11.06.2012
Euro-Krise
Deutsche fürchten um die Zukunft ihrer Kinder
Eltern mit Tochter: Sorge um die Zukunft der nächsten Generation
Hamburg - Arbeitsplätze in Gefahr, steigende Verschuldung und Angst vor dem Abschwung: Die Grundstimmung in Europa ist pessimistisch. An ein baldiges Ende der Krise glauben die Verbraucher nicht mehr - das ist das Ergebnis der jährlichen Studie der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG), die SPIEGEL ONLINE vorliegt.
Für die Studie, über die zuvor "Welt Online" berichtete, hat BCG unter anderem erhoben, wie ängstlich und pessimistisch die Menschen sind und für wie sicher sie ihren Arbeitsplatz und ihre finanzielle Situation halten. Wenig überraschend ist, dass vor allem die Griechen ihre Zukunft düster sehen und dass sie nur bei der Frage nach der Unsicherheit ihrer Jobs noch von den Spaniern übertroffen werden. Der Umfrage zufolge fürchtet jeder dritte Spanier um seinen Arbeitsplatz, in Deutschland ist es jeder Vierte.
Einig sind sich die Europäer vor allem in der Schuldfrage: Die Regierungen tragen den Großteil der Verantwortung für die Krise, sagen mehr als 90 Prozent der Befragten, in Griechenland erreicht der Wert sogar 100 Prozent. In vielen Ländern glaubt eine Mehrheit der Menschen nicht mehr, dass sich die wirtschaftliche Lage in den kommenden Jahren wieder bessert. Deutschland liegt mit 39 Prozent der Befragten allerdings weit vorne - übertroffen nur von China, wo nur 13 Prozent der Verbraucher nicht daran glauben, dass der Aufschwung kommt.
Deutsche sehen schwarz für ihre Kinder
Besonders pessimistisch sind die Deutschen dagegen, wenn sie nach ihren Kindern befragt werden: Nur noch 13 Prozent glauben, dass der Nachwuchs es einmal besser haben wird als man selbst. Der Grund: Den Deutschen geht es, jedenfalls im Moment, nicht gerade schlecht. Gleichzeitig aber geht mehr als jeder Zweite davon aus, dass die Euro-Krise ihn persönlich treffen wird - oder gleich seine Kinder.
Fast überall sehen die Menschen die Zukunft für die kommenden Generationen optimistischer. Im weltweiten Vergleich sticht vor allem China hervor: Dort gehen mehr als 80 Prozent der Menschen davon aus, dass die nächste Generation ein besseres Leben haben wird.
Die persönlichen Erfahrungen mit der Krise bestimmen auch das Sparverhalten der Menschen: Alle Europäer legen mehr Geld zurück, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Während Italiener, Spanier, Franzosen und Briten vor allem aus Angst vor dem nächsten Abschwung sparen, legen die Deutschen unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung vor allem Geld für die Familie zurück - und für größere Anschaffungen.
nck
