12.08.2011
Millionenbetrug
Richter verurteilen Apotheker zu Bewährungsstrafe
Lübeck - Das Gefängnis bleibt ihm erspart: Ein Lübecker Apotheker hat mindestens sieben Pharmafirmen durch gewerbsmäßigen Betrug einen Schaden in Höhe von insgesamt rund einer Million Euro zugefügt. Das Lübecker Landgericht verurteilte den 67 Jahre alten Mann am Freitag deswegen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Pharmazeut in den Jahren 2004 bis 2008 Arzneien, die ausschließlich für die Versorgung von Krankenhäusern bestimmt waren, mit Gewinn an nicht berechtigte Abnehmer verkauft hatte. Tatsächlich veräußerte der Apotheker die Medikamente etwa an Alten- und Pflegeheime, Gefängnisse, Arztpraxen sowie Großhändler.
Das umfangreiche Geständnis des Verurteilten sowie dessen schlechter gesundheitlicher Zustand hätten zur Strafmilderung beigetragen, sagte der Richter in der Begründung. Mit dem Urteil folgte er den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Der Pharmazeut war seit 1982 Inhaber einer Apotheke in Lübeck - inzwischen ist sie geschlossen.
Außer dem Pharmazeuten müssen sich in dem Betrugsfall vier mutmaßliche Mittäter in den kommenden zwei Monaten vor Gericht verantworten: Dazu zählen einer seiner Mitarbeiter, die Geschäftsführerin eines Pharmagroßhandels sowie zwei Mitarbeiter der AOK Schleswig-Holstein.
bos/dpa/dapd