern Anglo American Chart zeigen.

Diamanten gelten im Luxusgütersektor als besonders krisensicher. Im Weihnachtsgeschäft gingen aber auch die Verkäufe wegen der weltweiten Rezession zurück. Der Rückgang blieb allerdings im Rahmen der Markterwartungen. Trotz der wohl weiter schwachen Marktbedingungen blickt das Unternehmen daher optimistisch in die Zukunft: "Es gibt eine grundlegende Nachfrage, wegen der Diamanten nicht nachgeben. Nach wie vor verloben die Menschen sich, heiraten und haben Geburtstag."

kaz/dpa-AFX/Reuters

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