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19.01.2013
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BER-Desaster

Ausschuss-Chef rechnet mit Platzeck ab

dapd

Ministerpräsident Matthias Platzeck: "Ich zweifele daran, dass Platzeck es besser macht"

Ministerpräsident Platzeck ist keine drei Tage Chefaufseher des Hauptstadtflughafens und steht bereits unter Beschuss: Wegen des Debakels um den Bau fordert der Vorsitzende des Verkehrsausschusses Platzecks Rücktritt von der Spitze des Aufsichtsrats - und nicht nur seinen.

Berlin - Anton Hofreiter, Chef des Verkehrsausschusses im Bundestag, findet für seine Kritik deutliche Worte: "Ich zweifele daran, dass Platzeck es besser macht. Denn er hat alle Fehlentscheidungen als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats mitgetragen", sagte der Grünen-Politiker und forderte den brandenburgischen Ministerpräsidenten zum Rückzug von der Spitze des Aufsichtsrats auf.

Platzeck war Vize im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hinter Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD). Wowereit hatte sich nach der abermaligen Verschiebung des Eröffnungstermins von der Spitze des Gremiums verabschiedet und den Posten mit Platzeck getauscht.

Hofreiter forderte den Großteil der Mitglieder des Kontrollgremiums auf, nun ihren Hut zu nehmen. "Es ist ein großer Skandal, dass sie in der Besetzung weitermachen", sagte der aus München stammende Hofreiter. "Nach all dem, was sich dieser Aufsichtsrat geleistet hat, braucht es einen umfangreichen Austausch von Personal." Hofreiter reiht sich mit seiner Kritik hinter Herbert Frankenhauser (CSU) und Wolfgang Schäuble (CDU) ein, die Platzeck bereits als Flughafen-Kontrolleur abgelehnt hatten.

Unklar, wann das erste Flugzeug abhebt

Neben der extremen Schlamperei von Baufirmen und kaum interner Kommunikation sei für die peinlichen Pannen vor allem der Aufsichtsrat verantwortlich, sagte Hofreiter. Alle Mitglieder seien durch Kontrollberichte über Probleme informiert gewesen. "Wenn man sich die Protokolle der Sitzung vom April 2012 anschaut, haben sie sich aber mehr darüber unterhalten, wie das Eröffnungsfest aussehen soll und wer neben der Kanzlerin sitzen darf - und nicht darüber, dass die Entrauchungsanlage noch immer nicht verkabelt ist."

Wenig später begingen sie laut Hofreiter den nächsten großen Fehler: "Am 16. Mai haben sie dann beschlossen, die ganzen Architekten und Planer rauszuschmeißen. Damit ging fast das gesamte planerische Wissen über den Flughafen verloren und seit einem Dreivierteljahr passiert de facto fast nichts auf der Baustelle."

Die Opposition hatte der Koalition nach einer geplatzten Sondersitzung vorgeworfen, Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) praktisch den Mund verboten zu haben.

Die für Ende Oktober vorgesehene Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER war vor knapp zwei Wochen bereits zum vierten Mal verschoben worden. Bislang ist unklar, wann die ersten Flieger abheben sollen.

jjc/dapd

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insgesamt 140 Beiträge
1. Hofreiters Ego macht aus Dünen- Sand keinen Flughafen
wunhtx 19.01.2013
Zu durchsichtig sind die Manöver des Grünen Hofreiter. Hätte es denn Kühnast jemals besser gekonnt ? Die Dame hat doch im Bürgermeisterwahlkampf stets geschwiegen. Es sollte Hofreiter und all jene, die als Politiker keine Ahnung, [...]
Zu durchsichtig sind die Manöver des Grünen Hofreiter. Hätte es denn Kühnast jemals besser gekonnt ? Die Dame hat doch im Bürgermeisterwahlkampf stets geschwiegen. Es sollte Hofreiter und all jene, die als Politiker keine Ahnung, aber große Klappe haben, wegtreten.
2. hätte und hat
autocrator 19.01.2013
es geht nicht um "hätte" Kühnast es besser gemacht oder nicht - das ist rreine spekulation, vielleicht, vielleicht auch nicht, vielleicht sogar noch schlechter, wer weiss. es geht um "hat" es Platzek [...]
Zitat von wunhtxZu durchsichtig sind die Manöver des Grünen Hofreiter. Hätte es denn Kühnast jemals besser gekonnt ? Die Dame hat doch im Bürgermeisterwahlkampf stets geschwiegen. Es sollte Hofreiter und all jene, die als Politiker keine Ahnung, aber große Klappe haben, wegtreten.
es geht nicht um "hätte" Kühnast es besser gemacht oder nicht - das ist rreine spekulation, vielleicht, vielleicht auch nicht, vielleicht sogar noch schlechter, wer weiss. es geht um "hat" es Platzek als vize verbockt und mitzuverantworten - und da gibt es nur ein eindeutiges "ja". Da hat man einen bock zum gärtner gemacht, und statt ihn aus dem garten zu verjagen, macht man ihn jetzt zum oberbock! Das zu kritisieren hat nichts mit einem gepflegten oder ungepflegten Ego zu tun, sondern schlicht mit gesundem menschenverstand.
3.
regensommer 19.01.2013
Egal wer was sagt, es kann immer als Manöver oder Taktik ausgelegt werden. Mit dieser Argumentation kommt man nicht weiter und es würde nie etwas mit dem Flughafen werden.
Zitat von wunhtxZu durchsichtig sind die Manöver des Grünen Hofreiter. Hätte es denn Kühnast jemals besser gekonnt ? Die Dame hat doch im Bürgermeisterwahlkampf stets geschwiegen. Es sollte Hofreiter und all jene, die als Politiker keine Ahnung, aber große Klappe haben, wegtreten.
Egal wer was sagt, es kann immer als Manöver oder Taktik ausgelegt werden. Mit dieser Argumentation kommt man nicht weiter und es würde nie etwas mit dem Flughafen werden.
4. Statt
buntesmeinung 19.01.2013
sich mit der Argumentation Hofreiters auseinander zu setzen, hacken Sie auf den Grünen rum. Ich bin kein Freund der Grünen, aber ich halte Hofreiter nach allem, was ich bisher von ihm mitbekommen habe (v.a. sein Auftreten im [...]
Zitat von wunhtxZu durchsichtig sind die Manöver des Grünen Hofreiter. Hätte es denn Kühnast jemals besser gekonnt ? Die Dame hat doch im Bürgermeisterwahlkampf stets geschwiegen. Es sollte Hofreiter und all jene, die als Politiker keine Ahnung, aber große Klappe haben, wegtreten.
sich mit der Argumentation Hofreiters auseinander zu setzen, hacken Sie auf den Grünen rum. Ich bin kein Freund der Grünen, aber ich halte Hofreiter nach allem, was ich bisher von ihm mitbekommen habe (v.a. sein Auftreten im Bundestag) für durchaus kompetent. Und das Argument, dass es nicht gerade überzeugend ist, wenn der bisherige Vize Platzeck jetzt Chef ist, ein Mann also, der ebenso wie Wowereit dem Versagen der Planer und Ausführer hilflos zugesehen hat, ist doch so leicht nicht von der Hand zu weisen. Niemand hat davon gesprochen, dass Frau Künast einen Posten im Aufsichtsrat bekommen solle. Ihr Angriff gegen sie ist also ziemlich neben der Sache.
5. durchsichtig......
nurmalso2011 19.01.2013
Anmassend, von durchsichtig zu sprechen, wenn die Deppen im Aufsichtsrat keinen blassen Schimmer haben. Hier haben sich Inkompetenz mit Großkotztum vereinigt und das Politikerpack nickt weiterhin ab, weil das Pack eben nicht [...]
Anmassend, von durchsichtig zu sprechen, wenn die Deppen im Aufsichtsrat keinen blassen Schimmer haben. Hier haben sich Inkompetenz mit Großkotztum vereinigt und das Politikerpack nickt weiterhin ab, weil das Pack eben nicht haftbar ist. Ziviler Ungehorsam, machmal "eine Bombe" würde diesen Scheiß-Staat gut stehen !

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