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26.11.2012
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Mineralöl-Reste in Schokolade

Stiftung Warentest warnt vor Adventskalendern

dapd

Schokoladen-Adventskalender: Rückstände von schädlichen Mineralölen

Die Stiftung Warentest hat in der Schokolade von Kinder-Adventskalendern Rückstände von Mineralöl und ähnlichen Substanzen nachgewiesen. Die Stoffe stammen demnach vermutlich aus den Kartons, die häufig mit mineralölhaltigen Farben bedruckt seien. Verbraucher sollten die Schokolade nicht essen.

Berlin - Die Stiftung Warentest hat Schokoladen-Adventskalender für Kinder getestet und schlägt Alarm: In der Schokolade von 24 Adventskalendern haben die Prüfer Rückstände von Mineralöl und ähnlichen Substanzen nachgewiesen. Die Schokostückchen von neun Produkten enthielten sogar besonders kritische Mineralölbestandteile, die teilweise krebsverdächtig seien, teilte die Stiftung am Montag in Berlin mit. Im Fachbegriff heißen sie aromatische Mineralöle.

Verbraucher, insbesondere Kinder, sollten diese besonders belastete Schokolade nicht essen, rät Stiftung Warentest. Vermutlich stammten die Öle aus den Kartons. Diese werden demnach häufig aus Recycling-Papier hergestellt, das mit mineralölhaltigen Farben bedruckt ist. Die Substanzen seien vermutlich während der Lagerzeit in die Schokolade eingedrungen, weil diese direkt im Karton liege, sagte eine Sprecherin der Stiftung.

Zwölf Kalender waren nur gering belastet. Sie enthielten sogenannte nicht-aromatische Mineralöle, waren aber frei von den als besonders kritisch bewerteten aromatischen Mineralölrückständen. Stiftung Warentest hält es für vertretbar, wenn Erwachsene und Kinder von diesen weniger belasteten Süßigkeiten täglich ein Schokoladenstück essen. Das Problem betreffe nicht nur Billighersteller, sagte Ina Bockholt von der Stiftung Warentest. "Am höchsten belastet sind sogar teure Kalender."

Die im Test untersuchten Kalender könnten Verbraucher anhand der Motivfotos auf der Internetseite der Stiftung Warentest identifizieren. Die besonders kritischen Mineralöle haben die Tester auch in Kalendern mehrerer bekannter Hersteller nachgewiesen, darunter Confiserie Heilemann und Arko.

Der Geschäftsführer der Confiserie Heilemann, Peter Schrage, sagte: "An unserer Schokolade liegt es nicht. Offenbar hat sich ein Zulieferer nicht an unsere Spezifikationen gehalten." Normalerweise verwende Heilemann keine Recycling-Materialien für die Verpackung. Ein anderer Kalender, den die Firma für einen Kunden hergestellt habe, sei sehr gut bewertet worden. Jetzt werde der gesamte Produktionsprozess in einem Labor untersucht.

Die Süßwarenkette Arko hat ein beanstandetes Produkt aus den Läden genommen. "Wir haben rein vorsorglich entschieden, den betroffenen Artikel sofort aus dem Verkauf zu nehmen", sagte Geschäftsführer Torsten Teufert. Sollten Kunden das Produkt bereits gekauft haben und zurückgegeben wollen, werde man kulant sein und ihnen den Kaufpreis der Adventskalender erstatten. Das Unternehmen werde den Adventskalender nun in eigenen Tests untersuchen lassen.

Die Stiftung Warentest hat sich nach eigenen Angaben bei ihrer Bewertung der möglichen Gesundheitsrisiken an Erfahrungswerten von Experten orientiert. Die Europäische Union habe noch keinen Grenzwert festgelegt, weil es noch keine Studien gebe. Zurzeit könnten Wissenschaftler nicht eindeutig abschätzen, wie stark Mineralöle den Menschen gefährdeten. Es gebe allerdings Hinweise: In Tierversuchen würden nicht-aromatische Mineralöle mit Entzündungserscheinungen der Leber in Zusammenhang gebracht.

nck/dapd/dpa

Forum

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insgesamt 57 Beiträge
1.
loncaros 26.11.2012
ooooh man wird kulant und das Geld zurückerstatten dass man für hochgiftige Lebensmittel verlangt hat?
ooooh man wird kulant und das Geld zurückerstatten dass man für hochgiftige Lebensmittel verlangt hat?
2. Namen bitte:
rulamann 26.11.2012
Hersteller: Produktname: Verkaufsgeschäft: bitte ausfüllen! Das Pack müsste seinen eigenen Schrott geschmolzen eingeflößt bekommen:"..wo sind meine Hündchen?..."(Theater des Grauens)
Zitat von sysopDPADie Stiftung Warentest hat in der Schokolade von Kinder-Adventskalendern Rückstände von Mineralöl und ähnlichen Substanzen nachgewiesen. Die Stoffe stammen demnach vermutlich aus den Kartons, die häufig mit mineralölhaltigen Farben bedruckt seien. Verbraucher sollten die Schokolade nicht essen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/warentest-warnt-vor-mineraloelrueckstaenden-in-schoko-adventskalendern-a-869353.html
Hersteller: Produktname: Verkaufsgeschäft: bitte ausfüllen! Das Pack müsste seinen eigenen Schrott geschmolzen eingeflößt bekommen:"..wo sind meine Hündchen?..."(Theater des Grauens)
3. Aha...
Donac 26.11.2012
...werden denn diese Adventskalender nicht sofort vom Markt genommen? Die Dinger werden weiterverkauft um ja keinen Profit zu verpassen mit dem Hinweis:" Der Konsument wurde ja informiert die Schokolade nicht zu essen"? [...]
...werden denn diese Adventskalender nicht sofort vom Markt genommen? Die Dinger werden weiterverkauft um ja keinen Profit zu verpassen mit dem Hinweis:" Der Konsument wurde ja informiert die Schokolade nicht zu essen"? Um welche Hersteller handelt es sich da genau? Betrifft es alle oder nur einzelne? Und wenn diese mit Mineralöl verseucht sind...liegt es nicht nahe, dass andere Produkte dieser Hersteller ebenfalls Gesundheitgefärdend sind? Fragen über Fragen.
4. aha, da wird der Markt wieder gesteuert
Erich91 26.11.2012
dank kräftiger Lobbyarbeit und mit tatkräftiger Hilfe der Stiftung
Zitat von sysopDPADie Stiftung Warentest hat in der Schokolade von Kinder-Adventskalendern Rückstände von Mineralöl und ähnlichen Substanzen nachgewiesen. Die Stoffe stammen demnach vermutlich aus den Kartons, die häufig mit mineralölhaltigen Farben bedruckt seien. Verbraucher sollten die Schokolade nicht essen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/warentest-warnt-vor-mineraloelrueckstaenden-in-schoko-adventskalendern-a-869353.html
dank kräftiger Lobbyarbeit und mit tatkräftiger Hilfe der Stiftung
5. Spielverderber
Jens_Loewe 26.11.2012
Die Dosis macht das Gift - 24 Tage ein kleine Stück Schokolade werde ich überleben...
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