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17.08.2012
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Teure Energie

Wie Sie bei Strom und Heizung Geld sparen

Von Stefan Schultz
Hochspannungsleitung: Drohender Kostenschub
DPA

Hochspannungsleitung: Drohender Kostenschub

Jetzt kommt die Energiewende beim Verbraucher an: Strom, Öl und Gas werden bedenklich teurer. Umweltminister Altmeier plant Entlastungen und eine Abwrackprämie für Heizungen - doch die Bürger können ihre Kosten schon heute drücken. Die besten Tipps im Überblick.

Hamburg - Die Energiewende ist eine ziemlich abstrakte Sache. Ob Atomausstieg oder Offshore-Windparks: Der Verbraucher bekommt im Alltag persönlich nicht allzuviel mit von der Ökorevolution. Aber in einem Punkt wird die Energiewende für ihn immer schmerzhafter: Durch die Ökostromförderung steigt seine Stromrechnung. Dazu kommt auch noch der Kostenschub bei konventionellen Rohstoffen: Heizöl ist gerade so teuer wie selten.

Die hohen Energiepreise werden immer mehr zum Problem bei der Energiewende. Denn auch die Politiker wissen: Steigen die Kosten für die Verbraucher zu stark, schwindet die Akzeptanz für Atomausstieg und Klimaschutz. Deshalb entbrennt über den drohenden Kostenschub eine neue Debatte. Deshalb soll der Bürger besänftigt werden.

Klingt toll - doch was am Ende daraus wird, steht in den Sternen. Die gute Nachricht: Als Verbraucher sind Sie von Versprechen der Politiker nicht abhängig. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Kosten auch jetzt schon zu drücken.

Als kleine Hilfe haben wir selbst einen Zehn-Punkte-Plan erstellt - für sparwillige Verbraucher.


1. Warum steigen die Strompreise?

Derzeit vor allem wegen der sogenannten EEG-Umlage. Diese zahlt jeder Verbraucher über seine Stromrechnung. Sie dient dazu, Betreibern von Wind-, Solar- und Biogasanlagen einen fixen Preis für die Energie zu garantieren, die sie produzieren.

Nun steigen die Preise durch dieses Förderinstrument immer stärker. Seit 2000, dem Jahr, in dem die EEG-Umlage in Kraft trat, sind die Strompreise für private Haushalte im Schnitt um zwölf Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Die Umlage machte davon 3,6 Cent aus, also gut ein Drittel.

Im kommenden Jahr dürfte die EEG-Umlage einen deutlich größeren Anteil an der Preissteigerung haben. Laut einigen Szenarien könnte sie auf bis zu 5,3 Cent anschwellen.


2. Was bedeutet das für mich?

Nach Berechnungen des Verbraucherportals Verivox müsste ein Vier-Personen-Haushalt 2013 netto rund 80 Euro mehr zahlen, falls die EEG-Umlage beispielsweise auf 5,3 Cent steigt. Rechnet man die Mehrwertsteuer hinzu, wären es sogar 94 Euro mehr - eine Steigerung von gut neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.


3. Wie spare ich Geld?


4. Warum steigen die Preise für Heizöl?

Für den Kostenschub gibt es zwei Ursachen: Erstens gibt es Produktionsstörungen bei Förderplattformen in der Nordsee; einige werden planmäßig gewartet, andere müssen außerplanmäßig instand gesetzt werden. In der Folge ist der Preis für die Rohölsorte Brent aus der Nordsee auf 116 Euro pro Barrel (159 Liter) gestiegen.

Die zweite Ursache sind hohe Preisaufschläge der Raffinerien, also der Produktionsstätten, die Rohöl zu Heizöl, Benzin oder Diesel weiterverarbeiten. "Die Margen der Raffinerien sind zuletzt stark gestiegen", sagt Steffen Bukold, Autor des Standardswerks "Öl im 21. Jahrhundert". Sprich: Die Raffinerien schlagen auf den Einkaufspreis mehr auf als bisher.

Besonders deutlich zeigt sich das bei den Margen für Benzin und Diesel. Dort beträgt die sogenannte Bruttomarge derzeit mehr als 20 Cent pro Liter. Es gab Zeiten, in denen sie auf 10 Cent gesunken war. Von der Bruttomarge gehen unter anderem noch Kosten für Transport, Lagerung, Verwaltung und Vertrieb ab, dennoch dürften die Gewinne der Raffinerien derzeit außerordentlich hoch sein - während die Verbraucher draufzahlen.


5. Was bedeuten steigende Heizölpreise für mich?

In Deutschland heizen etwa sechs Millionen Haushalte mit Öl. Die meisten kaufen den Vorrat für den kommenden Winter im Sommer ein, wenn die Preise am niedrigsten sind. Zahlreiche Kunden haben sich bereits im Juni eingedeckt, damals lag der Wochendurchschnittspreis bei etwas mehr als 80 Euro. Wer es damals versäumt hat, die Vorräte für den nächsten Winter anzulegen, zahlt derzeit kräftig drauf. Bei einem Einkauf von 3000 Litern Heizöl zahlt man derzeit gut 450 Euro mehr als noch im Juni.


6. Wie spare ich Geld?

Wer sich noch nicht für den kommenden Winter eingedeckt hat, sollte nun sehr genau auf die Entwicklung des Heizölpreises achten. Gut möglich, dass er in den kommenden Wochen noch einmal etwas sinkt. Denn durch die abflauende Konjunktur geht die Nachfrage der Industrie und des Transportsektors nach Öl zurück. Das drückt den Preis.

Zudem können Sie folgende Energiespar-Tipps beherzigen:


7. Was bringt eine Abwrackprämie für alte Heizkessel?

Heizkosten machen in vielen Haushalten mehr als ein Drittel der Betriebskosten insgesamt aus - und sind damit Preistreiber Nummer eins. Wer noch einen alten Heizkessel hat, verschwendet massig Energie. Wer zum Beispiel von einem Niedertemperatur- auf ein Brennwertgerät umstellt, reduziert den eigenen Energieverbrauch um 10 bis 30 Prozent. Auch alte Gasheizungen verschwenden viel Energie.

Mehrere tausend Euro kostet der Einbau einer neuen Heizung inklusive Arbeiterlohn. Eine Abwrackprämie könnte den Austausch ineffizienter Anlagen deutlich beschleunigen.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob eine Abwrackprämie für Heizungen sozial gerecht. Immerhin würden von ihr vor allem Hausbesitzer profitieren - also die Besserverdienenden. Es sind aber gerade die Geringverdiener, die unter den steigenden Energiekosten leiden.


8. Was bringt ein Wechsel des Versorgers?

Eine Menge. Nach Angaben des Verbraucherportals Verivox können Sie durch den Wechsel ihres Strom- oder Gasversorgers mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur beziehen etwa noch fast 44 Prozent der Bürger weiter den unnötig teuren Grundversorgungstarif ihres örtlichen Stromversorgers. Schauen Sie doch einmal nach: Zu welchem Tarif wird Ihnen Energie geliefert? Lässt sich das optimieren?


9. Wie wechsle ich den Anbieter?


10. Wie wehre ich mich gegen meinen Versorger?

Wenden Sie sich an die Schlichtungsstelle Energie. Sie hilft Ihnen, wenn Sie Streit wegen ihrer Rechnung oder ihres Liefervertrages haben. Bevor Sie die Schlichtungsstelle anrufen, müssen sie Ihr Problem allerdings beim Versorger reklamiert und dessen Antwort abgewartet haben. Es gilt eine Frist von vier Wochen.

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insgesamt 536 Beiträge
1. optional
seduro34 17.08.2012
Kaum steigen die Kosten wird nicht etwa die Preisgestaltung der Konzerne und deren Quasi-Monopol Stellung hinterfragt. Nein der dumme Verbraucher bekommt ein paar nutzlose Tipps. Kostenlos - wir sollten bei den Machern auf die [...]
Kaum steigen die Kosten wird nicht etwa die Preisgestaltung der Konzerne und deren Quasi-Monopol Stellung hinterfragt. Nein der dumme Verbraucher bekommt ein paar nutzlose Tipps. Kostenlos - wir sollten bei den Machern auf die Knie fallen. Es wird Zeit das die Verbraucher auf die Barrikaden gehen und sich diese Art von Abzocke nicht mehr gefallen lassen.
2. Demagogie
infoseek 17.08.2012
Erstens steigen die Strompreise nicht stärker als im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre, als es noch keine "Energiewende" gab. Und zweitens haben Heizöl-, Gas- und Spritpreise nun wirklich nichts mt irgendeiner [...]
Erstens steigen die Strompreise nicht stärker als im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre, als es noch keine "Energiewende" gab. Und zweitens haben Heizöl-, Gas- und Spritpreise nun wirklich nichts mt irgendeiner Energiewende zu tun - allenfalls so viel. als langsam, aber sicher die Endlichkeit dieser Ressourcen zuschlägt, weil die Förderung der Reste immer teurer und umweltschädlicher wird. Und weil gleichzeitig der Verbrauch in den Schwellenländern rasant steigt. Ganz im Gegenteil - eine beschleunigte Energiewende wird uns in Zukunft eine Menge Geld sparen. Enegie wird zwar teuer bleiben, denn die Zeiten billigen Öls sind ein für allemal vorbei. Die Energiewende wird aber dafür sorgen, dass wir uns nicht mit anderen Ländern um die letzten Tropfen fossiler Energieträger prügeln müssen, und sie wird uns vom weiteren Preisanstieg abkoppeln.
3. optional
zylinderkopf 17.08.2012
Ist ja ganz großes Tennis dieser Artikel – 10 € Strom im Monat sparen und die Stromkonzerne hauen dafür aue purer Marktmacht regelmäßig.30 € monatlich drauf. Und zum Thema Anbieterwechsel: der so tolle Wechsel in meinem Fall von [...]
Ist ja ganz großes Tennis dieser Artikel – 10 € Strom im Monat sparen und die Stromkonzerne hauen dafür aue purer Marktmacht regelmäßig.30 € monatlich drauf. Und zum Thema Anbieterwechsel: der so tolle Wechsel in meinem Fall von EON nach Vattenfall via Verivox hat mich bisher 2.000 € gekostet. Man stellt nach 2 Jahren fest, das EON die Daten nicht richtig an Vattenfall weitergegeben hat und der Einfachheit halber wird unter Androhung der Abschaltung der Kunde erstmal zur Zahlung an beide genötigt. Anwalts- und Prozesskosten …k. A., Rechtsschutz weiß noch nicht ob überhaupt versichert. Schlichtungsstelle Energie – nach 2 Monaten die Nachricht leider personell nicht in der Lage den Fall zeitnah zu bearbeiten.
4. Abwrackprämie sozial ungerecht ? So ein Quatsch !
alterhausberger 17.08.2012
Wer hat denn als etwas davon, wenn ein alter Heizkessel gegen einen sparsamen Kessel ausgetauscht wird? In erster Linie doch wohl die Mieter, denn der geringere Verbrauch wirkt sich vom ersten Tag an direkt auf die Höhe der [...]
Wer hat denn als etwas davon, wenn ein alter Heizkessel gegen einen sparsamen Kessel ausgetauscht wird? In erster Linie doch wohl die Mieter, denn der geringere Verbrauch wirkt sich vom ersten Tag an direkt auf die Höhe der Nebenkosten aus. Ganz im Gegenteil dazu der Vermieter, der die neue Anlage finanziert, und das über eine Erhöhung der Kaltmiete nicht an die Mieter weitergeben kann. Also her mit der Abwrackprämie, Herr Altmaier !
5. Einseitige Darstellung - Richtigstellung
julius82 17.08.2012
Die aktuelle Playstation 3 verbraucht etwas mehr als 70 Watt und deutlich weniger im Standby. Das ist vergleichbar mit der Konkurrenz und vor allem ältere LCD Fernseher und noch mehr jegliche Plasmafeenseher sind wahre [...]
Die aktuelle Playstation 3 verbraucht etwas mehr als 70 Watt und deutlich weniger im Standby. Das ist vergleichbar mit der Konkurrenz und vor allem ältere LCD Fernseher und noch mehr jegliche Plasmafeenseher sind wahre stromfresser. Wenns ums spielen geht sind die neuen Konsolenmodelle sparsamer als jeder PC.

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