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Wirtschaft

Ferienverkehr

Fahrgast-Boom bringt Bahn ans Limit

Die Bahn kann sich in der Ferienzeit vor Fahrgästen kaum retten. 30.000 Passagiere pro Tag mehr als im vergangenen halben Jahr tummeln sich in den Wagen - und bringen den Konzern mit seiner ausgelaugten Infrastruktur ans Limit.

DPA

Bahnreisende in Frankfurt/Main

Von
Freitag, 10.08.2018   18:01 Uhr

Bei seiner Halbjahresbilanz Mitte Juli war Bahn-Chef Richard Lutz hin- und hergerissen. Einerseits musste er eine schlechte Pünktlichkeitsstatistik vorlegen. Auch die Schulden seines Unternehmens sind auf 20 Milliarden Euro angewachsen. Doch die Fahrgastzahlen sind positiv. Und damals kannte er noch nicht die aktuellsten Daten aus seinem Konzern.

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Heft 33/2018
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Die liegen jetzt vor. Nach Informationen des SPIEGEL muss die Deutsche Bahn über die Ferienzeit einen besonders hohen Andrang in ihren Zügen bewältigen. Seit diesem Sommer fahren im Schnitt täglich 30.000 Passagiere mehr mit der Bahn.

Dabei hat das Unternehmen schon in den ersten sechs Monaten im Fernverkehr mit 395.000 Fahrgästen pro Tag einen Rekord eingefahren. In den Gängen herrscht oft drangvolle Enge, weil die Bahn nur eine begrenzte Menge zusätzlicher ICEs und ICs einsetzen kann. Reservewagen sind bei der kaputtgesparten Bahn generell knapp.

Im Sommer kommt allerdings hinzu, dass die Bahn an bis zu 800 Stellen täglich baut. Dadurch verlängert sich auf einigen Strecken die Fahrtzeit, etwa weil eine Umleitung nicht zu vermeiden ist. Der Zug steht dann aber für die Rückfahrt nicht rechtzeitig zur Verfügung und muss durch einen Reservezug ersetzt werden. "Ansonsten gerät der Fahrplan außer Kontrolle", wie ein Bahnsprecher erklärt.

Die Folge ist, dass derzeit alles auf der Schiene rollt, was bei der Bahn irgendwie einsatzbereit ist. Die Situation, am äußersten Limit zu fahren, wird sich erst entspannen, wenn alle ICEs der jüngsten Generation ausgeliefert worden sind. Zusätzlich will die Bahn an ihre ICEs künftig einen weiteren Wagen anhängen. Doch diese Maßnahme wird auch in den Sommerferien 2019 keine Entlastung bringen, da die Verträge mit dem Hersteller Siemens noch nicht unterschrieben sind.

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insgesamt 29 Beiträge
h.hass 10.08.2018
1.
Tja, das ist halt mal wieder eine Situation, auf die die Bahn unmöglich vorbereitet sein konnte und die sie völlig überrascht hat: gestiegene Fahrgastzahlen in der Ferienzeit. Das kommt genau so unerwartet wie Schnee und Eis im [...]
Tja, das ist halt mal wieder eine Situation, auf die die Bahn unmöglich vorbereitet sein konnte und die sie völlig überrascht hat: gestiegene Fahrgastzahlen in der Ferienzeit. Das kommt genau so unerwartet wie Schnee und Eis im Winter!
sarah_h 10.08.2018
2. Uraltzuege ...
Ich fahre regelmaessig die Strecke Amsterdam - Berlin. Bis Anfang Sommer fuhr der regulaere IC mit Klimaanlage und Bordbistro. Seit Anfang Sommer wird ab Bad Bentheim ein Uralt-IC eingesetzt der weder Klimaanlage, noch Bordbistro [...]
Ich fahre regelmaessig die Strecke Amsterdam - Berlin. Bis Anfang Sommer fuhr der regulaere IC mit Klimaanlage und Bordbistro. Seit Anfang Sommer wird ab Bad Bentheim ein Uralt-IC eingesetzt der weder Klimaanlage, noch Bordbistro hat und zum Teil noch nach Zigaretten stinkt. Das ist anscheinend normal. Natuerlich kostet das Zugticket noch genau das gleiche und es gibt auch keine Hinweise im Fahrplan das ein Schrottwagen von Bad Bentheim nach Berin faehrt. Wuerde man das wissen, wuerde keiner diesen Zug mehr buchen. Ohne Klimaanlage bei fast 40 Grad zu fahren ist gesundheitsgefaehrdent, aber Bahnmitarbeiter zucken nur mit den Schultern. Die Zuege, die sie zum Einsatz bringen sind unter aller Sau.
sarah_h 10.08.2018
3. Uraltzuege ...
Ich fahre regelmaessig die Strecke Amsterdam - Berlin. Bis Anfang Sommer fuhr der regulaere IC mit Klimaanlage und Bordbistro. Seit Anfang Sommer wird ab Bad Bentheim ein Uralt-IC eingesetzt der weder Klimaanlage, noch Bordbistro [...]
Ich fahre regelmaessig die Strecke Amsterdam - Berlin. Bis Anfang Sommer fuhr der regulaere IC mit Klimaanlage und Bordbistro. Seit Anfang Sommer wird ab Bad Bentheim ein Uralt-IC eingesetzt der weder Klimaanlage, noch Bordbistro hat und zum Teil noch nach Zigaretten stinkt. Das ist anscheinend normal. Natuerlich kostet das Zugticket noch genau das gleiche und es gibt auch keine Hinweise im Fahrplan das ein Schrottwagen von Bad Bentheim nach Berin faehrt. Wuerde man das wissen, wuerde keiner diesen Zug mehr buchen. Ohne Klimaanlage bei fast 40 Grad zu fahren ist gesundheitsgefaehrdent, aber Bahnmitarbeiter zucken nur mit den Schultern. Die Zuege, die sie zum Einsatz bringen sind unter aller Sau.
mrca 10.08.2018
4. Natürlich ist auch der Bahnvorstand schuld,
aber die Bahn, als einhundert Prozent Unternehmen des Bundes wird von Berlin aus kontrolliert. Da sitzen die eigentlich Schuldigen. Die Bundespolitik hat es seit Jahren versäumt, die Bahn auf einen Nutzer orientierten [...]
aber die Bahn, als einhundert Prozent Unternehmen des Bundes wird von Berlin aus kontrolliert. Da sitzen die eigentlich Schuldigen. Die Bundespolitik hat es seit Jahren versäumt, die Bahn auf einen Nutzer orientierten Dienstleistungskonzern zu trimmen. Seit zehn Jahren treibt dort die CSU ihr Unwesen. Statt immer neue Säue durchs Dorf zu treiben sollten sie mal die alten Ställe renovieren.
Severussupernase 10.08.2018
5. Selber schuld
wer mit den häßlichen stinkenden Plastikdingern fährt, von Zügen kann da ja keine Rede mehr sein Bundesbahn wieder her bequeme Reisezugwagen wo man das Fenster aufmachen kann statt der fensterlose videoüberwachte [...]
wer mit den häßlichen stinkenden Plastikdingern fährt, von Zügen kann da ja keine Rede mehr sein Bundesbahn wieder her bequeme Reisezugwagen wo man das Fenster aufmachen kann statt der fensterlose videoüberwachte Plastikdreck Wer ist verantwortlich? Die Wähler wissen es CSU raus aus Bayern

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