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16.11.2012
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Bundesnetzagentur

Handytelefonate könnten billiger werden

DPA

Mobiltelefonat am Strand: Bundesnetzagentur ebnet Weg für günstige Handytarife

Für die vier Mobilfunkanbieter ist es ein herber Schlag: Die Bundesnetzagentur hat die Preise für die Durchleitung von Mobilfunkgesprächen erneut drastisch gesenkt. Während die Unternehmen sichere Einnahmen verlieren, dürften sich Handynutzer auf Preissenkungen freuen.

Bonn - Für Handynutzer in Deutschland könnten die Preise für mobiles Telefonieren künftig noch günstiger werden. Für die Durchleitung von mobilen Telefonaten dürfen sich die vier deutschen Mobilfunkanbieter künftig gegenseitig nur noch einen einheitlichen Betrag von 1,85 Cent je Minute in Rechnung stellen. Am Freitag kürzte die Bundesnetzagentur die sogenannten mobilen Terminierungsentgelte um die Hälfte. Damit werden T-Mobile, Vodafone, E-Plus und Telefonica Chart zeigen O2 künftig mit der klassischen Sprachtelefonie noch weniger Geld verdienen.

Im Dezember 2013 sinken die Preise dann noch einmal auf 1,79 Cent. Der Präsident der Behörde, Jochen Homann, begründete den Abschlag mit dem wachsenden Anteil des Datenvolumens im Mobilfunk. "Immer weniger Kosten werden durch den Sprachverkehr verursacht", sagte er. Durch die Absenkung der Preise wird auch Luft geschaffen für eine Verringerung der Endkundentarife, profitieren dürften dabei vor allem Billiganbieter und Discounter. Ob auch die heute weit verbreiteten Pauschaltarife und Sprachpakete für Handynutzer günstiger werden, bleibt abzuwarten.

Die Telekom kritisierte die Entscheidung als "schwer nachvollziehbar": Den Unternehmen werde ein Umsatzvolumen von 500 Millionen Euro entzogen, sagte ein Sprecher. Die Absenkung sei ein schlechtes Signal für weitere Investitionen. Mit der Entscheidung folge die Aufsichtsbehörde der völlig verfehlten EU-Regulierungspolitik der vergangenen 10 Jahre. Vodafone Chart zeigen sprach von einer dramatischen Absenkung und einem völlig falschen Signal. Erneut werde Geld aus dem Markt gezogen, das für den Ausbau neuer digitaler Infrastrukturen dringend benötigt werde.

Bereits in den vergangenen Genehmigungsrunden waren die Minutenpreise für Terminierungsleistungen kräftig abgesenkt worden. Vor allem die EU-Kommission hatte auf eine Kürzung gedrungen. Den Unternehmen bleibe nach wie vor Spielraum für Investitionen in das mobile schnelle Internet, sagte Homann. Erstmals wurde durch die Bundesnetzagentur ein einheitliches Entgelt festgelegt. Bei der letzten Runde vor zwei Jahren hatten sich die Entgelte für die vier Betreiber bereits stark angenähert.

An der Börse fielen die Kurse von Telefon-Aktien. Die Titel der Telekom gaben um 2,3 Prozent nach und damit deutlich stärker als der Dax Chart zeigen, der 1,3 Prozent verlor. Die Anteilsscheine von O2 kosteten 1,5 Prozent weniger.

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insgesamt 47 Beiträge
1. Endlich!
Inselbewohner 16.11.2012
Die Preise der Anbieter sind oft jenseits von Gut und Böse. Wenn ich ein Paket eines Anbieters geordert habe habe ich keine Möglichkeit in ein anderes billigeres Paket zu wechseln. Beim Kundenservice wird man dann auch den [...]
Zitat von sysopFür die vier Mobilfunkanbieter ist es ein herber Schlag: Die Bundesnetzagentur hat die Preise für die Durchleitung von Mobilfunkgesprächen erneut drastisch gesenkt. Während die Unternehmen sichere Einnahmen verlieren, dürften sich Handynutzer auf Preissenkungen freuen. Bundesnetzagentur: Handytelefonate könnten billiger werden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/bundesnetzagentur-handytelefonate-koennten-billiger-werden-a-867760.html)
Die Preise der Anbieter sind oft jenseits von Gut und Böse. Wenn ich ein Paket eines Anbieters geordert habe habe ich keine Möglichkeit in ein anderes billigeres Paket zu wechseln. Beim Kundenservice wird man dann auch den bestehenden Vertrag verwiesen während gleichzeitig für Neukunden dauernd neue billigere Angebote gemacht werden. Gruß HP
2. Naja das kennen wir doch schon...
yeti25 16.11.2012
irgendwie schon skurril. In der sozialen Marktwirtschaft bestimmt eine Behörde die Preise, allerdings immer nur die einer bestimmten Branche. Die Stromerzeuger bleiben unangetastet, da gehen die Preise permanent, in unangemessenem [...]
irgendwie schon skurril. In der sozialen Marktwirtschaft bestimmt eine Behörde die Preise, allerdings immer nur die einer bestimmten Branche. Die Stromerzeuger bleiben unangetastet, da gehen die Preise permanent, in unangemessenem Mass hoch. Sollte doch da die Bundesnetzagenur mal anfangen Preise zu regulieren, da ist trotz Atomausstieg deutlich mehr Potential. Aber das fürchten sie wohl die Lobby....
3. Sehr gute Entscheidung.
Harmakhis 16.11.2012
Als Auswanderer nach Kanada, kann ich da nur deutlich widersprechen. In Kanada sieht man nämlich was mit dem Kunden passiert, wenn keine Regulierungsbehörde auf seiner Seite steht: die Preise hier sind absurd hoch, die [...]
Als Auswanderer nach Kanada, kann ich da nur deutlich widersprechen. In Kanada sieht man nämlich was mit dem Kunden passiert, wenn keine Regulierungsbehörde auf seiner Seite steht: die Preise hier sind absurd hoch, die Netzabdeckung miserabel und der Service unter aller Sau. Hier muss man für Selbstverständlichkeiten zahlen: z.B. ist der Empfang von Gesprächen und SMS kostenpflichtig, es zahlen also zwei Kunden bei einem Gesprächsaufbau oder dem Versand einer SMS. Abzocke pur. Die EU baut ja viel Mist, aber die Regulierungsaufsicht in der Telekommunikation ist echt Gold wert!
4.
Trottel08/15 16.11.2012
Sehe ich anders: das Problem das du hier beschreibst hat man hauptsächlich bei den großen Anbietern mit zum Beispiel 24 Monaten Vertragslaufzeit, und so wie ich das sehe sind das die Anbieter, die ihr Netz jetzt an ihre [...]
Zitat von InselbewohnerDie Preise der Anbieter sind oft jenseits von Gut und Böse. Wenn ich ein Paket eines Anbieters geordert habe habe ich keine Möglichkeit in ein anderes billigeres Paket zu wechseln. Beim Kundenservice wird man dann auch den bestehenden Vertrag verwiesen während gleichzeitig für Neukunden dauernd neue billigere Angebote gemacht werden. Gruß HP
Sehe ich anders: das Problem das du hier beschreibst hat man hauptsächlich bei den großen Anbietern mit zum Beispiel 24 Monaten Vertragslaufzeit, und so wie ich das sehe sind das die Anbieter, die ihr Netz jetzt an ihre Mitbenutzer günstig abgeben müssen. Soll heißen: die großen Anbieter werden ihre Preise wohl weniger senken. Vielmehr haben die günstigen Anbieter, die ohne Vertragslaufzeit jetzt eh schon die guten Preypaidangebote haben, die Möglichkeit Preise noch weiter zu senken. Wer heute noch bei Vodafone, D1 usw. ist und sich mit 24 Monaten Vertragslaufzeit an überteuerte Tarife bindet ist aber eh selber schuld. (Dictated and transcribed with Dragon NaturallySpeaking 12)
5. optional
da_seed 16.11.2012
Toll. Davon wird meine Miete und der Strompreis auch nicht günstiger.
Toll. Davon wird meine Miete und der Strompreis auch nicht günstiger.

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