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28.01.2013
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Kekse

Verbraucherschützer kritisieren luftige Verpackungen

dapd

Einkauf im Supermarkt: Kunden greifen lieber zu größeren Packungen

XXL-Packungen mit wenig Inhalt: Verbraucherschützer werfen Herstellern von Keksen und Knabbereien vor, Kunden zu täuschen. Getestet wurden 15 Produkte verschiedener Hersteller. Jede dritte Packung sei zur Hälfte leer gewesen.

Düsseldorf - Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wirft dem Lebensmittelhandel vor, Mogelpackungen zu vertreiben. Keks- und Knabberpackungen enthielten im Durchschnitt 40 Prozent leeren Raum, teilten die Verbraucherschützer am Montag in Düsseldorf mit. Untersucht wurden 15 Produkte namhafter Hersteller aus Supermärkten und Discountern. Jede dritte Packung sei sogar zur Hälfte leer gewesen. "Viele Verbraucher fühlen sich beim Kauf von solchen Luftnummern getäuscht", kritisierte Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.

Getestet wurden Packungen mit 75 bis 300 Gramm an Keksen, Kuchen, Knabber-Snacks und Müsli-Riegeln. Den Verbraucherschützern zufolge setzen viele Hersteller darauf, dass Kunden grundsätzlich lieber zu größeren Packungen greifen. Raffiniert werde deshalb versucht, kleine Mengen mit einem XXL-Gewand zu kaschieren. So war etwa fast jede dritte Packung der untersuchten Produkte im unteren Bereich mit einem Sichtfenster versehen, das mehr Inhalt suggerierte. Oberhalb des Sichtbereichs war dann Schluss mit der Befüllung.

Nach dem Lebensmittelgesetz ist es nicht erlaubt, Verbraucher mit Hilfe von Mogelpackungen über die tatsächliche Füllmenge zu täuschen. Eindeutige Regelungen liefert das Gesetz den Verbraucherschützern zufolge allerdings nicht. Die Arbeitsgemeinschaft Mess- und Eichwesen (AGME) spreche aber bereits von Täuschung, "wenn der Freiraum in der Packung 30 Prozent oder mehr beträgt". Ausgenommen von dieser Vorgabe seien nur empfindliche Waren wie etwa Pralinen. Die dürfen mit mehr Verpackungsvolumen besser geschützt werden.

cte/AFP

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insgesamt 35 Beiträge
1. Wo ist das Problem?
expat_ja 28.01.2013
Solange das angegebene Gewicht stimmt ist mir die Verpackung egal.
Solange das angegebene Gewicht stimmt ist mir die Verpackung egal.
2.
inci2 28.01.2013
Kenne ich diese Verpackungen. Da steht dann drauf, daß man z.B. 100gr, 200gr, oder 400gr des Produkts für sein Geld bekommt. Legt man zu Hause dann das Produkt auf die Waage, stellt sich heraus, daß man tatsächlich [...]
Zitat von sysopdapdXXL-Packungen mit wenig Inhalt: Verbraucherschützer werfen Herstellern von Keksen und Knabbereien vor, Kunden zu täuschen. Im Test waren 15 Produkte verschiedener Hersteller. Jede dritte Packung sei zur Hälfte leer gewesen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/verbraucherschuetzer-kritisieren-mogelpackungen-a-880115.html
Kenne ich diese Verpackungen. Da steht dann drauf, daß man z.B. 100gr, 200gr, oder 400gr des Produkts für sein Geld bekommt. Legt man zu Hause dann das Produkt auf die Waage, stellt sich heraus, daß man tatsächlich 100gr, 200gr oder 400gr des Produkts für sein Geld bekommen hat. Chips oder Flipstüten sind auch nicht bis zum bersten gefüllt, einfach damit das Zeugs nicht kaputt geht. Wer hat schon Lust auf eine Tüte "Krümel-frisch-Chips" oder "Krümel-frisch-Flips"? Oder auf eine Tüte mit "Waffelkrümeln"?
3. unsere industriefreundlichen Gesetze
werano 28.01.2013
es wird alles in die Eigenverantwortung der Hersteller gelegt. Arzneimittelpreise, Verpackung, Inhaltskennzeichnung, alles für den geldbewussten Produzenten eben.
es wird alles in die Eigenverantwortung der Hersteller gelegt. Arzneimittelpreise, Verpackung, Inhaltskennzeichnung, alles für den geldbewussten Produzenten eben.
4.
Robert Baratheon 28.01.2013
Selbst schuld. Das Gesetz über einheitliche Verpackungsgrößen ist dank Lobbyarbeit vor Jahren gefallen. Wen wundert es da, dass ehemalige 200g Packungen in gleichem Gewand nur noch 175g haben – und dank „neuer Rezeptur“ [...]
Selbst schuld. Das Gesetz über einheitliche Verpackungsgrößen ist dank Lobbyarbeit vor Jahren gefallen. Wen wundert es da, dass ehemalige 200g Packungen in gleichem Gewand nur noch 175g haben – und dank „neuer Rezeptur“ außerdem teurer sind – obwohl weniger teure Bestandteile drin sind. Mit dem Verbraucher kann man es ja machen. Das ist wie in der Politik. Gleiche Verpackung – immer weniger Inhalt – immer teurer – und es wird trotzdem „gekauft“.
5.
Atheist_Crusader 28.01.2013
Verbraucherschutz ist nicht dazu da, Leuten das Lesen der Gewichtsangabe zu ersparen. Es gibt Mogelpackungen... und es gibt einfach Idioten.
Verbraucherschutz ist nicht dazu da, Leuten das Lesen der Gewichtsangabe zu ersparen. Es gibt Mogelpackungen... und es gibt einfach Idioten.

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