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19.07.2012
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Gutachten für Aigner

Experten rügen überhöhte Dispo-Zinsen

Verbraucherministerin Aigner: Ärger um den Dispo
dapd

Verbraucherministerin Aigner: Ärger um den Dispo

Was viele Deutsche ahnten, belegt nun ein offizielles Gutachten: Laut der Expertise für Verbraucherministerin Aigner sind die Dispo-Zinsen vieler Banken überzogen. Es wären deutlich niedrigere Gebühren für Konto-Überzieher möglich.

Berlin - Wer von der Bank als guter Kunde eingestuft wird, darf sein Konto ganz offiziell überziehen. Für diesen sogenannten Dispokredit muss er aber oft saftige Zinsen zahlen. Laut einer neuen umfassenden Studie sind diese oft höher als nötig.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat am Donnerstag eine Studie zur Höhe der Dispokreditzinsen deutscher Banken präsentiert. Ergebnis des 254-seitige Berichts: die Zinsen sind zu hoch.

Die Experten des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Instituts für Finanzdienstleistungen schreiben in ihrem gemeinsamen Gutachten, dass "die Erträge aus dem Dispogeschäft die Kosten, die dem Kreditinstitut entstehen, deutlich übersteigen". Das Extra-Geld werde "zur Quersubventionierung anderer Leistungen oder zur Gewinnsteigerung verwendet".

Laut einer Erhebung der Stiftung Warentest verlangen die deutschen Banken durchschnittlich 12,4 Prozent Zins für Dispokredite. Spitzenreiter bei der letzten Erhebung der Stiftung im Herbst 2011 war eine Bank mit 18,25 Prozent. Die Experten kommen in ihrem Gutachten zu dem Ergebnis, dass die Banken auch mit einem Zinssatz von höchstens zehn Prozent profitabel arbeiten könnten.

Kosten niedriger als behauptet

Die Banken rechtfertigen ihre Zinsen oft mit hohen Kosten für die Abwicklung der Kredite - und mit dem vermeintlich großen Ausfallrisiko. Die Studie zeigt, dass beides nicht stimmt. So belegen die Forscher, dass die Ausfallquote der Dispokredite mit durchschnittlich 0,3 Prozent außerordentlich niedrig ist, bei normalen Konsumentenkrediten liegt sie bei 2,5 Prozent. Außerdem habe sich der Bearbeitungs- und Verwaltungsaufwand für die Kredite in den vergangenen Jahren nicht erhöht, schreiben die Experten.

Es sei nicht vermittelbar, dass die Institute sich zu historisch niedrigen Zinsen Geld besorgen könnten, bei ihren Kunden aber zum Teil heftig zulangten, sagte die Ministerin. "Wollen die Banken den Kredit bei ihren Kunden nicht verspielen, müssen sie runter von überhöhten Dispo-Zinsen." Aigner will im Herbst ein Spitzengespräch über faire Bankkonditionen mit Vertretern der Kreditinstitute, der Verbraucher und der Schuldnerberatung führen.

Verbraucherschützer kritisieren seit langem, dass Banken und Sparkassen von ihren Kunden hohe Dispo-Zinsen kassieren. Sie fordern als Konsequenz gesetzliche Obergrenzen. Laut der Aigner-Studie summieren sich die Dispokredite der Deutschen aktuell auf mehr als 40 Milliarden Euro, das sind 500 Euro pro Bürger.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 196 Beiträge
1. Profilierungsneurose
mischpot 19.07.2012
das ist doch hinreichlich bekannt Frau Aigner, daß die Dispozinsen reine Willkür und Absprachen unter Banken sind. Absprechen brauchen die sich noch nicht mal die gucken sich einfach die Geschäftsbedingungen der anderen an. [...]
das ist doch hinreichlich bekannt Frau Aigner, daß die Dispozinsen reine Willkür und Absprachen unter Banken sind. Absprechen brauchen die sich noch nicht mal die gucken sich einfach die Geschäftsbedingungen der anderen an. Jetzt wo schon Jahrzehnte diese Abzocke betrieben wird, wachen Sie auf. Guten Morgen
2. Wann kommen Bankster in den Knast?
mischpot 19.07.2012
und das hoffentlich für lange Zeit. (Madoff 150 Jahre) und bitte die überhöhten Gebühren an die Geschädigten der letzten 30 Jahre auszahlen. Was die Banken machen ist vorsätzlicher schwerer Betrug.
und das hoffentlich für lange Zeit. (Madoff 150 Jahre) und bitte die überhöhten Gebühren an die Geschädigten der letzten 30 Jahre auszahlen. Was die Banken machen ist vorsätzlicher schwerer Betrug.
3. Warum wundert mich das nicht??
fleischwurstfachvorleger 19.07.2012
Für Einlagen erhalte ich also 2 % - das ganze Jahr. Wenn ich mein Konto überziehe zahle ich 12 %. Und von den 10 % müssen die armen Banken leben. Frau Aigner würde jetzt wahrscheinlich argumentieren: "Seht her [...]
Zitat von sysopWas viele Deutsche ahnten, belegt nun ein offizielles Gutachten: Laut der Expertise für Verbraucherministerin Aigner sind die Dispo-Zinsen vieler Banken überzogen. Es wären deutlich niedrigere Gebühren für Konto-Überzieher möglich. Dispo-Zinsen laut ZWE-Gutachten für Aigner zu hoch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,845209,00.html)
Für Einlagen erhalte ich also 2 % - das ganze Jahr. Wenn ich mein Konto überziehe zahle ich 12 %. Und von den 10 % müssen die armen Banken leben. Frau Aigner würde jetzt wahrscheinlich argumentieren: "Seht her und rechnet nach: die Banken nehmen doch eh nur 10 %. Dann ist doch alles ok!" Korrupte Banker und korrupte Politiker gehören ins Gefängnis. Da können sie sich dann über ihre perfekten Deals austauschen.
4. Normalbürger!
siebke 19.07.2012
Das was wir "Normalbürger"schon wissen, gibt es jetzt noch mal als Gutachten...gut verpackt...Und was ändert DAS? Denke bei den Banken nichts...warum auch!
Das was wir "Normalbürger"schon wissen, gibt es jetzt noch mal als Gutachten...gut verpackt...Und was ändert DAS? Denke bei den Banken nichts...warum auch!
5.
Vergil 19.07.2012
Nanu? Meines Wissens nach sind Disp-Zinsen vertraglich vereinbart zwischen Bank und ihrem Kunden. Es ist wie überall in der freien Welt: Wenn einem die Bedingungen des Vertragspartners nicht gefallen, muss man ihn ja nicht [...]
Zitat von sysopWas viele Deutsche ahnten, belegt nun ein offizielles Gutachten: Laut der Expertise für Verbraucherministerin Aigner sind die Dispo-Zinsen vieler Banken überzogen. Es wären deutlich niedrigere Gebühren für Konto-Überzieher möglich. Dispo-Zinsen laut ZWE-Gutachten für Aigner zu hoch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,845209,00.html)
Nanu? Meines Wissens nach sind Disp-Zinsen vertraglich vereinbart zwischen Bank und ihrem Kunden. Es ist wie überall in der freien Welt: Wenn einem die Bedingungen des Vertragspartners nicht gefallen, muss man ihn ja nicht nutzen, sondern kann zu einer anderen Bank gehen oder gleich ganz ohne Bank (oder zumindest ohne Dispo) auskommen.

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