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07.06.2010
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Umfrage zur Lage der Nation

Deutsche sind Sorgen-Europameister

Verbraucher in Deutschland: Furcht vor Jobverlust
DPA

Verbraucher in Deutschland: Furcht vor Jobverlust

Angst um den Arbeitsplatz, Angst vor Inflation, Angst vor lahmender Konjunktur: Laut einer neuen Umfrage machen sich die Menschen in keinem europäischen Staat mehr Sorgen als in Deutschland. Immer mehr Bundesbürger fürchten den Ausfall des Gesundheitssystems und steigende Kriminalität.

Berlin - Geht es ums Sorgenmachen, Angst vor der Zukunft oder das eigene Wohlbefinden sind die Deutschen europäische Spitzenklasse. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsinstitut GfK nach einer Umfrage unter etwa 13.200 Verbrauchern im Februar und März in elf Ländern. "Auffällig ist dieses Jahr, dass die Zahl der Sorgen, die genannt werden, praktisch explodiert", sagte Raimund Wildner, Geschäftsführer der GfK.

An erster Stelle steht demnach bei den Bundesbürgern die Angst vor dem Jobverlust: Zwei Drittel der Deutschen zeigen sich besorgt über den Arbeitsmarkt, neun Prozent mehr als im Vorjahr. "Die größte Sorge der Deutschen ist und bleibt die Arbeitslosigkeit", sagte Wildner. "Das war die letzten 20 Jahre so." Damit sind die Deutschen Spitzenreiter in Europa. Im europäischen Durchschnitt plagt nur 43 Prozent der Verbraucher die Sorge, den Job zu verlieren.

Entspannt sieht man die Situation in den Niederlanden, nur acht Prozent der Befragten fürchten dort die Arbeitslosigkeit. Dabei ist diese Angst auch in der Bundesrepublik weitgehend unbegründet: Trotz des Rekordeinbruchs der Wirtschaftsleistung von fünf Prozent im vergangenen Jahr stieg die Arbeitslosigkeit kaum.

Die zweitgrößte Sorge der Deutschen gilt der wirtschaftlichen Entwicklung. Mehr als ein Viertel der Bürger befürchtet, dass die Konjunktur an Schwung verlieren könnte. Die Aussichten für das laufende Jahr sind jedoch vergleichsweise günstig: Experten rechnen mit einem Wachstum von ungefähr zwei Prozent. Zunehmend rückt auch die Inflation wieder in das Bewusstsein der Deutschen: Fast ein Viertel hat Angst vor steigenden Preisen. Vor allem im Osten des Landes fürchten sich die Verbraucher vor einer Inflation.

Angst um die Versorgung im Krankheitsfall

Die Frage, ob die Rente künftig sicher sei, stellten sich 19 Prozent der Deutschen - nach neun Prozent vor einem Jahr. Den höchsten Wert seit 2002 erreichte die Sorge um die innere Sicherheit im Land: Die Angst vor wachsender Kriminalität treibt inzwischen 15 Prozent der Bundesbürger um. Vor einem Jahr hatte der entsprechende Anteil nur bei acht Prozent gelegen.

Auch beim Gesundheitssystem sehen die Bundesbürger Handlungsbedarf: Mit 21 Prozent zeigten sich seit 1990 noch nie so viele Deutsche beunruhigt über die Versorgung im Krankheitsfall, so das Ergebnis der GfK. Im Vorjahr waren es nur halb so viele gewesen. Nur die Verbraucher in Polen (26 Prozent) sind hier im europäischen Vergleich noch besorgter.

jok/Reuters/dpa-AFX

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Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 172 Beiträge
1. Passt
brux 07.06.2010
Das passt in's Bild. Der Deutsche mag einfach nicht optimistisch sein. Andererseits fährt er auch noch bei dichtem Nebel mit 200 km/h durch's Land. Die Sorgenkultur ist also offenbar nicht direkt mit dem Überlebensinstinkt [...]
Das passt in's Bild. Der Deutsche mag einfach nicht optimistisch sein. Andererseits fährt er auch noch bei dichtem Nebel mit 200 km/h durch's Land. Die Sorgenkultur ist also offenbar nicht direkt mit dem Überlebensinstinkt gekoppelt. Inflation entsteht im übrigen, wenn viel Geld aber wenig Waren in Umlauf sind. Es fehlt vielleicht in Deutschland auch ein wenig an Bildung in solchen Fragen. Womit wir mal wieder bei den Medien wären ...
2. Ist ja wohl kein Wunder
jocurt1 07.06.2010
wenn jede Woche eine neue Sau von unseren Politikern durch Dorf getrieben wird, um zu testen, was noch so an Zumutungen geht, bloß um die eigene Clientel und den eigenen Stuhl zu sichern. Wir haben nach Arbeitsplatzverlust [...]
Zitat von sysopAngst um den Arbeitsplatz, vor Inflation und lahmender Konjunktur: In keinem europäischen Land machen sich die Bürger mehr Sorgen als in Deutschland. Laut einer Studie fürchten dazu mehr Einwohner als je zuvor den Ausfall des Gesundheitssystems. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,699132,00.html
wenn jede Woche eine neue Sau von unseren Politikern durch Dorf getrieben wird, um zu testen, was noch so an Zumutungen geht, bloß um die eigene Clientel und den eigenen Stuhl zu sichern. Wir haben nach Arbeitsplatzverlust eines der beschissensten Soziallösungen (H4) und die übelsten Umgangsformen mit Leuten, die zu Fall gekommen sind. Andererseits bauchpinseln unsere Obrigen jeden, der mit Methoden wie auch immer zu Geld gekommen ist. Hoteliers und Apotheker kriegen von ihrer Partei die Zulagen, Banken kriegen die Millarden und der Doofe Rest soll es bezahlen Streitkultur und Streikkultur nein danke. Kein Wunder, dass Angst wuchert wie ein Schimmelpilz, wenn es einfach kein Ventil mehr gibt. Was mir hier schon im SPON alles an Forenbeiträgen wegzensiert wurde, nur weil ich mal auf die Banken als Verursacher des Schuldensumpfs hinweise, erinnert mich sehr stark an eine seit über 20 Jahre verflossene zweite deutsche Republik.
3. Sorgenverstärker
prophet46 07.06.2010
Und SPON ist einer der Institutionen, die diese Angst der Deutschen mit groß aufgemachten negativen Sensationsmeldungen noch schürt.
Zitat von sysopAngst um den Arbeitsplatz, vor Inflation und lahmender Konjunktur: In keinem europäischen Land machen sich die Bürger mehr Sorgen als in Deutschland. Laut einer Studie fürchten dazu mehr Einwohner als je zuvor den Ausfall des Gesundheitssystems. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,699132,00.html
Und SPON ist einer der Institutionen, die diese Angst der Deutschen mit groß aufgemachten negativen Sensationsmeldungen noch schürt.
4. Merkelmurks
Baikal 07.06.2010
Wer nach fünf Jahren Merkel und Spießgesellen - ja, auch die sogenannten Sozialdemokraten - keine Angst um dieses Land hat, kennt eben die Realität nicht. Die Raubzüge der Möwenpigs zeigen nun, wie berechtigt die Angst [...]
Zitat von sysopAngst um den Arbeitsplatz, vor Inflation und lahmender Konjunktur: In keinem europäischen Land machen sich die Bürger mehr Sorgen als in Deutschland. Laut einer Studie fürchten dazu mehr Einwohner als je zuvor den Ausfall des Gesundheitssystems. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,699132,00.html
Wer nach fünf Jahren Merkel und Spießgesellen - ja, auch die sogenannten Sozialdemokraten - keine Angst um dieses Land hat, kennt eben die Realität nicht. Die Raubzüge der Möwenpigs zeigen nun, wie berechtigt die Angst tatsächlich ist.
5. ja, ja die lieben Medien
Sintra 07.06.2010
die reden uns nutzlose, oft sogar kontraproduktive Vorsorgeuntersuchungen ein, Angst vor Zeckenbissen, Inflation, Deflation, Schneechaos, Speckroellchen, Rinderwahnsinn und der Schweinegrippe... Von der Angst zum Jammern ist [...]
Zitat von brux... Womit wir mal wieder bei den Medien wären ...
die reden uns nutzlose, oft sogar kontraproduktive Vorsorgeuntersuchungen ein, Angst vor Zeckenbissen, Inflation, Deflation, Schneechaos, Speckroellchen, Rinderwahnsinn und der Schweinegrippe... Von der Angst zum Jammern ist da nicht mehr weit. Immerhin DA sind wir schon Weltmeister.
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