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Wirtschaft

Piloten-Revolte

Air Berlin streicht erneut Flüge wegen Krankmeldungen

Ein ähnliches Desaster wie am Dienstag droht Air Berlin auch am Mittwoch. Besonders betroffen sind Berlin-Tegel und Düsseldorf. Bundesverkehrsminister Dobrindt forderte eine Rückkehr angeblich erkrankter Piloten an den Arbeitsplatz.

Foto: DPA
Mittwoch, 13.09.2017   09:56 Uhr

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin hat wegen Krankmeldungen zahlreicher Piloten am Mittwoch 32 Flüge gestrichen. Besonders betroffen seien der Flughafen Berlin-Tegel mit sieben und der Flughafen Düsseldorf mit fünf Ausfällen, sagte eine Sprecherin der Fluglinie am Mittwochmorgen. Die weiteren Ausfälle verteilten sich auf verschiedene Flughäfen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass im weiteren Verlauf des Mittwochs weitere Flüge gestrichen werden müssten.

Der Vorstand der Fluglinie hatte in einem internen Schreiben der Belegschaft mitgeteilt, dass "gegenwärtig 149 Krankmeldungen von Kapitänen und First Officers" vorlägen.

"Das bedeutet, dass uns am Mittwoch ein ähnliches operatives Desaster wie heute droht. Dies wird uns noch näher an den Abgrund bringen", heißt es in dem Brief von Airline-Chef Thomas Winkelmann und seinen Vorstandskollegen Oliver Iffert und Martina Niemann.

Bereits am Dienstag hatten sich etwa 200 Kollegen krank gemeldet, mehr als 100 Flüge fielen aus, Tausende Passagiere waren betroffen, unter anderem in Düsseldorf und Köln. Nach Berechnungen der Air-Berlin-Finanzabteilung habe dieser Ausfall die Fluglinie rund fünf Millionen Euro gekostet.

Unterdessen hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Rückkehr angeblich erkrankter Piloten an den Arbeitsplatz gefordert. Die Insolvenz von Air Berlin sei "eine große Belastung für alle Mitarbeiter, vor allem auch wegen der Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung der Arbeitsplätze", sagte Dobrindt der "Bild"-Zeitung. Gerade deswegen sei es "wichtig, den Flugbetrieb jetzt bestmöglich aufrecht zu erhalten und nicht die Kunden in Mitleidenschaft zu ziehen".

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) forderte den Zusammenhalt von Belegschaft und Unternehmen. "Ich wünsche mir, dass alle Beteiligten an den Gesprächen um die Zukunft von Air Berlin die Nerven behalten und versuchen, das Beste für die Beschäftigten zu erreichen", sagte Zypries dem Blatt.

hej/dpa/AFP

insgesamt 58 Beiträge
latrodectus67 13.09.2017
1. Stimmen
und wer bekommt in dem Artikel eine Stimme? Der Airline Chef und Vorstandskollegen, der Herr Dobrindt, die Frau Zypries. Und wer bekommt keine Stimme? Die Piloten. Ausgewogene Berichterstattung?
und wer bekommt in dem Artikel eine Stimme? Der Airline Chef und Vorstandskollegen, der Herr Dobrindt, die Frau Zypries. Und wer bekommt keine Stimme? Die Piloten. Ausgewogene Berichterstattung?
jan.22301 13.09.2017
2. Verzockt?
Es könnte sein, daß sich die Spieler bei Lufthansa, im Verkehrsministerium und im Management von AirBerlin verzockt habem im Poker um den Flugbetrieb von AB. Mit Essen spielt man nicht. Und auch nicht mit Unternehmen, ihren [...]
Es könnte sein, daß sich die Spieler bei Lufthansa, im Verkehrsministerium und im Management von AirBerlin verzockt habem im Poker um den Flugbetrieb von AB. Mit Essen spielt man nicht. Und auch nicht mit Unternehmen, ihren Mitarbeitern und deren Lebenschancen! Es bleibt spannend, ob die AB-Mannschaft ihren Widerstand durchhält. Viel Glück.
yurguen 13.09.2017
3.
"Unterdessen hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Rückkehr angeblich erkrankter Piloten an den Arbeitsplatz gefordert." Wenn die Herren (und ggf. Damen) krank sind, sagt man "Gute [...]
"Unterdessen hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Rückkehr angeblich erkrankter Piloten an den Arbeitsplatz gefordert." Wenn die Herren (und ggf. Damen) krank sind, sagt man "Gute Besserung". Wenn sie nicht krank sind und man das belegen kann, ergreift man entsprechende Maßnahmen. Eine naive Aufforderung "Kommt Jungs, spielt doch mit uns" wird da nicht fruchten.
redwed11 13.09.2017
4. Wie immer
Wie immer in der Wirtschaft. Da wirtschaften die Vorstände mit ihrer Unfähigkeit ein Unternehmen bis zur Insolvenz herunter. Wenn es dann soweit ist, wird alles auf die Beschäftigten abgeladen. So sollen bei Air Berlin, wie in [...]
Wie immer in der Wirtschaft. Da wirtschaften die Vorstände mit ihrer Unfähigkeit ein Unternehmen bis zur Insolvenz herunter. Wenn es dann soweit ist, wird alles auf die Beschäftigten abgeladen. So sollen bei Air Berlin, wie in der Wirtschaft üblich, die Gehälter der Beschäftigten drastisch gekürzt werden. Ich habe nicht gehört, dass die Vorstände ihre Einkommen im gleichen Verhältnis kürzen werden. Aber der jetzige Vorstandsvorsitzende hat ja ein negatives Vorbild in seinem Förderer. Auch Spohn von der Lufthansa hat seine Einkünfte extrem erhöhen lassen während er bei der Belegschaft die Löhne gekürzt hat. Diese Kaste der Raffges kürzt immer nur bei den Beschäftigten während sie ihre eigenen Einkommen immer weiter in die Höhe treiben. Einkommen die im krassen Gegensatz zu ihrer Leistung stehen. Siehe Pleite Air Berlin. Man kann gegenüber solchen Leuten nur noch tiefe Verachtung empfinden.
logisch_konsequent 13.09.2017
5. Eidesstattliche Erklärungen
...sollen sie doch EE von den Piloten fordern, dass sie wirklich krank sind. Ansonsten Schadenersatz in Mio Höhe
...sollen sie doch EE von den Piloten fordern, dass sie wirklich krank sind. Ansonsten Schadenersatz in Mio Höhe
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