Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft
Ausgabe
20/2017

Die Geldfrage

Wo und wie kann man Bitcoins kaufen?

Die Kryptowährung Bitcoin entwickelt sich zunehmend zu einer ernstzunehmenden Alternativwährung, vor allem für Käufe im Internet. Aber wie kommt man eigentlich an das digitale Geld?

REUTERS

Münzen und Scheine im Bitcoin-Look (Symbolbild)

Von
Montag, 15.05.2017   23:45 Uhr

Lange galten Bitcoins als Spielgeld für Nerds und Cyberkriminelle, inzwischen nimmt die Finanzbranche die Kryptowährung ernst. Mit ihrer Hilfe lassen sich nicht nur Überweisungen tätigen, für viele wird sie auch als spekulative Geldanlage interessant.

Titelbild

Aus dem SPIEGEL

Heft 20/2017
Teurer Freund
Emmanuel Macron rettet Europa ... und Deutschland soll zahlen

Wer etwa im Mai 2015 einen Bitcoin zum Preis von damals rund 200 Euro erwarb, kann sich aktuell über die Verachtfachung seines Kapitals freuen. Anfang März war ein Bitcoin erstmals mehr wert als eine Feinunze Gold. Trotz aller Verlustrisiken und der hohen Volatilität wollen deshalb immer mehr Menschen in Bitcoin (BTC) investieren.

Nur: Wie geht das eigentlich? Einsteiger brauchen zunächst eine sogenannte Wallet, also eine virtuelle Brieftasche. Dahinter verbirgt sich eine Software, die es für alle Betriebssysteme und Plattformen gibt. Mit der Wallet kann man Bitcoins versenden und empfangen. Zu erwerben ist die Währung unter anderem auf einem der Bitcoin-Marktplätze im Netz. Anleger müssen sich anmelden und ihre Kontodaten hinterlegen; manche Anbieter ermöglichen den Bitcoin-Kauf auch per Kreditkarte.

Die Wahl des Marktplatzes erfordert Sorgfalt und einen Vertrauensvorschuss. Denn diese Unternehmen können pleitegehen oder gehackt werden - beides ist schon geschehen. In Deutschland führend ist bitcoin.de, das mit regelmäßigen Sicherheits-Audits wirbt. Dort bieten BTC-Besitzer ihre Bitcoins wie bei Ebay zu einem bestimmten Preis an, der Marktplatz selbst nimmt eine Transaktionsgebühr.

Wenn der Kaufpreis auf das Konto des Verkäufers überwiesen ist und der Empfänger das bestätigt, wandern die erstandenen Bitcoins in die Wallet. Alternativ kann man auch offline erste Erfahrungen mit der Kryptowährung sammeln - bei lokalen Bitcoin-Treffen etwa, wie es sie in vielen Städten gibt. Aktuellen Zahlen von Statista zufolge existieren zudem rund 1150 Bitcoin-Geldautomaten - die meisten in den USA; Deutschland ist hier noch Diaspora.

Haben Sie auch eine Geldfrage? Dann schreiben Sie uns:

geldfrage@spiegel.de

Antworten gibt es im SPIEGEL (freitags ab 18 Uhr in der digitalen Ausgabe und ab Samstag am Kiosk) oder montags auf SPIEGEL ONLINE.

insgesamt 28 Beiträge
catcargerry 15.05.2017
1. Aber dann nicht heulen!
Bitcoin: "für viele wird sie auch als spekulative Geldanlage interessant." Wenn wir schon Probleme haben, den regulären Geldmarkt zu regeln und zu überwachen, ist Bitcoin genau das ideale Spielzeug für die Massen. [...]
Bitcoin: "für viele wird sie auch als spekulative Geldanlage interessant." Wenn wir schon Probleme haben, den regulären Geldmarkt zu regeln und zu überwachen, ist Bitcoin genau das ideale Spielzeug für die Massen. Klar ist: es ist kein gesetzliches Zahlungsmittel und der Markt entzieht sich vorsätzlich einer öffentlichen Kontrolle und allen Transparenzbemühungen. "Spekulativ" ist da eher euphemistisch.
Weltfinanzexperte 15.05.2017
2. Geheult wird nur aus Neid.
Bitcoins sind genauso spekulativ wie Gold. Beides hat eigentlich keinen Wert. Der Unterschied ist, dass bei Bitcoins die "Fördermenge" bekannt ist. Nebenbei stehen in der Blockchain auch *alle* Transaktionen, die [...]
Zitat von catcargerryBitcoin: "für viele wird sie auch als spekulative Geldanlage interessant." Wenn wir schon Probleme haben, den regulären Geldmarkt zu regeln und zu überwachen, ist Bitcoin genau das ideale Spielzeug für die Massen. Klar ist: es ist kein gesetzliches Zahlungsmittel und der Markt entzieht sich vorsätzlich einer öffentlichen Kontrolle und allen Transparenzbemühungen. "Spekulativ" ist da eher euphemistisch.
Bitcoins sind genauso spekulativ wie Gold. Beides hat eigentlich keinen Wert. Der Unterschied ist, dass bei Bitcoins die "Fördermenge" bekannt ist. Nebenbei stehen in der Blockchain auch *alle* Transaktionen, die jemals getätigt wurden - noch transparenter geht es doch gar nicht?!
leo19 15.05.2017
3. Gold ist wenigstens für Kontakte und Schmuck gut.
Bei Bitcoin hilft nur der Glaube an einen noch Gierigeren, der einen höheren Preis zahlt. Erinnert an die Dotcom-Zeit
Bei Bitcoin hilft nur der Glaube an einen noch Gierigeren, der einen höheren Preis zahlt. Erinnert an die Dotcom-Zeit
Tim Wolf 15.05.2017
4. Geschichte wiederholt sich
Knapp 26 Jahre ist das Internet nun alt und es dauerte nur knapp 10 Jahre bis es massentauglich wurde. Heute kommen wir nicht mehr ohne aus und einige Garagen-Startups von damals sind mittlerweile riesige Weltkonzerne. [...]
Knapp 26 Jahre ist das Internet nun alt und es dauerte nur knapp 10 Jahre bis es massentauglich wurde. Heute kommen wir nicht mehr ohne aus und einige Garagen-Startups von damals sind mittlerweile riesige Weltkonzerne. Außenstehende sehen in diesen Tagen nur den bösen und komplizierten Bitcoin, vermutlich genauso wie ein Schwein ins Uhrwerk blicken würde. Tatsächlich aber erleben wir gerade die Geburt einer revolutionären Technologie. Nein, ich rede nicht vom Bitcoin, sondern von dem enormen Potential dahinter, der Blockchain-Technologie. Ich beobachte den Cryptospace schon seit Jahren und kann nun mit Gewissheit sagen das hier ein Durchbruch bevor steht. Wer aufmerksam ist kann die Entstehung der Global Player von Morgen beobachten und sogar daran partizipieren. Aber wie immer wird es auch diesmal diejenigen geben die sich in 10 Jahren sagen werden "hätte ich damals mal...". Ein Forenkommentar von 2015 der mich immer wieder zum Schmunzeln bringt: "Und wieder ein neues Wort, das ich noch nie zuvor gehört habe. Genauso, wie vermutlich mind. 90 % der Foren-Teilnehmer und 95 % in der Gesamtbevölkerung. Noch nichtmal Wiki kennt es. Aber klar, wir nutzen dieses >Blockchain< dann alle einfach mal ab nächstem Monat und haben noch mehr Angst vor euch Nerd- und Hacker-Freaks!" Übrigens, mittlerweile kennt nicht nur Wikipedia den Begriff. Alles Gute
Rahvin 15.05.2017
5.
Vor allem sind Bitcoins als Währung gedacht, nicht als Spekulationsobjekt. Es bringt doch nichts, wenn man Bitcoins kauft, um auf irgendwelche Kursgewinne zu hoffen. Man sollte mit ihnen zahlen, sie in Umlauf bringen, damit der [...]
Vor allem sind Bitcoins als Währung gedacht, nicht als Spekulationsobjekt. Es bringt doch nichts, wenn man Bitcoins kauft, um auf irgendwelche Kursgewinne zu hoffen. Man sollte mit ihnen zahlen, sie in Umlauf bringen, damit der Grundgedanke, hier eine neue Währung zu schaffen, die eben nicht durch nationale Interessen gesteuert wird, mit der man auf der ganzen Welt zahlen kann, auch Realität wird. So ist das nur eine Spielerei und wird dazu führen, das BTC sich bald wieder verabschieden werden. Wie schon andere derartige Währungen auch. Was schade wäre.

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Verwandte Themen

Artikel

© DER SPIEGEL 20/2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP