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29.01.2013
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Umfrage

Deutsche klagen über mehr Stress im Job

Corbis

Büroarbeit: Fast jeder Zweite klagt über ständige Unterbrechungen

Termin- und Leistungsdruck, dauernde Unterbrechungen und Wochenendarbeit: Fast die Hälfte der Deutschen klagt einer Umfrage zufolge über wachsenden Stress am Arbeitsplatz. Jeder Vierte verzichtet sogar auf Pausen.

Berlin - 43 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland sind überzeugt, dass die Belastungen im Job in den vergangenen zwei Jahren zugenommen haben. Das geht aus dem "Stressreport Deutschland 2012" hervor, über den die "Bild"-Zeitung berichtet. Für die Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin seien bundesweit mehr als 17.000 Arbeitnehmer befragt worden - unter anderem zu psychischen Anforderungen, Belastungen und Stressfolgen ihres Arbeitsalltags.

Demnach arbeitet jeder zweite Befragte unter starkem Termin- und Leistungsdruck. Knapp 60 Prozent der Befragten gaben an, verschiedene Aufgaben gleichzeitig betreuen zu müssen. Fast jeder Zweite wird bei der Arbeit ständig unterbrochen - etwa durch Telefonate und E-Mails. Weil Ruhepausen nicht in den Arbeitsablauf passen oder sie nach eigenem Bekunden zu viel Arbeit haben, verzichtet jeder Vierte auf eine Pause. Insgesamt 64 Prozent arbeiten auch samstags, 38 Prozent an Sonn- und Feiertagen.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) appellierte an die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen. Sie sagte der "Bild"-Zeitung: "Stress bei der Arbeit kann vorkommen, aber nicht dauerhaft. Und er darf auch nicht krank machen." Der Stressreport zeige, wo die Probleme besonders groß seien, aber auch, was man dagegen tun kann. Sie wolle "dem chronischen Stress den Kampf ansagen" und erwarte, dass die Betriebe mitziehen.

Die Studie bringt der Zeitung zufolge aber auch positive Aspekte zutage: So können sich mehr als 80 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland auf gute Zusammenarbeit mit Kollegen verlassen. Man helfe sich gegenseitig im Job. Die überwiegende Mehrheit (96 Prozent) sieht sich nicht durch eine Entlassung bedroht. Drei Viertel fühlen sich den Anforderungen ihres Jobs gewachsen, sowohl fachlich als auch beim Umfang der Arbeit.

cte/dpa

Forum

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insgesamt 58 Beiträge
1. optional
hello_again 29.01.2013
Mehr Arbeit heißt nicht mehr Geld. Mit einem 60%/75%-Job bleibt auf Grund der degressiven Steuersaetze mehr pro Stunde uebrig. Und Stress? Habe ich nur 3 Tage pro Woche :-)
Mehr Arbeit heißt nicht mehr Geld. Mit einem 60%/75%-Job bleibt auf Grund der degressiven Steuersaetze mehr pro Stunde uebrig. Und Stress? Habe ich nur 3 Tage pro Woche :-)
2. Hahaha
unfassbaralles 29.01.2013
Dann hört mal auf nach 20 Uhr einkaufen zu gehen, am Samstag das Auto reparieren zu lassen, usw. Vielleicht brauchen dann ja "nur noch" die wichtigen 7 Tage/24 Stunden Arbeiter ran. Dann habt vielleicht auch Ihr ein [...]
Dann hört mal auf nach 20 Uhr einkaufen zu gehen, am Samstag das Auto reparieren zu lassen, usw. Vielleicht brauchen dann ja "nur noch" die wichtigen 7 Tage/24 Stunden Arbeiter ran. Dann habt vielleicht auch Ihr ein ungestörtes WE.
3. Wieso Streß?
xees-s 29.01.2013
Jahrelang wurde propagiert, dass diese Arbeiten modern wäre und man flexibel sein soll und jetzt soll es Streß sein. So sieht ein moderner Arbeitsplatz hält heute aus, es gibt kein Sekretariat mehr und entsprechend geht das [...]
Jahrelang wurde propagiert, dass diese Arbeiten modern wäre und man flexibel sein soll und jetzt soll es Streß sein. So sieht ein moderner Arbeitsplatz hält heute aus, es gibt kein Sekretariat mehr und entsprechend geht das Telefonat hält per Direktwahl zum Sachbearbeiter oder Chef wie auch die Email. Eine Postverteilung, sofern noch Papierpost kommt, wird direkt erledigt außer in Großkonzernen. Dass damit die eigentliche Arbeit länger dauert und fehleranfällig wird in Kauf genommen.
4. und wieviele klagen über ....
goethestrasse 29.01.2013
...Stress in der Partnerschafft ...Stress im Strassenverkehr ...in der Gruppe ..wo auch immer ???
...Stress in der Partnerschafft ...Stress im Strassenverkehr ...in der Gruppe ..wo auch immer ???
5. Das lächerlichste Gesetz = Arbeitszeit
bluecher59 29.01.2013
Wer zu schnell fährt wird geblitzt und bestraft, aber wer zu lange arbeitet verletzt auch ein Gesetz ohne dass es zu Konsequenzen führt. Wo bleibt der Gesetzgeber? Man kann nicht ein Gesetz zum Arbeitnehmerschutz machen und dann [...]
Wer zu schnell fährt wird geblitzt und bestraft, aber wer zu lange arbeitet verletzt auch ein Gesetz ohne dass es zu Konsequenzen führt. Wo bleibt der Gesetzgeber? Man kann nicht ein Gesetz zum Arbeitnehmerschutz machen und dann die Arbeitnehmer alleine lassen. Die Angestellten können sich nicht selbst schützen, da sie immer vom Arbeitsplatzverlust bedroht sind. Wo sind die Ordnungsämter die gezielt Missstände kontrollieren und sanktionieren? Gerade gestern kam ein erschütternder Bericht über die Zustände bei Postzustellern die für Subunternehmen für DHL liefern. Aber das ist nur EIN Beispiel von unendlich vielen. Liebe Politik: nicht immer nur schwätzen: auch mal aktiv werden!

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